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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Archäologisches Pilgermuseum Globasnitz #

9142 Globasnitz 13 9142 Globasnitz 13


Das Pilgermuseum beherbergt Fundstücke der archäologischen Ausgrabungen am Hemmaberg und dem ostgotischen Gräberfeld.

Gräberfeld
Erstmals wurde im Alpen-Adria-Raum ein Friedhof aus der Zeit der Ostgotenherrschaft (493 - 536) mit 422 Gräbern ausgegraben. Eine Auswahl der Skelette ist in Originalerde ausgestellt. Vitrine 1 zeigt Grabbeigaben von Frauen, wie eiserne Armreifen und Fingerringe und Arbeitsgeräte, wie Spindeln. Vitrine 2 präsentiert die Rangabzeichen eines - christlichen - Offiziers.

Rosalia und Hemma
Im Zentrum des Raumes befindet sich ein mittelalterliches Wasserbecken mit zwei Köpfen, das von der Rosalienquelle auf dem Hemmaberg stammt. Bevor es zur Quelle gebracht wurde, war es vermutlich als Taufbecken in der Kirche in Globasnitz in Gebrauch. 1627 ließen die beiden Finanzverwalter der Pfarre ein Fresko und sechs Ölbilder für malen für die Kirche St. Hemma malen, deren Rekonstruktion im Museum zu sehen ist, ebenso eine Rosalie-Statue nach dem Entwurf von Switbert Lobisser (1878 - 1943) .

Alltag des Pilgers
In einer Großvitrine wird anhand von Funden aller Epochen ein Überblick zur reichen Geschichte des Fundortes am Hemmaberg geboten: Bronzezeit, Kelten, Römer, Goten, Karantanen, Mittelalter und Neuzeit. Neben dem Zugangsweg legten die Archäologen mehr als 120 Gräber aus der Zeit zwischen 400 und 600 nach Chr. frei. Ungefähr die Hälfte der Frauen und Mädchen hatte ihren persönlichen Schmuck beigegeben. Auf dem Hemmaberg wurden auch Gewandspangen gegossen, wie die Hahnenfibel und die zugehörige Gussform aus Ton zeigt. Eine vergoldete alamannische Bügelfibel aus der Zeit zwischen 490 und 520 nach Chr. kam in der Erdanschüttung unter dem Kirchenboden zutage. Das vornehme rot glänzende Tafelgeschirr (Terra Sigillata) wurde im 5. Jahrhundert aus Nordafrika importiert.

Modell Hemmaberg
Die Luftaufnahme des Hemmaberges lässt die Größe des frühchristlichen Pilgerheiligtums mit den fünf Kirchen, Pilgerhäusern und Wohngebäuden erkennen. Das Modell wurde im Maßstab 1:100 angefertigt und soll mit den schematischen Baukörpern der Kirchen die eindrucksvolle, frühchristliche Architektur aus der Zeit der Völkerwanderung deutlich machen. Die Mosaiken stammen aus der Gemeindekirche der arianischen Christengemeinde der Ostgoten. Ein und dieselbe Werkstätte aus dem oberen Adria-Gebiet hat die Mosaiken für die arianischenn wie für die katholische Christengemeinde angefertigt.

Mosaiken
Die Mosaiken in diesem Raum schmückten ursprünglich den Boden der Kirche der katholischen Christengemeinde. Das sternförmige Blütenmuster und die Randbordüre sind typisch für eine Werkstatt aus dem oberen Adria-Gebiet. Die Mosaiken zeigen Kraniche, Enten und sonstige Wasservögel. Der antiken Naturgeschichte zufolge sahen die christlichen Schriftsteller im Kranich ein Symbol für Gemeinschaftssinn und Wachsamkeit. Viele Quadratmeter von Mosaiken wurden nach den ersten Ausgrabungen 1906 zerstört. Von der Darstellung der Weinranken mit Trauben ist daher nur wenig erhalten geblieben. Christus sagt: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben."

Taufe und Auferstehung
Die Apsis der Gedächtnis- und Firmungskirche wurde in etwas verkleinerter Form rekonstruiert. Unter dem Altar befanden sich ursprünglich die Gebeine eines Heiligen. Teile von den Mosaiken der Taufkapelle wurden 1906 herausgeschnitten und in Beton befestigt. Die größeren am Ort verbliebenen Mosaikflächen gingen in der Folge verloren. Univ.-Prof. Dr. Franz Glaser, der langjährige wissenschaftliche Leiter des Archäologischen Pilgermuseums Globasnitz und der Ausgrabungen auf dem Hemmaberg, konnte die Ornamente aufgrund alter Fotos und Skizzen zeichnerisch rekonstruieren. Das Mosaik der Grabkapelle der Kirchenstifterinnen zeigt eine große Dichte von Ornamenten. In den Gottesdiensten wurde stets an die Stifterinnen und Stifter gedacht und so deren Andenken in der Christengemeinde aufrecht erhalten.

Weltliteratur Peter Handke schrieb in seinem Buch „Chinese des Schmerzes" über die Ausgrabungen auf dem Hemmaberg und die Abnahme der Mosaiken. Dieses Werk und damit der Hemmaberg gingen in die Weltliteratur ein, da es in 23 Sprachen übersetzt wurde.

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