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Der "Unvollendete" - Tragik und Schicksal des Österreichers#

Ist es wirklich ein besonderes Kennzeichen Österreichs, ja geradezu ein Symbol dieses Landes, dass so viele Talente unerkannt und so viele Projekte unvollendet geblieben sind?

Der österreichische Schriftsteller und Verleger Willy Lorenz (1914-1995) meint in seinem 1979 erschienenen Bändchen A.E.I.O.U.:

"Es gibt eine tiefe Tragik des Österreichers. Sie besteht darin, daß er keinen Mut zu sich selbst hat, kein Vertrauen zu seinen Fähigkeiten, und deshalb die Talente, die ihm verliehen wurden, nur mangelhaft und in geringem Maße auswertet. Oft müßte der Österreicher nur noch einen letzten, einen allerletzten kleinen Schritt tun, um sein Werk zu vollenden. Aber fast nie geht er diesen einen letzten Schritt. Auf den es fast immer ankommt. Und so bleibt er der vollendete Unvollendete."

Beipiele:

Josef Ressel - Erfinder der Schiffsschraube
Peter Mitterhofer- Erfinder der Schreibmaschine
Josef Madersperger - Erfinder der Nähmaschine

Franz Schubert - Symphonie Nr. 8, die "Unvollendete"
Josef Mohr und Franz Gruber - Stille Nacht
Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften

Der Stephansdom
Die Ringstraße
Die Neue Hofburg
Das Stift Klosterneuburg
Das Neugebäude