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Zeig mir, wie du spielst und ich sage dir, wer du bist#

Werkzeuggebrauchende Papageien und Krähen spielen ähnlich mit Objekten wie Kleinkinder#

Collage spielender Papagei und Krähe
Collage spielender Papagei und Krähe
© Alice Auersperg und Auguste von Bayern

Die Art, wie Spielzeuge gehandhabt und miteinander kombiniert werden, sagt einiges über die kognitiven Eigenschaften des Spielers aus. Spielkombinationen – wie zum Beispiel ein Spielzeug auf ein anderes zu türmen – sind Vorstufen technisch komplexer Verhaltensweisen, wie sie auch beim Werkzeuggebrauch vorkommen. Ein internationales ForscherInnenteam um Alice Auersperg vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien gab Papageien- und Krähenarten "Spielsachen" und fand heraus, dass die Vögel bereitwillig Objekte in komplexe räumliche Zusammenhänge brachten: Verhaltensweisen, die nur bei wenigen Arten von Primaten vorkommen.

Wenn Tiere mit nichtessbaren Objekten spielen, kann dies ein Vorläufer für funktionales Verhalten sowie Werkzeuggebrauch und andere zielgerichtete Objektmanipulation sein. Daher erwarten sich WissenschafterInnen von Tieren mit hoher technischer Intelligenz, dass diese auch dann intensiv mit unbelebten Objekten spielen, wenn kein unmittelbares Ziel verfolgt wird. Bei Tieren, aber auch bei Kindern, sind kombinierende Objekthandlungen daher besonders informativ: Kinder beginnen im Alter von etwa acht Monaten, zwei Objekte zusammenzuschlagen; mit zehn Monaten kombinieren sie Objekte mit anderen Elementen ihrer Umgebung und stecken beispielsweise Objekte in Öffnungen oder Ringe auf einen Pol. Erst nach dem zweiten Lebensjahr fangen sie an, Gegenstände als Werkzeuge zu benutzen, um an ein begehrtes Ziel zu kommen. Bei Tieren wurde dies bisher hauptsächlich an Primaten getestet. Dort sind spielerische Objektkombinationen und in der Folge innovativer Werkzeuggebrauch größtenteils auf Kapuzineraffen und große Menschenaffen beschränkt.