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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Technisches Museum Wien #

1140 Wien, Mariahilfer Straße 212 1140 Wien, Mariahilfer Straße 212


Das Technische Museum Wien
Foto: P. Diem

1908 war das 60-jährige Regierungsjubiläum Franz Josefs Anlass für die Gründung eines Technischen Museums für Industrie und Gewerbe. 1909 legte der Kaiser den Grundstein. Bis 1913 war der Bau fertig, der eine überbaute Fläche von 9.600 m² und eine Ausstellungsfläche von 15.600 m² aufwies. 1918 erfolgte die Eröffnung. Die Sammlung basierte auf dem National-Fabriksprodukten-Kabinett, dem Technischen Kabinett, der Modellensammlung und anderen Beständen, die 1842 zum Technologischen Kabinett vereinigt worden waren. 1992 wurde das Haus geschlossen, um bis 1997 saniert und umgebaut zu werden. Seit 1999 ist das Technische Museum (TMW) wieder geöffnet. Es verfügt nun über eine neue Eingangshalle mit Gruppenräumen und ein (2010 modernisiertes) Foyer. Im Norden wurden Werkstättentrakte und ein Tiefspeicher für Archiv und Bibliothek errichtet. Durch das Anheben der Kuppeln über der Ost- und der Westhalle konnten Galeriegeschoße eingezogen werden. Der Dachbodenausbau ermöglichte die Einrichtung der Büros, des Lesesaals und weiterer Restaurierwerkstätten. Die Gesamtfläche beträgt jetzt 36.000 m², die Ausstellungsfläche 22.000 m².

Ab 9. Juni 2016 rücken Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren ins Zentrum des Technischen Museums Wien. Der Titel der ersten der drei Themenausstellungen lautet Die Zukunft der Stadt. weiter_gedacht_. Sie legt den Fokus auf die moderne Stadt als Motor von Forschung, Innovation und Technologieentwicklung. Platz findet das Thema „urban future“ in einem neuen Einbau, der vom Architekturbüro „propeller z“ als flexibel bespielbarer Werkzeugkoffer konzipiert wurde. Auf 1.000 m² verbindet er die bestehenden Galerien des Museums und ermöglicht – mit den neugestalteten Ausstellungsbereichen urban mobility, urban energy und urban life – aktuelle inhaltliche Brücken zu den umliegenden Ausstellungen.

SAMMLUNGEN

Alltag und Umwelt

Dieser Sammlungsbereich entwickelte sich vor allem im 20. Jahrhundert. Er umfasst Objekte aus den Bereichen Bautechnik, Freizeit, Spiel und Sport, Haushaltstechnik, Haustechnik, Katastrophen- und Zivilschutz, Spiel- und Ausgabeautomaten, Umwelttechnik.

Energie & Bergbau
Bergbau und Hüttenwesen, Maschinenbau und Elektrotechnik zählten bei der Gründung des Museums Anfang des 20. Jahrhunderts zu den tragenden Säulen der Industrie. Die Großobjekte dieser Gruppen, wie Dampfmaschinen, Hämmer und Pressen, Turbinen und Generatoren, aber auch das Schaubergwerk, prägen das Profil der historischen Sammlungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein neuer Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit sind die erneuerbaren Energien.

Information & Kommunikation

Aus verschiedenen Beständen zusammengeführt, umfasst der Sammlungsbereich Information und Kommunikation heute die Sammlungsgruppen Radio und Fernsehen, Audio und Video, Satz und Druck, Fotografie und Film, Telekommunikation, Post, Büro sowie Datenverarbeitung. Auf diese Gruppen entfallen viele Objekttypen, die im Zuge der seit dem 19. Jahrhundert rapide anwachsenden Konsumgüterindustrie produziert wurden.

Produktionstechnik

Der Bereich umfasst die handwerkliche und industrielle Produktionstechnik mit Land- und Forstwirtschaft, Holz- und Metallbearbeitung, Textilherstellung, Erzeugung von Nahrungs- und Genussmitteln, Glas-, Keramik- und Chemieindustrie sowie mit der Papierindustrie. Mit rund der Hälfte aller Objekte und einer Reihe historischer Sondersammlungen prägt er das Profil des Museums in hohem Maß. In Zukunft wird sich der Bereich vermehrt der Dokumentation neuer Werkstoffe widmen.

Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen & Musik

Die sogenannten „Grundwissenschaften der Technik“ bildeten seit der Gründung des Museums das Fundament der Sammlungen. Das lange vorherrschende Bild der Technik als angewandte Naturwissenschaft ist einer komplexeren Vorstellung der Technikentstehung und -anwendung gewichen. Astronomie, Physik und Chemie helfen uns, den Aufbau der Welt im Makro- und Mikrokosmos zu verstehen. Der Sammlungsbereich verwaltet auch die Gruppen Musikinstrumente und Medizintechnik.

