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Reichersberg - Schärding - Passau - Linz - Steyregg#

Sonntag 19. August 2012#


Bild '8-Etappe'
Bild '8-Etappe1'
Bild '8-Etappe2'
Bild '8-Etappe3'

Am Morgen läuft der Tacho anscheinend schneller. Es ist noch kühl. Obwohl ich heute am Morgen mein kurzärmeliges Jackerl wegließ und gleich mit dem Hemd fuhr.

Schärding war bald erreicht. Ich erinnerte mich, wie ich mit Hannelore hier fuhr und wie wir auch mit den Freunden hier waren um Helgas Geburtsstadt zu besichtigen. Ich fuhr in den Ort hinein. Bei der Orangerie, die jetzt eine Bar ist, hielt ich eine Joggerin auf und bat sie mich zu fotografieren. Diesmal mit dem Mobiltelefon.

Ich schickte dieses Bild dann nach Hause und vor allem an Helga.

Am Hauptplatz fuhr gerade ein Kutscher herunter. So ein Foto hat nicht einmal Helga. Es waren zwei hellbraune Haflinger. Sie waren nicht nebeneinander, sondern hintereinander eingespannt.

Durch das Tor zum Inn hinunter kam ich wieder auf den Radweg. Enten schwammen im Fluss.


Bild '8-Etappe4'


Ich kannte den Weg schon. Vorbei an einem schönen Schloss. Dann oben am Berg auf der deutschen Seite eine Burg. Eine Radfahrbrücke spannte sich hinüber. Neben dem Radweg die Bahn. Bald sah man die ersten Hochhäuser von Passau. Ich blieb am rechten Ufer, weil ich ab Passau am südseitigen Donauufer weiterfahren wollte. Es kam ein Fahrverbotsschild. Ich lasse mich durch solche Dinge nicht ablenken, ich werde schon irgendwie durchkommen und fuhr weiter. Nach zwei Kilometern war aber Ende. Eine neue Brücke wurde gebaut. Es stand erst die Schalung mit den Betoneisen, da konnte auch ich nicht drüber. Ich fuhr zurück und folgte brav dem Weg ins Stadtzentrum. Viele Radfahrer kamen mir entgegen. Sonntagsausflügler aus der Stadt. Alte, Junge und Kinder. Alle verließen die heiße Stadt. Bei der Brücke über den Inn unterhalb des Doms kreuzte ich wieder auf das Südufer. Der Inn ergoss sein Wasser in die Donau. Hier wirkte er noch grösser als die Donau.

Auf der Brücke verfing sich meine Fotoapparatetasche in den Speichen des Vorderrades. Zum Glück hatte ich den Fotoapparat selbst in der Hand, sonst wäre er jetzt kaputt.

Bild '8-Etappe5'

Ich machte Fotos von Passau und fuhr aus der Stadt hinaus. Nach einigen Kilometern kehrte ich in einem Tankstellengasthaus ein. Ich trank einen halben Liter gespritzten Apfelsaft und aß ein Eis. Es war wenige hundert Meter vor der österreichischen Grenze.

Nun war ich wieder in Österreich. Es war eine gute und richtige Wahl am Südufer zu fahren. Hier war es Großteils schattig. Ich kam zur Schlögener Schlinge. Hier windet sich die Donau durch die Berge. Oben mehrere Burgen. Sie kontrollierten den Verkehrsweg Donau. An manchen Stellen konnte man mit einem Holzboot auf die andere Uferseite übersetzen. Bis Passau bin ich zirka 40 Kilometer gefahren und bis zu meiner Mittagsrast wieder 40 Kilometer. Dazwischen legte ich mich einmal am Ufer ins Gras. Ich muss ja keine Rekorde aufstellen und aß in Ruhe einen Apfel. Hier musste ich oft auf der Straße fahren, die bergauf und bergab ging.

