Belvedere (Österreichische Galerie) - Austria-Forum : Museen
Österreichische Galerie Belvedere#
1030 Wien
Seit 1781 war das Schloss Belvedere Wien 3, Aufstellungsort verschiedener Teile der kaiserlichen Kunstsammlung; 1903 wurde im Unteren Belvedere die "Staatliche Moderne Galerie" eingerichtet und 1918 die gesamte Anlage zum Museum bestimmt. Die Österreichische Galerie Belvedere gehört zu den österreichischen Bundesmuseen und wurde mit 1. 1. 2000 in eine vollrechtsfähige wissenschaftliche Anstalt umgewandelt.
Das Belvedere besitzt mehrere tausend Kunstobjekte, darunter international herausragende Werke der Spätgotik, die im Rahmen der Dauerausstellung im Westflügel des Oberen Belvedere gezeigt werden. Sie bieten einen Überblick der wichtigsten künstlerischen Entwicklungen vom Internationalen Stil der Zeit um 1400 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. Neben dieser Präsentation werden weitere Highlights mittelalterlicher Kunst in einem Schaudepot im Prunkstall der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Meisterwerke des österreichischen Barock, von Franz Anton Maulbertsch bis zu Martino Altomonte, von Georg Raphael Donner oder Franz Xaver Messerschmidt sind seit dem Frühjahr 2008 im Oberen Belvedere zu sehen. Das Barockmuseum wurde (im Unteren Belvedere) 1923 als erste Sammlung eröffnet, 1934 erweitert, 1953 wieder eröffnet. Die Exponate (etwa 1680-1780) umfassen unter anderem Hauptwerke von G. R. Donner, F. X. Messerschmidt, Balthasar Permoser, Johann Michael Rottmayr, Daniel Gran, Paul Troger, F. A. Maulbertsch, Martin Johann Schmidt und M. Altomonte.
Die Sammlung "19. Jahrhundert" geht auf die Jahre 1924 bzw. 1929 zurück. Sie zeigt Meisterwerke des Klassizismus, der Romantik, des Biedermeier, Historismus und Impressionismus, unter anderem von F. H. Füger, J. A. Koch, Ferdinand Georg Waldmüller, F. Olivier, R. von Alt, J. Danhauser, Hans Makart, A. Romako, C. Moll, G Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Richard Gerstl, Albin Egger-Lienz, Herbert Boeckl, Albert Paris Gütersloh, Anton Hanak, Fritz Wotruba sowie von ausländischen Künstlern, wie A. Renoir, V. van Gogh, L. Corinth, M. Liebermann und anderen.
Die Wiener Secession, gegründet 1897, wurde namensgebend für den Wiener Jugendstil. Die ersten maßgeblichen Erwerbungen der Modernen Galerie (ab 1903) stammten aus Secessionsausstellungen und bildeten den Grundstock der Sammlung des Belvedere. Nach der Kunst des Fin de siécle mit Gustav Klimts "Goldener Periode" als Höhepunkt kam der frühe Expressionismus, vertreten u.a. von Oskar Kokoschka und Egon Schiele.
Ausgehend von Expressionismus und "Neuer Sachlichkeit" führt die Sammlung moderner Kunst über die "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Beispielen aus ungegenständlicher und informeller Malerei und findet ihre Fortsetzung in der zeitgenössischen Kunst der Jahrtausendwende.
Schau-Plätze:
- Oberes Belvedere, Wien 3, Prinz-Eugen-Straße 27
- Unteres Belvedere, Wien 3, Rennweg 6
- Prunkstall, Wien 3, Rennweg 6
- Orangerie, Wien 3, Rennweg 6
- Augarten contemporary, Wien 2, Scherzergasse 1a
- 21er Haus, Wien 3, Schweizergarten
2011 wurde eine Neupräsentation der Sammlung im Oberen Belvedere erarbeitet, die unter dem Motto "544 Meisterwerke neu entdecken" steht. Einen zentralen Aspekt des neuen Rundgangs bildet die Veranschaulichung von Übergängen, Entwicklungen und Zusammenhängen einzelner Epochen. Im Erdgeschoß ist nun erstmals die Kunst der Klassischen Moderne und der Zwischenkriegszeit in umfassender Form zu sehen. Die Barocksammlung übersiedelte in das Piano nobile. Für die Meisterwerke Gustav Klimts wurde ein eigenes Raumkonzept entwickelt, das das Gemälde "Der Kuss" in einem neuen Licht präsentiert.
Siehe auch: Aktuelle Ausstellungen
Literatur: H. Aurenhammer und K. Demus, Die Österreichische Galerie in Wien, 1964; E. Baum, Katalog des Museums mittelalterlicher österreichischer Kunst, 1971; dieselbe, Katalog des österreichischen Barockmuseums im Unteren Belvedere, 1980; Österreichische Galerie Belvedere (Hg.), Kunst des 19. Jahrhunderts, Bestandskatalog, 4 Bände, 1992-2000; dieselbe (Hg.), Kunst des 20. Jahrhunderts, Bestandskatalog, Band 1-3, A-R, 1993-97.
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