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Bezirksmuseum Alsergrund#

1090 Wien, Währinger Straße 43 1090 Wien, Währinger Straße 43

Bild '09_Alsergrund'

Ideen für die Gründung eines Museums für den 9. Bezirk reichen bis in die Zwischenkriegszeit zurück, doch erst 1957 konstituierte sich ein "Verein zur Förderung und Erhaltung des Heimatmuseums Alsergrund." Der ersten Aufstellung (1959) folgte die "Galerie Alsergrund", eine Initiative des damaligen Museumsleiters Ing. Alfred Wolf. Sie sollte, als erste ihrer Art, Kunstschaffenden aus dem Bezirk eine unentgeltliche Ausstellungsmöglichkeit geben. 1973 wurde aus dem "Heimatmuseum" ein Bezirksmuseum, 2015 das Alseum mit verschiedenen Teilbereichen. Der Kernbereich mit der topografischen Sammlung und den Objekten zur Alltagskultur präsentiert sich seit 2016 neu.

Er umfasst zwei Säle, die Architektur-Sammlung mit originalen Hauszeichen, Modellen und Plänen. Der zweite zeigt in 12 Kapiteln Arbeit und Freizeit , mit Schwerpunkt 19. Jahrhundert. Es beginnt mit dem Thema Wohnen - vom Vorstadthaus zum Gemeindebau - und einem kleinen Einblick in die Kinderwelt von anno dazumal. Die zweite Vitrine widmet sich dem Alltag: Einkaufen, Küchengeräte und Hygiene. Diese bildet den Übergang zum nächsten Schwerpunkt. In der Gegend um den Sobieskiplatz waren die legendären "Wiener Wäschermädel" zu Hause. Ihnen sollte ein Denkmal gesetzt werden, dessen Abguss hier zu sehen ist. Die folgenden Regale erinnern an verschwundenes Handwerk. Der Alsergrund war ein Zentrum der "Schwarzen Kunst", der Buchdruckereien, woran u. a. eine funktionsfähige Tiegeldruckpresse und ein Setzkasten erinnern. In der Rossau befanden sich die Firmen derSattler, Wagenbauer und später Automobilerzeuger, wie die Hoflieferanten Sebastian Armbruster und Ludwig Lohner. Einer der letzten Lohnerroller "L 150" ist ebenfalls zu sehen. Die Oesterreichische Nationalbank ist wohl der berühmteste "Großbetrieb" des Bezirks. Nicht mehr hier ansässig ist die Porzellanmanufaktur - vertreten durch einen bemalten Barockteller - in der bekannte Künstler wirkten. Um Kunst und Komponisten geht es auch in der folgenden Vitrine. Sie würdigt die "großen Vier" der Wiener Klassik, und zeigt einige Werke des Alsergrunder Malers und Bildhauers Ernst Eisenmayer. Der leichten Muse und Unterhaltung widmet sich die nächste Abteilung, mit Exponaten aus der Volksoper und den einst zahlreichen Vergnügungslokalen. Einen Blickfang bilden einige Fahnen und eine Fähnrichs-Uniform des Rossauer Männergesangvereins. An der Stirnwand beinhalten Kommoden weitere Kunstwerke und Objekte zum Thema "Medizin und Forschung", Stichworte: Josephinum, AKH und Chemische Institute. Die vorletzte Vitrine ist "Katastrophen" übertitelt und gemahnt auch an die ehemalige Hinrichtungsstätte "Rabenstein". Mit dem Thema "Verkehr" - vom Zeiselwagen bis zur Franz-Josefs-Bahn - endet der Rundgang.

Die neue Marke "Alseum" umfasst neben der Dauerausstellung einen Sonderausstellungsraum, Gedenkstätten für die Dichter Heimito von Doderer (1896-1966) und Erich Fried (1921-1988), eine umfangreiche Bibliothek, sowie das "Sparefrohhaus" und den "Erinnerungsbunker" (Befreiungsmuseum).

Museumsleiter: Dr. Willi Urbanek

Homepage Alseum

Eröffnung 25.11.2016
Haustor, 1890
Kinderwelt
Liberty-Tiegeldruckpresse
Beethoven-Büste und Ölbild
Fähnrich-Kostüm, 19. Jh.
Wäscherinnen-Denkmal
Zeiselwagen-Modell

hmw