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Neuer Einblick #

in die Komplexität der Genregulation#

Genome-Research
Genome-Research
© BOKU

ForscherInnen an den Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien sowie an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) sind auf einen völlig neuen Aspekt der Genregulation gestoßen, den sie Exitron-Spleißen nennen.

Ihre Erkenntnisse, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Genome Research publiziert wurden, sind wichtig zur Erklärung der Komplexität der Genregulation und ihrer Anpassung auf Signale der Entwicklung und der Umwelt. Sie helfen, die evolutionäre Anpassung der Genregulation zu untersuchen und liefern wichtige Daten für die Entwicklung von Biomarkern und therapeutischen Angriffspunkten im Kampf gegen Krebs.

Alternatives Spleißen ist ein wesentlicher Schritt bei der Kontrolle der Genexpression, der die Proteinvielfalt bei höheren Lebewesen gewährleistet. In vielen Genen unterbrechen Introns die Regionen, die für Produktion der Proteine notwendig sind (Exons). Während des alternativen Spleißvorgangs werden die Introns entfernt und die verbleibenden Exons in unterschiedlichen Kombinationen aneinandergefügt. Durch diesen Mechanismus kann die in Genen gespeicherte Information vielfältig “übersetzt” werden. Aus einem einzigen Gen können so zwei oder auch mehr Proteine entstehen. Etwa 95% der menschlichen Gene und 61% der Gene der in dieser Studie als Modellorganismus verwendeten Arabidopsis (Acker-Schmalwand, auch: Schotenkresse) werden alternativ gespleißt.