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Von Bischkek nach Graz#

Gulmiza Seitalieva erforscht die Rolle der Frauenrechte im Islam#

Gulmiza Seitalieva wird bis März 2016 Gastforscherin an der Uni Graz sein.
Gulmiza Seitalieva wird bis März 2016 Gastforscherin an der Uni Graz sein.
Foto: Uni Graz/Kastrun.

"Der Isam ist ein sehr wichtiger Bestandteil der nationalen Identität in Kirgistan, da er in der Geschichte des Landes tief verwurzelt ist. Heute ist er aber auch ein Grund, weshalb Frauenrechte dort verletzt werden." Hier in Graz möchte ich die Antworten auf folgende Fragen finden: Wie beeinflusst Religion Frauenrechte im Allgemeinen? Und wie können Frauenrechte in islamischen Gesellschaften gesichert werden?", erklärt Gulmiza Seitalieva, PhD. Die Absolventin der Philosophie an der Moscow State University wird insgesamt sechs Monate lang, bis März 2016, an der Karl-Franzens-Universität am Institut der Sprecherin des Clusters Gender des Forschungsschwerpunkts „Heterogenität und Kohäsion“ tätig sein. Ihr Aufenthalt findet im Rahmen des Erasmus Mundus SILKROUTE-Programms, das die Mobilität zwischen Zentralasien und Europa fördert, statt.

Seitalieva wuchs in einer kleinen Gemeinde in Kirgistan auf. Da sie unbedingt eine Hochschul-Ausbildung absolvieren wollte, ging sie nach Moskau und studierte dort Philosophie. Ihre Masterarbeit schrieb sie 1987 über den kritischen Rationalismus von Sir Karl Popper. Ihre Doktorarbeit verfasste Seitalieva, deren Schwerpunkt auf Europäischer Philosophie liegt, zur Strukturanalyse von Texten des deutschen Literaturwissenschafters Erich Auerbach. Mitte der 1990er Jahre kehrte sie nach Kirgistan zurück, und zwar an die Universität der Hauptstadt Bischkek, wo sie seitdem – alternierende mit zahlreichen Auslandsaufenthalten an renommierten Universitäten, wie zum Beispiel der Universität Aarhus in Dänemark oder der Emory University in Georgia/USA, – lehrt und forscht.