Bild '8-Etappe6'

Als ich die zweite 40-Kilometeretappe erreicht hatte gab es nur ein geschlossenes Gasthaus. Unwillig verwies man mich an den Nachbarn. Hier bestellte ich eine Pizza und trank einen Liter Obi gespritzt. Zwei Paare setzten sich zu mir an den Tisch. Sie waren aus der Türkei Eine türkische Reisegruppe. Sie hatten ein eigenes Schiff, auf dem sie wohnten und das immer auf sie wartete.

Leider hatte ich auch heute wieder Gegenwind. Am Nachmittag wurde er stärker. Bald war ich in Aschach. Die Gegend vorher wirkte wie ein Urlaubsland. Viele Motorboote. Wohnwagen und kleine Wochenendhäuser. Urlaub machende und entspannte Leute. Wohl aus den umliegenden Städten wie Passau und Linz.

Bild '8-Etappe7'

Nach Aschach ging der Weg endlos wirkend am Damm. Ich fand auch keinen Schatten. Erst in Ottensheim kam ich in einen Waldweg. Der war als "Fahr-verbot" ausgeschildert, aber ich fuhr trotzdem. Es war kühl. Der Boden war schlecht, aber ich fuhr eben langsam. Zwei Mountainbiker, die ich vorher fragte, ob man hier nach Linz komme verwiesen mich auf das Fahrverbotsschild. Dann sind sie mir aber nachgefahren und waren froh darüber. Auch hier immer wieder Badende. Die letzten Kilometer nach Linz hinein musste ich dann auf der Straße fahren, aber es ging flott.

Am Hauptplatz in Linz ließ ich mich fotografieren und ging dann in ein Mc Donalds, um meine Mails auszulesen. Ich rief auch Brigitte und Hermann an um sie zu treffen. Brigitte war begeistert, Hermann aber jammerte, dass sein Blutdruck so niedrig sei. Ich sagte, wenn ich ein Quartier gefunden habe, werde ich wieder anrufen.

Im McCafe trank ich einen Erdbeershake. Ausgezeichnet. Nachher noch ein Cola und dann fuhr ich am Nordufer aus der Stadt hinaus, am anderen Flussufer die Industrieanlagen der Chemie Linz und des Stahlwerks VOEST. Im Hafen lagen viele Schiffe. Erst nach 15 Kilometern dann ein Hinweisschild für ein Quartier. Ein Hotel in Steyregg. Ich verließ die Donau und fuhr durch die Au in die Stadt hinein. Das Hotel war gleich außerhalb. Ein moderner Bau. Ein Zweckbau und hier quartierte ich mich ein. Ich bin heute 150 Kilometer gefahren. Die Hitze - angeblich hatte es 37 Grad - verspürte ich erst in der Stadt und jetzt im Hotel.

Bild '8-Etappe8'

Vor dem Schlafengehen rief ich noch Hannelore an. Unter Tags bin ich "maulfaul". Ich bin das Reden nicht gewohnt.

Manche Kleidungsstücke sind vom Regen im Inntal immer noch nass. Die Funktionskleidung wasche ich jeden Tag und sie trocknet problemlos über Nacht.

