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Krebszellen mit Farbe besiegen#

ForscherInnen legen Grundstein für neue verbesserte Wirksamkeit von Antitumormitteln#

Dem Team um Juan J. Nogueira, Markus Oppel und Leticia González ist es gelungen, den Mechanismus der Singlettsauerstofferzeugung von Methylenblau, eingebettet in den DNA-Strang, aufzuklären. Dadurch lassen sich Hinweise ziehen, wie das Medikament durch gezielte Modifikation in seiner Wirksamkeit im Rahmen der Photodynamischen Therapie verbessert werden kann.
Mechanismus der Singlettsauerstofferzeugung von Methylenblau, eingebettet in den DNA-Strang
© Uni Wien

Photodynamische Therapien haben sich als wirksame Alternative zur konventionellen Entfernung von Tumoren bewährt. In einer aktuellen Forschungsarbeit ist es einem internationalen Team um Juan J. Nogueira, Markus Oppel und Leticia González vom Institut für Theoretische Chemie der Universität Wien gelungen, die Anlagerung von Methylenblau, eine der gängigsten Substanzen der Photodynamischen Therapie, an die DNA von Krebszellen zu simulieren. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können dabei helfen, die Wirksamkeit des Stoffes zu erhöhen und damit den Heilungserfolg zu optimieren. Die Ergebnisse der Studie erscheinen aktuell in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie".

Die Photodynamische Therapie ist ein neues Verfahren zur Behandlung von Krebs und mikrobiellen Infektionen, das vorwiegend in der Dermatologie, aber auch in der Onkologie und Augenheilkunde Anwendung findet. Dabei wird dem Patienten eine durch Licht aktivierbare Substanz verabreicht, die sich in den Tumorzellen bzw. in den Mikroorganismen anreichert. Durch anschließende Bestrahlung werden toxische Substanzen, insbesondere Sauerstoffradikale, erzeugt, die Krebszellen oder Mikroorganismen abtöten und damit den Tumor vernichten. Der wesentliche Vorteil an dieser Behandlungsmethode liegt darin, dass keine weiträumige Entfernung von gesundem, nicht vom Tumor befallenem Gewebe von Nöten ist.