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Warum die Solidarität in der EU immer stärker bröckelt#

Wolfgang Aschauer
Wolfgang Aschauer

Es ist eine ständige Steigerung an Krisen, mit denen die Europäische Union zunehmend überfordert ist: Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise vergrößert nun die Flüchtlingssituation die Solidaritätsbrüche in der EU. Europa steht insgesamt vor einer großen Bewährungsprobe. Die aktuellen Krisenzustände der EU und die gesellschaftlichen Folgen sind das Forschungsfeld des Salzburger Soziologen Wolfgang Aschauer.

Kaum ein Wort wird in der aktuellen Flüchtlingskrise stärker strapaziert als „Solidarität“. Was wie eine Floskel klingt, ist jedoch in den EU Verträgen juristisch verankert. Fakt ist, dass die Solidarität als Gradmesser des sozialen Zusammenhalts und des Bewusstseins von Zusammengehörigkeit zwischen EU-Staaten immer stärker bröckelt, so Wolfgang Aschauer, Assoziierter Professor am Fachbereich Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Salzburg. „Das vorherrschende Klima der Verunsicherung bewirkt eine verstärkte Sehnsucht nach nationaler Abgrenzung; die eigenen Errungenschaften sollen zu ungunsten eines europäischen Gemeinwohls abgesichert werden“.