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Symphonie Nr. 6, F-Dur, op. 68, "Pastorale"
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Ludwig van Beethoven

Aufführungsdauer: ca. 40 Minuten
Entstehungszeit: In der Zeit von 1807 bis Sommer 1808 entstanden.
Uraufführung: 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien.
Widmungsträger: Fürst Franz Joseph von Lobkowitz und Graf Andreas Kyrillowitsch von Rasumovsky.
Orchester: 2 Flöten, 1 Piccoloflöte, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 2 Posaunen, Pauken, Streicher.

Anlass zum Werk

Der Anlass liegt in Beethovens Naturliebe, verbrachte er doch seine sommerlichen Urlaube stets außerhalb von Wien am Lande.

Entstehungsort

Sie ist in Nußdorf und Grinzing, vormals Vororte von Wien, heute Wien XIX., entstanden. Zwischen beiden Ortschaften fließt der der "Schreiberbach", jener Bach, der die Anregung zum zweiten Satz der Symphonie, gab. 1823, anlässlich eines Spazierganges Beethovens und Anton Schindlers (siehe "Österreich-Lexikon"), sagte Beethoven: "Hier habe ich die Szene am Bach geschrieben, und die Goldammern da oben, die Wachteln, Nachtigallen und Kuckucke ringsum haben mitkomponiert". Heute erinnert eine Büste Beethovens am Schreiberbach an seine Kompositionstätigkeit, an seine musikalische Liebeserklärung an die Natur.

Uraufführung

Diese erfolgte unter der Leitung Beethovens am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien, jenes Konzert von 4 Stunden Dauer in dem auch seine 5. Symphonie zum ersten Mal zur Aufführung kam.

Das Vorbild der Pastoral-Symphonie

Justin Heinrich Knecht (1752 - 1817), Musikdirektor in Biberach in Würtemberg, bekannt als Organist und Verfasser musikpädagogischer und musiktheoretischer Werke. Er schrieb die Symphonie "Tongemälde der Natur" ("Le Portrait musical de la Nature"), die 1784 bei Boßler in Speyer erschien. In ihr gab er ausführliche Programmerläuterungen ("idyllische Landschaft - Gewitter - Danklied der Natur an den Schöpfer"). Da Beethoven seine ersten Sonaten in Speyer verlegte, kann berechtigerweise davon ausgegangen werden, dass er die Symphonie Knechts kannte und diese ihn zu seiner 6. Symphonie inspirierte. Knechts Symphonie bleibt im Beschreibenden stecken, während es Beethoven auch bei der realistischen Schilderung des Gewitters um den Ausdruck des Gefühls beim Aufruhr der Elemente ging. In der ersten Violinstimme steht von Beethovens Hand geschrieben: "Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey".

Bedeutung der Pastorale

Die Pastorale erschließt durch die neue Art der musikalischen Form und des Ausdrucks musikalisches Neuland. Sie ist die Basis der Programmusik des 19. Jahrhundert, auf die später die neue Musikgattung der Symphonischen Dichtung aufbaut. "Sinfonia caracteristica" und "Sinfonia pastorella" hieß die 6. Symphonie bei den ersten Skizzen, erst bei der Drucklegung nannte er sie "Sinfonie pastorale". Unter den Skizzen findet sich auch noch die Bemerkung: "Jede Mahlery, nachdem sie in der Instrumentalmusik zu weit getrieben, verliert". Daher die weitere Bemerkung: "Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey". Damit formuliert Beethoven seine künstlerische Absicht: die Wirkung der tonmalerischen Komponenten erschöpfen sich nicht in der Nachahmung der Natur, sondern sie vermitteln den Ausdruck seelischer Empfindungen, wie dies in den Satzüberschriften niedergeschrieben ist.

Sätze:

1. Satz: Allegro ma non troppo (Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande)
2. Satz: Andante molto mosso (Szene am Bach)
3. Satz: Allegro (Lustiges Zusammensein der Landleute)
4. Satz: Allegro (Gewitter und Sturm)
5. Satz: Allegretto (Hirtengesang - Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm)


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