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Brucknersche Kompositionscharakteristika

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Völlig neu ist seine Behandlungsweise der zweiten und dritten Themengruppe. Die zweite Themengruppe, das sogenannte Gesangsthema, ist bei Bruckner meist in ein reiches Gewebe kontrapunktischer Vielstimmigkeit eingekleidet. Einflüsse der polyphonen Orgelmusik sind hier unverkennbar. Die dritte Themengruppe betont, als Kontrast zur zweiten Themengruppe, das rhythmische Element. Um noch wirkungsvoller zu sein, benützt Bruckner hier gerne das Unisono.

In der Durchführung verwendet Bruckner alle Künste der thematischen Arbeit: neben harmonischen und instrumentationstechnischen Steigerungen verwendet er die Mittel der kontrapunktischen Möglichkeiten: Vergrößerung, Verkleinerung, Umkehrung und Kombinierung mehrerer Themen. Reprise: das wiedereinsetzende Hauptthema ist oft reicher ausgestattet, ansonsten läuft die Reprise den Regeln entsprechend ab.

Coda: durch die Betonung des Codagedankens (Finalidee!) ist eine Schwerpunktverlagerung in der Sonatenhauptsatzform gegeben. Die Durchführung ist nicht so sehr Kampfplatz (thematische Verarbeitung im Sinne Beethovens!), sondern bringt weiteres symphonisches Wachstum. Der Höhepunkt der Symphonie wird aus der Durchführung in die Coda verlagert.

2. Satz: Bruckner ist der Schöpfer der weihevollsten Adagi (besonders in der 7. und 8. Symphonie). Die Gott erkennende Seele des Mystikers wird ausgebreitet. Bruckners Symphonien sind "Messen ohne Worte" - der Ansatzpunkt zu diesen Gedanken liegt in den zweiten Sätzen.

3. Satz: hier sind Anklänge an die Ländler, "G'strampften" und Jodler seiner oberösterreichischen Heimat zu verzeichnen.

Einflüsse
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