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Wirbeltiere bekommen teilweise neue Evolutionsgeschichte#

Kieferzähne und Schuppen von Wirbeltieren haben unterschiedlichen Ursprung#

Heute lebender Zwergsägerochen Pristis clavata
Heute lebender Zwergsägerochen Pristis clavata
© Barbara Würinger

Aktuelle Forschungsergebnisse der PaläontologInnen Jürgen Kriwet und Cathrin Pfaff von der Universität Wien bringen eine klassische Evolutionstheorie der Wirbeltiere ins Wanken: Die Kieferzähne von Haien und Rochen sollen demnach nicht direkt von den äußeren Körperschuppen abstammen. Die Studie wird aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

Intensive Forschungsarbeiten an einem fossilen Rochen haben gezeigt, dass die schuppenartigen "Sägezähne" und Kieferzähne unterschiedlich gebildet werden und somit keinen gemeinsamen Ursprung haben können.

Die beteiligten WissenschafterInnen vom Natural History Museum London, dem King’s College London, der Birbeck University of London, der Universität von Sheffield und der Universität Wien haben Mikro-CT und moderne Bildanalysetechniken verwendet, um gut erhaltene Reste des fossilen Rochens Schizorhiza stromeri erstmals im Detail zu untersuchen. Diese entstammen der Oberkreide Marokkos. Der ausgestorbene Rochen zeichnet sich dadurch aus, dass er über eine nahezu identische Bildung der Kieferzähne und über ein verlängertes knorpeliges Rostrum mit schuppenartigen Gebilden, sozusagen "Sägezähnen", verfügt, die dem heutigen Sägehai ähnlich sind. Die Untersuchungen ergaben, dass große Unterschiede zwischen der Organisation und der Struktur der "Sägezähne" und Kieferzähne bestehen.