Verkehr

Der Bereich umfasst den Schienen- und Straßenverkehr, die Luft- und die Schifffahrt sowie die Infrastrukturgruppe "Brücken und Tunnel". Zu der Sammlung Eisenbahn zählen die ältesten Lokomotiven außerhalb von Großbritannien. Zu den Highlights gehören auch die frühen Automobile, das geschnittene Flugzeug De Havilland DH 104 „Dove“ (1957), die Modelle zur Österreichischen Lloyd und zur Ruder- und Kraftschifffahrt auf der Donau. Die Sammlung Verkehr hat ihren Schwerpunkt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und konzentriert sich auf Österreich.

Ab Dezember 2014 präsentiert sich der Ausstellungsbereich "Mobilität" in neuer Gestaltung. Die 3000 m² umfassende Dauerausstellung "Von A nach B" auf Ebene 3 zeigt Highlightobjekte - wie die Pferdeeisenbahn "Hannibal", den berühmten Lilienthalgleiter, das Lohner-Porsche-Elektromobil oder den legendären Mercedes-Rennwagen "Silberpfeil". Dazu bringen viele neue Exponate Gegenwart und Zukunftsaspekte ins Museum, etwa Fahrzeuge mit neuen Antriebsarten. Die neue Dauerstellung umfasst 550 Objekte, 360 Bilder, 65 Film- und Audiomedien, sowie Grafiken und Texte. Schwerpunkte sind u. a. "Von der Mühsal der Fortbewegung" anhand der historischen Schiffszüge auf der Donau, Verkehrsinfrastrukturen, "Die Träume der Pioniere und die Herausforderungen der Gegenwart" und Mobilitätsgeschichte. Gleichzeitig wurde die Mitmachausstellung "In Bewegung" eingerichtet, die Kinder und Jugendliche mit 30 interaktiven Stationen zum Ausprobieren und Entdecken einlädt.

FORSCHUNG

Archiv

Das Archiv des Technischen Museums verwahrt neben den klassischen Aktenbeständen zur Museumsgeschichte Autografen, Nachlässe, biografische Unterlagen und Porträts zu Erfindern und Technikern. Außerdem umfasst es Sammlungen von technischen Zeichnungen, Plänen, Fotografien, Grafiken, Gemälden und Quellen zu Firmengeschichten. Außerdem umfasst es die historischen Archive des ehemaligen Österreichischen Post- und Telegraphenmuseums, des Österreichischen Eisenbahnmuseums sowie des Elektropathologischen Museums.

Bibliothek

Die Fachbibliothek umfasst rund 110.000 Bände, darunter 1.700 Zeitschriften an, von denen 110 im Lesesaal aufliegen. Zu den Beständen zählen die Bibliotheken des ehemaligen Eisenbahnmuseums, des ehemaligen Post- und Telegraphenmuseums, des Elektropathologischen Museums und des Hörbiger-Instituts (Welteislehre)

Datenbanken zu Kraftfahrzeugen in Österreich in den 1930er und 1940er Jahren

Basis für diese Datenbank bilden Kraftfahrzeugverzeichnisse, die von den Automobilklubs der Bundesländer vor 1938 regelmäßig veröffentlicht wurden und umfassende Angaben zu den Kraftfahrzeugen und deren EigentümerInnen enthalten. Ergänzt wird die Datenbank durch Symbolfotos der unterschiedlichen Fahrzeugtypen, aber auch durch historische Originalaufnahmen. Sie umfasst derzeit rund 69.000 KFZ. Die Datenbank "NS-KFZ-Raub" erfasst die vom NS-Regime in Österreich entzogenen Kraftfahrzeuge, das waren ca. 20 % der damals in Wien gemeldeten Personenwagen.

Österreichische Mediathek

Die 1960 gegründete Österreichische Mediathek fungiert als nationale Sammelstelle für Tonaufnahmen und Videos. Seit 2001 ist sie eine Abteilung des Technischen Museums Wien. Sie hat die Aufgabe, sowohl unveröffentlichte Tonaufnahmen und Videos (Unikate) als auch veröffentlichte Medien (Schellacks, Langspielplatten, CDs, Audio- und Videokassetten, DVDs etc.) zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies geschieht u.a. durch multimediale Webausstellungen zu Schwerpunktthemen.

Bildergalerie (mit Klick vergrößern) © P. Diem

Etrichtaube - Foto: P. Diem


Etrichtaube - Foto: P. Diem

Satellit- Foto: P. Diem

Lokomotive - Foto: P. Diem

Draisine - Foto: P. Diem

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