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Brahms: Symphonie Nr. 2, 2. Satz
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Ein etwas schwierig zu erfassender Satz ist dieses langsame Musikstück - es gibt nur wenig ausgeprägte Melodien - die thematische Arbeit im traditionellen Sinn ist nur wenig vorhanden. Was hier passiert, ist "musikalische Prosa" - dies ein Terminus von Arnold Schönberg für jene Brahms-Themen, die nicht den symmetrischen Mustern entsprechen.


Das Hauptthema, bestehend aus zwölf Takten, birgt mehrere Motive in sich, eines folgt auf das andere ohne die üblichen Ausarbeitungen und Wiederholungen. Die Grundhaltung des Satzes ist trotz der hellen Tonart H-Dur, ernst. Flöte und Violine übernehmen vier Takte des Hauptthemas von den Violincelli. Die aufsteigende Quart aus dem 3. Takt wird zu einer Motivneubildung im Horn verwendet. Eine weitere Motivauswertung, bestehend aus dem 3. Takt des Hauptthemas, bereitet den Boden für einen freundlich-innigen Mittelteil.


Im Teil B erscheint ein graziös wirkendes, synkopiert aufgebautes Thema in den Holzbläsern.


Im Zwischensatz wird die Stimmung dramatischer. Das Thema wird von verschiedenen Instrumentalgruppen gespielt, zuerst erklingt es in den Streichern, dann in den Bläsern. Teil A1 baut auf das Hauptthema auf, welches auch in variierter Form Verwendung findet. Vorgestellt wird es in den Oboen, thematisch aufgenommen von den Bläsern, und dann in den Violinen variiert.


Die kurze Coda bringt noch einmal das Hauptthema in verkürzter Form.

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