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11. Juni bis 5. Oktober 2014#

MAK
Vorbilder. 150 Jahre MAK: Vom Kunstgewerbe zum Design
Nachbilder. Vom Kunstgewerbe zum Design

Bild 'MAK Vor1'
Bild 'MAK Vor2'

Das - früher "Museum für Angewandte Kunst" genannte MAK hat in seiner 150-jährigen Geschichte 600.000 Objekte gesammelt. Seine Bibliothek und Archiv sind von internationaler Bedeutung. Heute fragt man neu nach Aufgabe und Bestimmung solcher Museen, relevanten Themen und Zweck des Sammelns. Anlässlich des Jubiläums bietet das MAK in seiner Ausstellungshalle eine Konfrontation historischer Sammlungsobjekten mit der zeitgenössischen Designer-Avantgarde. Skizziert wird die Entwicklung des MAK von einer Förder- und Bildungseinrichtung für das österreichische Kunstgewerbe zu einem der international führenden Kompetenzzentren und Schauplätze für angewandte Kunst, Design, Architektur und Gegenwartskunst.

Historische Persönlichkeiten - wie Rudolf von Eitelberger (Gründungsdirektor 1864–1885) bis Peter Noever (Direktor 1986–2011) oder SammlerInnen wie Bertha Pappenheim (1859–1936) oder Julius Paul (1867–1938) beeinflussten die Entwicklung des Museums. Ihr Wirken spiegelt die ursprüngliche Idee einer vorbildhaften Mustersammlung für damals innovatives Kunstgewerbe. Industrialisierung und Massenproduktion, neue Techniken und Materialien, neue Märkte … brachten bisher ungekannte Veränderungen. Im Zur-Verfügung-Stellen von Vorbildern und der Wechselwirkung von Tradition und Gegenwart sahen die Gründer des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie eine Möglichkeit, den Geschmack des Publikums und die Qualität kunstgewerblicher Produkte zu heben

Anknüpfend an diese einzigartige Ausrichtung nehmen renommierte DesignerInnen die MAKSammlung als Inspirationsquelle und Verhandlungsort für eine auf die Zukunft ausgerichtete Gestaltung des Alltags. Eingeladen wurden Jan Boelen, Belgien, Hilary Cottam, Großbritanniern, Lidewij Edelkoort, Niederlande, Konstantin Grcic, Deutschland, Gesche Joost, Deutschland, Hans Ulrich Obrist, Großbritannien, Fiona Raby und Tony Dunne, Österreich, Stefan Sagmeister und Elfie Semotan, USA/Österreich, Sabine Seymour, USA.

Zeitübergreifende Querverbindungen schlagen die Brücke zur MAK-Geschichte, die in der Ausstellung kaleidoskopisch dargestellt wird. Künstler der Renaissance, welche die MAK-Fassade des programmatischen Ringstraßenbaus (1868–1871) in Form von Reliefs und Namensplaketten in einem umlaufenden Fries zieren, waren die Vorbilder, die den Start der internationalen Reputation des Museums markierten. Die filmische Arbeit Das Band Vorbilder (2014) der Haneke-Schüler Pavel Cuzuioc und Michael Schindegger verweist am Ausstellungseingang auf diese Verbindung und Kontinuität.

Bild 'MAK Vor3'

Die Ausstellung Nachbilder im Kunstblättersaal dokumentiert anhand von Fotos die Entwicklung von historischen, dem Geiste des Museions verpflichteten Präsentationsformen, über szenografisches Ausstellungsdesign, bis hin zu, zeitgenössischen Raumkonzepten. Die ersten Sammlungsobjekte des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie waren Fotos und dreidimensionale Reproduktionen. Über ihren dokumentarischen Zweck hinaus dienten Fotografien der öffentlichen Präsentation der Exponate außerhalb der Museumsräume. Im Erscheinungszeitraum der illustrierten Museumszeitschriften Kunst und Kunsthandwerk (1897–1921) sowie Alte und moderne Kunst (1956– 1985) lässt sich die Geschichte des Ausstellungswesens des MAK nahezu vollständig verfolgen. Die Ära der Digitalfotografie eröffnete neue Dimensionen in der Dokumentation von Ausstellungs- und Rauminszenierung "Nachbilder" spannt einen Bogen von historischen Projekten, wie die Reihe der Winterausstellungen (um 1900) oder Rauminstallationen des Österreichischen Werkbundes der 1930er Jahre, bis zu Aufsehen erregenden Ausstellungskonzepten, wie sie etwa mit den MAK-Personalen über Chris Burden, James Turrell, Jenny Holzer oder Anish Kapoor realisiert wurden.