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Sklaven, Piraten, Touristen: Weltmeere als Schauplätze kultureller Begegnungen#

Interdisziplinäre Konferenz zu maritimen Mobilitäten#

Mehr als dreißig internationale WissenschafterInnen beleuchten die facettenreiche Welt maritimer Mobilitäten an der Universität Wien
Mehr als dreißig internationale WissenschafterInnen beleuchten die facettenreiche Welt maritimer Mobilitäten an der Universität Wien
© Dennis Jarvis, flickr.com, https://goo.gl/V1ge4N).

Seit der Neuzeit haben maritime Mobilitäten – von den Konquistadoren bis zu den aktuellen Flüchtlingsströmen über das Mittelmeer – die globale Entwicklung mitbestimmt. Im Rahmen der interdisziplinären Konferenz "Maritime Mobilities: Critical Perspectives from the Humanities" am 1. und 2. Februar 2016 diskutieren ExpertInnen diese Praktiken und Diskurse aus kultur-, literatur- und geschichtswissenschaftlicher Sicht. Den Eröffnungsvortrag hält Gesa Mackenthun von der Universität Rostock.

Maritime Mobilitäten – wie Millionen von versklavten und verschifften Menschen aus Afrika eindrucksvoll belegen – bestimmen die Entwicklung des globalen Kapitalismus und (post)kolonialer Beziehungen. Auch heute sind die Weltmeere Schauplätze globaler Ungleichheiten und Machtbeziehungen, vom so genannten "Massengrab Mittelmeer", in dem jährlich tausende Menschen auf der Flucht nach Europa untergehen, über die Verschmutzung und Überfischung der Ozeane bis hin zu den Luxuskreuzfahrtschiffen, auf denen ArbeitsmigrantInnen reichen TouristInnen gegenüber stehen. Flüchtlinge und Schlepper, ÖkoaktivistInnen und industrielle Schifffahrt, somalische Piraten, Grenzschützer und Wasserrettung treffen aufeinander und erzeugen durch mediale Diskurse ein Feld konfligierender Praktiken von Mobilität.