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Haushamerfeld#

© Gemeinde Frankenburg

Das Haushamerfeld in Pfaffing, Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel, Oberösterreich, hat durch das "Frankenburger Würfelspiel" vom 15. Mai 1625 traurige Berühmtheit erlangt. Es steht im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), der Gegenreformation und den Bauernkriegen. Im Jahr 1620 verpfändete Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) an den bayerischen Herzog Maximilian I. (1573-1651), einen Katholiken. Sein Statthalter, der steirische Adam Graf Herberstorff, sollte als Mitglied der "Reformationskommission" die evangelisch gewordene Pfarre Frankenburg wieder katholisch machen. Seine Abgesandten und der katholische Priester wurden von den Untertanen vertrieben und flüchteten in das Schloss, das die Bauern drei Tage lang belagerten. Am nächsten Tag erschien Herberstorff mit 1200 Soldaten, drei Kanonen, dem für die Strafvollstreckung zuständigen Militärbeamten und einem Henker. Alle Untertanen der betroffenen Orte (Vöcklamarkt, Frankenburg, Pöndorf, Neukirchen und Gampern) mussten sich auf dem Haushamer Feld versammeln. Obwohl er ihnen Gnade versprochen hatte, ließ Herberstorff 17 Gemeindevertreter hinrichten. Zuvor mussten sie um ihr Leben würfeln. Einige wurden vor den Augen der rund 5000 Anwesenden sofort exekutiert.

Das harte und zynische Vorgehen verstärkte den Hass der Untertanen, die ein Jahr später die oberösterreichischen Bauernkriege begannen - ein Sammelbegriff für eine Reihe von Bürgerkriegen und Aufständen in verschiedenen Ländern, vom ausgehenden 15. bis ins 17. Jahrhundert. Die anno 1525 in Deutschland formulierten Zwölf Artikel von Memmingen gelten als die erste Menschenrechtserklärung der Welt. Die Aufstände wurden überall niedergeschlagen.

Am Haushamerfeld erinnert ein steinernes Mahnmal an das Frankenburger Würfelspiel. Zum Gedenken führen 400 Laiendarsteller in der größten Natur-Freilichtbühne Europas, Leitrachstätten, (seit 1925 in zweijährigen Abständen) ein Theaterstück auf. Das Amphitheater bietet 3000 Zuschauern Platz. 370 Jahre nach dem historischen Ereignis - wurde ein 10 km langer Wanderweg angelegt, der in 18 Schautafeln Einblick in die damalige Lebenssituation der Bauern und in die Entwicklung der Landwirtschaft gibt.

hmw

Quellen:
Johannes Sachslehner: Schicksalsorte Österreichs. Wien, Graz, Klagenfurt 2009
Frankenburg
Oberösterreichischer Bauernkrieg