unbekannter Gast

Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Alpinarium Galtür #

6563 Galtür 29c 6563 Galtür/Tirol, Hauptstraße 29c


Am 23. Februar 1999 forderte eine Lawine im 1600 m hoch gelegenen Tiroler Dorf Galtür 31 Menschenleben. Elf Häuser wurden verschüttet und 17 beschädigt. Das Alpinarium Galtür ist dem Gedenken gewidmet. Seit Dezember 2013 präsentiert es eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „GANZ OBEN – Geschichten über Galtür und die Welt“.

Von der Dachplattform blickt man auf das Bergpanorama und "die Mauer“, den neu errichteten Lawinen-Schutzwall zwischen Berg und Ort. Die Ausstellung eröffnet unterschiedlich inszenierte "Beziehungswelten" ("Themenkapseln", "Sphären").

Der Wirkungskreis zeigt Erinnerungen an Menschen, die den Ort verlassen haben und zurückgekehrt sind, wie Albert Lorenz, der als Bergführer Anfang des 20. Jahrhunderts an zwei Kaukasusexpeditionen teilnahm.

Im Dunstkreis ist die Welt zu Gast in Galtür. Die beiden Hotels Fluchthorn und Rössle sind als mondäne Herbergen und Traditionsgasthöfe Schauplätze der Begegnung zwischen Stadt und Dorf. Zu den prominenten Urlaubern zählten Albert Einstein und Erwin Schrödinger.

Kugelkoordinaten nennt sich die Rauminstallation mit Spiegeln, Licht und Tönen, die eine "besondere Ich-Erfahrung" vermitteln soll.

Das Orbital, die Wahrscheinlichkeitswolke, veranschaulicht die vielfältigen Arten, einen Ort wie Galtür zu kartographieren. Im 19. Jahrhundert begann die Eroberung der Berge durch den Alpinismus.

Blasen sind Zitate von Fremd- und Eigenbildern. Als auditive Impulsgeber fungieren zwei Hörstationen mit einer Sage über den Riesen Christli Kuhhaut und einer (fiktiven) Hemingway-Kurzgeschichte vom „Alpine Idyll“ Galtür.

Zu Gast: Im Frühjahr 2013 war die Innsbrucker Reise- und Bergmalerin Maria Peters drei Wochen zu Gast in Galtür. Sie lebte in einem Zelt im Jamtal, um die „Blaue Silvretta“ zu malen. Über Werdegang und Ergebnis des stillen Abenteuers berichtet diese Sphäre.

Leben mit der Erinnerung wird repräsentiert durch das „Memento“, ein Triptychon des Künstlers Arthur Salner und den Dokumentarfilm von Lutz Maurer über das Leben in Galtür nach 1999.

Weiters umfasst das Museum die Cafe-Lounge "Gefrorene Wasser" und eine Panorama- Sonnenterasse.

Auf Antrag des Alpinariums steht das "Erfahrungswissen im Umgang mit der Lawinengefahr" seit 2016 im Bereich "Wissen und Praktiken in Bezug auf die Natur und das Universum" auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Dazu heißt es: "Das Wissen um Lawinengefahren ist so alt wie die Besiedlung und Nutzung des Alpenraums. Die Überlieferung erfolgte vor allem mündlich innerhalb der Familien und betroffenen beruflichen Gemeinschaften (Jäger, Bauern etc.). Das Wissen manifestierte sich auch in Bauernregeln. Die Benennung von jährlich wiederkehrenden Lawinen nach den örtlichen Flur- und Hofnamen drückt eine starke Beziehung zum Naturereignis Lawine aus. Schriftliche Aufzeichnungen zu Lawinen gibt es im Alpenraum seit dem 17. Jahrhundert … seit 1902 können BergführerInnen Lawinenausbildungskurse belegen. Erfahrungswissen wurde in der Vergangenheit in jahrelangem Austausch zwischen erfahrenen und angehenden BergführerInnen vermittelt. "

Quellen:
Homepage
UNESCO

hmw