unbekannter Gast
vom 15.05.2017, aktuelle Version,

Austrian Standards Institute

Austrian Standards InstituteDriven by Making Sense

Das Austrian Standards Institute (ASI, vormals Österreichisches Normungsinstitut) ist eine gemeinnützige, unparteiische Plattform zur Schaffung von Normen in Österreich. Grundprinzipien sind die umfassende Beteiligung von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und die Einstimmigkeit bei der Verabschiedung der Regelwerke.

Austrian Standards erarbeitet ÖNORMEN und ON-Regeln auf Basis des Normengesetzes 1971[1] und sorgt für die verpflichtende Übernahme von Europäischen Normen in das österreichische Regelwerk.

Das Österreichische Normungsinstitut beherbergt auch das Bauschiedsgericht.

Geschichte

Gegründet wurde das Institut unter dem Namen Österreichischer Normenausschuss für Industrie und Gewerbe (Ö.N.I.G) am 23. September 1920. In 13 Fachausschüssen wurden Normen erarbeitet, wobei der Schwerpunkt im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und im Kraftfahrzeugbau lag. 1921 wurde die erste Norm herausgegeben, die Regelungen über metrische Gewinde enthielt.

Im Jahr 1932 wurde der Name in ÖNA Österreichischer Normenausschuss geändert. Jährlich erschienen 40 bis 60 neue Normen. Im Jahr 1938 wurde der ÖNA mit dem Anschluss an das Deutsche Reich eine Außenstelle des Deutschen Instituts für Normung DIN. Unmittelbar nach Ende des Krieges nahm der ÖNA 1945 seine Arbeit wieder auf, bereits ein Jahr später war er Gründungsmitglied der Internationalen Organisation für Normung (ISO).

Im Jahr 1954 wurde durch ein Bundesgesetz die rechtliche Grundlage für die Arbeit des ÖNA geschaffen, welche im Jahr 1971 durch eine Novelle auf den heute gültigen Stand gebracht wurde. Dazwischen erfolgte noch die Namensänderung der Organisation auf ON Österreichisches Normungsinstitut.

Im Jahr 1991 war der Sitz des ON in Wien der Unterzeichnungsort des Vienna Agreement (Wiener Vereinbarung) zwischen ISO und dem Europäischen Komitee für Normung (CEN), mit dem Doppelgleisigkeiten in Europa vermieden werden sollen. In der Folge wurden immer mehr europäische und internationale Normen übernommen, die zum Teil die entsprechenden ÖNORMEN ersetzen. Zusätzlich entschloss man sich, ab dem Jahr 1998 auch Regelwerke, die sogenannten ON-Regeln, herauszubringen, die flexibler und rascher erstellt werden können, als das bei Normen der Fall ist.

Bis Ende 2007 wurden 19.974 ÖNORMEN veröffentlicht, mehr als die Hälfte davon sind europäische Normen. 2007 gab das Institut 2029 neue Normen heraus, wiederum machten die EN einen Großteil aus.

2008 gründete das Österreichische Normungsinstitut eine 100%ige Tochtergesellschaft, die Austrian Standards plus GmbH - die Vertriebs- und Service-Organisation.

Im Sommer 2009 wurde aufgrund der internationalen Tätigkeiten des Institutes der englische Name „Austrian Standards Institute“ / abgekürzt mit „ASI“ vorangestellt.

Rechtsgrundlage und Aufgaben

Die gesetzliche Grundlage für die Arbeiten des Österreichischen Normungsinstituts ist das österreichische Normengesetz aus dem Jahr 1971.

Aufgabe des Austrian Standards Institute ist die Schaffung und Herausgabe von österreichischen Normen sowie die Bereitstellung der dafür notwendigen Organisation. Außerdem stellt es den Kontakt zu internationalen Normungsinstituten (wie DIN, CEN und ISO) und ist zuständig für die Umsetzung von EU-Normen in Österreich. Dazu hat es 121 festangestellte Mitarbeiter (2015), die den rund 3.900 Experten (2014) in den verschiedenen Komitees dabei helfen, Inhalte der Normen zu erarbeiten und diese in periodischen Abständen zu aktualisieren.

Außerdem ist beim Austrian Standards Institute das Bauschiedsgericht angesiedelt, das bei Streitigkeiten im Bereich der Baubranche und bei Meinungsverschiedenheiten, die sich aus dem Vergabegesetz ergeben, angerufen werden kann. Dieses Schiedsgericht bietet die Möglichkeit für eine außergerichtliche Klärung der Differenzen.

Einzelnachweise

  1. Normengesetz 1971 im RIS, ab 1. April 2016 außer Kraft, dann Normengesetz 2016 (BGBl. I Nr. 153/2015)