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Warum "Spatzenhirn" auf Vögel nicht zutrifft#

Vögel bringen mehr Neuronen in kleineren Gehirnen unter#

Keas sind ungewöhnlich intelligente Papageienvögel
Keas etwa sind ungewöhnlich intelligente Papageienvögel – sie lieferten überzeugende Beweise für die Beherrschung technischer und physikalischer Grundregeln.
Foto: Jared Kelly, flickr.com, unter CC BY-NC-ND 2.0

Als "Spatzenhirn" bezeichnet zu werden, sollte man künftig als Kompliment gelten lassen: Ein internationales Team von Kognitionsbiologen um Tecumseh Fitch von der Universität Wien hat herausgefunden, dass Vögel trotz ihres kleinen Gehirns relativ gesehen signifikant mehr Neuronen aufweisen als jene von Säugetieren. Mehr Neuronen bedeuten auch mehr Gehirnleistung, was insbesondere bei Raben und Papageien, die für ihre Klugheit bekannt sind, überproportional ausgeprägt ist. Ihre Ergebnisse publizieren die ForscherInnen aktuell in der renommierten Fachzeitschrift PNAS.

Dass Vögel kluge Tiere sind, haben ForscherInnen in den letzten Jahren immer wieder bewiesen: Raben und Häher wissen, wenn sie jemand beim Verstecken von Futter beobachtet hat, und suchen ein neues Versteck, wenn der Beobachter weg ist; Elstern erkennen ihr eigenes Spiegelbild, und Neukaledonische Krähen stellen komplizierte Werkzeuge her und verwenden sie. Papageien sind neben Menschen die einzigen, die ohne Training zu einem Takt tanzen können, einige trommeln sogar mit Stöcken auf Bäume. Graupapageien können hunderte Wörter erlernen und sie sinnvoll einsetzen: Aber wie können Vögel solche geistigen Meisterleistungen mit einem vergleichsweise kleinen Gehirn vollbringen?