Ein junger Mann und eine junge Frau managen dieses Hotel ganz alleine. Es ist einfach, aber funktionell. Es steht am Stadtrand von Steyregg. Es wird mit Zimmern ab 23 Euro pro Nacht beworben. Die Beiden laufen durch die Anlage. Sie ist Rezeptionistin und Köchin. Als ich eincheckte funktionierte ihr Computer nicht. Sie sprach sehr witzig mit ihm. "Heute magst du mich wieder nicht. Immer wenn ich viel zu tun habe legst du dich quer." Letztendlich erfasste sie mich in ihrem Kastl und händigte mir den Zimmerschlüssel aus. Dann zeigte sie mir noch den Radabstellraum. Das Zimmer ist einfach und funktionell. Zuerst wollte ich einmal Hannelore anrufen. Das Mobiltelefon war komplett leer. Das bedeutete, dass ich mich neu einloggen musste. Meinen PIN Code weiß ich aber nicht auswendig. Im iPad ist das Mail von Hannelore, wo sie mir meine Passwörter geschickt hatte verloren gegangen. Oder besser gesagt, ich habe dieses Mail irrtümlich gelöscht, denn der Computer tut und kann Nichts selbstständig tun. Im Hotel gab es WLAN. Ich erfragte den Zugangscode und konnte via Skype Hannelore erreichen. Ich bat sie mir meinen Pin zu schicken. Sie tat es auch, aber auch meine Mailbox war übervoll und ich konnte keine Mails mehr senden und empfangen. So rief ich sie via Skype und dem Konto, wo ich ins normale Telefonnetz rufen kann an. Hier hatte ich kein Guthaben mehr. Ich kaufte mich ein und konnte dann telefonieren. So bekam ich den Code und letztlich entstand ein normales Telefonat. Nun ganz normal war es auch nicht. Hannelore war schlecht drauf und schimpfte nur. Ich fahre zu viel. Ich sei noch stolz über so einen Blödsinn. Sie müsse alles selbst machen. Das Bewässerungssystem sei gebrochen. Und so ging es weiter. Wie ich es mache ist es falsch: Rufe ich an werde ich nur mit negativen Messages gefüttert; Rufe ich nicht an, ist es auch falsch.

Bild '8-Etappe11'

Ich bin ja jeden Tag alleine mit mir. Mit Niemandem rede ich. Nur mit Rezeptionistinnen, Obern oder mit dem einen oder anderen Radfahrer. Und da ist die Kommunikation auch immer dieselbe. Woher die Anderen kommen und woher ich komme. Wohin es weiter gehe etc. Sehr eintönige Gespräche. Ich mag es aber allein unterwegs zu sein und über mich und die Welt nachzudenken. Das hatte ich früher beim Laufen und jetzt eben beim Radfahren. Ich sehe mein Fahren nicht als Leistung, sondern als Auszeit. Auch jetzt beim Abendessen sitze ich alleine. Ich esse, weil ich essen muss. Ich verbrenne jeden Tag zirka 3000 Kalorien. Da muss ich nachfüllen. Heute Abend Würstel und einen Apfelstrudel. Dazu ein großes und ein kleines Bier. Über den Tag habe ich fast sechs Liter getrunken. Soviel wie noch nie.

Bild '8-Etappe14'

Der Tag startete im Stift Reichersberg in meinem Kellerzimmer. In der Nacht war es noch sehr laut. Es war eine Hochzeitsfeier. Die Raucher standen unter meinem Fenster. der Rauch zog sich herauf sie waren auch sehr laut. Ich schlief zwar schnell ein, wurde aber bald vom Lärm geweckte. Ich öffnete das Fenster und schimpfte hinunter. Dann nahm ich ein Schlafpulver und schlief relativ gut. Um 7 Uhr wurde ich selbstständig wach. Das Frühstück war im Restaurant. Für die Klostergäste gab es ein eigenes Zimmer mit Buffet. Es fanden gerade Kunstkurse statt und diese Besucher frühstückten auch. Ich war der einzige Radfahrer.

Nach dem Frühstück packte ich und fuhr ab. Der Weg ging durch den Ort und dann durch Wälder und Felder. Schotterwege. Zu Beginn war der Inn weiter weg. Dann kam er wieder näher.

Mein Rad macht seit gestern komische Geräusche. Ich vermute, dass die Kette kaputt geht oder das Lager bei den Pedalen. Das Geräusch stört auch beim Fahren. Ich suchte einen OEAMTC. In einer Tankstelle fragte ich nach einem Kettenöl. Die Verkäuferin war sehr freundlich. Nachdem sie in den Regalen keines fand holte sie einen Spray von einem Kasten herab und borgte ihn mir. Ich schmierte die Kette und sie kratzte weiter. Ich hoffe, sie hält bis nach Hause.


Bild '8-Etappe9'
Bild '8-Etappe10'
Bild '8-Etappe12'
Bild '8-Etappe13'