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Von schöngeredeten Bilanzen und finanziellen Risiken#

Symbolbild Finanzen/Geld
Mit Hilfe einer innovativen Idee macht Mathias Beiglböck das Gesamtrisiko im Finanzsektor berechenbar.
© Andreas Hermsdorf/Pixelio

War die globale Banken- und Finanzkrise vorhersehbar? Mit dem neuen mathematischen Ansatz des Wahrscheinlichkeitstheoretikers Mathias Beiglböck von der Universität Wien, START-Preisträger 2014, könnten in Zukunft extreme Ereignisse in der Finanzwelt mathematisch berechenbar sein.

"Die Finanzmathematik macht eigentlich nur einen kleinen Teil meiner Forschung aus", betont Mathias Beiglböck, der u.a. auch zur Wahrscheinlichkeitstheorie und der Stochastischen Analysis forscht. "Aber es ist sicherlich der Teil, der in der Öffentlichkeit am stärksten wahrgenommen wird, weil er einfach der greifbarste ist und eine große gesellschaftliche Relevanz hat."

Spätestens seit der letzten Krise steht das neoliberale Finanzsystem unter starkem Beschuss. Internationale ÖkonomInnen und FinanzexpertInnen streiten darüber, wie der richtige Weg zur Reformierung des Finanzsystems aussehen könnte. "Kritisiert werden unter anderem die Derivate. Das sind künstliche Finanzinstrumente, die von traditionellen Anlageformen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen abgeleitet sind. Diese werden in einem extremen Umfang gehandelt und tragen daher zu den großen Finanzkatastrophen bei", erklärt der Mathematiker von der Universität Wien: "Sogar der US-amerikanische Großinvestor Warren Buffett bezeichnete Derivate als 'finanzielle Massenvernichtungswaffen'."