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Jupiter-Symphonie: 1. Satz (Adagio-Allegro)

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Formschema1. Satz --> Bild
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Er ist in Sonatenhauptsatzform gestaltet worden. Mozart formt ihn aus drei Themen: Hauptthema in C - Dur, Seitenthema und Schlussgruppenthema in G - Dur. Die Durchführung verarbeitet anfangs das Thema der Schlussgruppe und anschließend das Hauptthema.

Das Hauptthema in C-Dur des ersten Satzes erklingt in den ersten Violinen. Es ist ein Thema, das auf engstem Raum 2 entgegengesetzte Haltungen repräsentiert. Im 1. Takt erklingt in allen Instrumenten der Ton C, einstimmig, kräftig, fest und unerbittlich, dem sich im 3. Takt eine Streicherfigur anschließt, die als weich und fragend zu bezeichnen ist. In diesem Thema gelingt es Mozart auf kleinstem Raum Gegensätze zu vereinen. (Diese Fähigkeit ist auch der Grund, dass Goethe etwa meint, Mozart hätte seinen "Faust" vertonen müssen, weil Mozart imstande gewesen wäre, in kürzester Zeit gegensätzliche Gefühle zu einer musikalischen Einheit zu verbinden.)

Im 1. Zwischensatz, dem Formteil zwischen Haupt- und Seitenthema, wird dem Hauptthema eine Gegenstimme in der Flöte und ersten Oboe gegenübergestellt. Auf einem Orgelpunkt G sequenziert Mozart den 3. und 4. Takt des Hauptthemas. Sequenzierung heißt hier, dass eine Wiederholung des Motivs auf höherer Tonstufe erfolgt. Orgelpunkt heißt, dass über mehrere Takte ein Ton in der Bassstimme ausgehalten wird.

Das Seitenthema steht, genau der Regel der Sonatenhauptsatzform entsprechend, auf der 5. Stufe von C-Dur, in G-Dur. Es ist ein anmutiges Thema, reizend in seiner Schwärmerei und Innigkeit. Der erste Takt mit seinem chromatischen Sekundschritt wird, noch während das Thema erklingt, in den Stimmen von Viola, Cello und Kontrabass imitiert.

Die Exposition, die Themenaufstellung, schließt auf der Dominanttonart in G-Dur. Das Ende einer Exposition, insbesondere in der klassischen Musikepoche, ist leicht durch das Wiederholungszeichen erkennbar. Die Wiederholung der Exposition dient dazu, dass sich der Hörer die vorgestellten Themen durch ein zweimaliges Hören genauer einprägen kann.

Wie bei Mozart so oft vorkommend, knüpft er in der Durchführung an das zuletzt gespielte Thema in der Schlussgruppe an. Innerhalb von 2 Takten moduliert Mozart von G-Dur nach Es-Dur, um eine neue Klangfarbe zu gewinnen.

Aus der Schlussgruppe entwickelt sich ein Takt in Achtelbewegung, der, vorerst imitierend zwischen Violinen und Viola, Cello und Kontrabassstimme, gespielt wird. Durch Motivabspaltung wird dieses Geschehen in seiner Wirkung noch verstärkt.

Die Reprise, also die Wiederaufnahme der Themen aus der Exposition, entspricht genau den Regeln der Sonatenhauptsatzform. Sämtliche Themen werden in der Grundtonart C-Dur gespielt.

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