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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Archäologisches Museum Fliess#

6521 Fliess, Nr. 89 6521 Fliess, Nr. 89


Das Archäologische Museum beherbergt drei bedeutende archäologische Funde.

1990 entdeckte der Bauer Josef Kathrein bei Grabungsarbeiten neben seinem Hof einen hallstattzeitlichen Bronzehort, der mit 385 Gegenständen zu den bedeutendsten Depotfunden des Ostalpenraumes zählt: Fibeln, Ringschmuck, Bruchstücke von Gefäßen, Werkzeuge, Waffen und Gürtelbleche. Der Fund belegt eine bisher nicht bekannte Kultur der späten Hallstattzeit im oberen Inntal.

1991 stießen Franz Neururer und Kassian Erhart auf der Pillerhöhe auf einen Brandopferplatz, der von der mittleren Bronzezeit bis zur Ausbreitung des Christentums im 4. Jahrhundert in Verwendung stand. Sein Zentrum bildete ein Aschehügel mit einem Längsdurchmesser von 15 Metern, einem Querdurchmesser von 12 Metern und einer Höhe von 2,5 Metern. Westlich davon befand sich im Erdreich ein 3 x 3,5 Meter großer Altar. Neben Resten von Tieropfern fand man Sachopfer wie Schmuck, Trachtbestandteile sowie Werkzeuge und Waffen. Daneben kamen Miniaturschilde aus Bronze und Eisen, zwei plastische Männchen (Adoranten) und Münzen zu Tage.

2001 entdeckte Franz Neururer in einer Felsspalte im Bereich des Moosbruckschrofens einen mittelbronzezeitlichen Opferschatz. Er wird in die Zeit von 1550 – 1250 v. Chr. datiert. Der Erhaltungszustand des mit ca. 360 Gegenständen umfangreichsten Depotfundes Mitteleuropas war hervorragend. Er umfasst u.a. Sicheln, Beile, Schwerter und mit Spiralanhänger oder Panzerscheiben, Kleidernadeln, Waffen und Ausrüstungsgegenstände der Krieger. Als Sensation gilt das Fragment eines Helmes, der als ältester Helm Europas angesehen werden kann.

Ein weiterer Teil des Archäologiemuseums ist das Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta. Die von Kaiser Claudius in den Jahren 46 bis 47 n. Chr. erbaute Via Claudia Augusta führte von Altinum an der Adria nach Augsburg. Sie ist die einzige, nach einem Kaiser benannte Straße über die Alpen. Im Gemeindegebiet von Fliess ist sie über weite Strecken noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Im Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta sind Funde aus den Tiroler Abschnitt der Römerstraße ausgestellt: Bestandteile von Pferdegeschirr und Wagen, Pferdeschuhe (Hipposandalen), Trachtbestandteile und Münzen. Eine Kopie der Tabula Peutingeriana, der einzigen überlieferten Straßenkarte des römischen Reiches zeigt 70 000 Meilen römischer Straßen, 3000 Namen von Städten und Orten sowie 500 geographische Namen.

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