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Ressel-Preis 2015: Bessere Zahnfüllungen durch neue Polymere#

Der diesjährige Resselpreis geht an den Chemiker Christian Gorsche. Er entwickelte in seiner Dissertation neue Polymere für stabilere Zahnfüllungen.#

Resselpreisträger Christian Gorsche
Resselpreisträger Christian Gorsche
© TU Wien

Man kennt solche Materialien vom Zahnarzt: Eine zahnfarbene Kunststoff-Paste wird in den angebohrten Zahn gefüllt und dann mit Licht bestrahlt, um die Masse rasch auszuhärten. Bisher verwendete Zahnersatz-Materialien auf Kunststoffbasis sind allerdings recht spröde, ihre Langzeithaltbarkeit ist beschränkt. Christian Gorsche gehört zum Forschungsteam am Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien, das gemeinsam mit der Dental-Firma Ivoclar Vivadent AG in Schaan (Liechtenstein) an Komponenten für bessere Zahnersatz-Materialien forscht. In seiner Dissertation konnte er wichtigen Beitrag zu Verbesserungen erreichen, dafür erhält er nun den Resselpreis der TU Wien.

Licht löst Kettenreaktion aus#

Wenn Materialien gezielt mit Hilfe von Licht ausgehärtet werden, läuft eine chemische Kettenreaktion ab. Ein Molekül, der sogenannte Photoinitiator, absorbiert das eingestrahlte Licht und wird dadurch gespalten. Dabei bildet sich ein Radikal, und das setzt eine Kaskade in Gang, bei der sich innerhalb von Sekunden immer mehr Molekülbausteine zu einer Kette zusammenfügen. Diese kettenartigen Polymere verbinden sich auch untereinander, bilden ein Netzwerk und bringen das Material nach kurzer Zeit zum Erstarren.

„Die Härte dieser Materialien ist meist recht hoch, aber das genügt noch nicht“, sagt Christian Gorsche. „Auch Glas ist sehr hart, ist aber nicht besonders stabil. Zusätzlich zur Härte wollen wir eine hohe Schlagzähigkeit erreichen, das Material soll auch bei starker Belastung nicht brechen.“