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vom 15.02.2018, aktuelle Version,

Bodo von Witzendorff

Bodo von Witzendorff (* 29. August 1876 in Schwerin; † 9. August 1943 in Berlin) war ein Offizier, zuletzt General der Flieger, der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Herkunft

Witzendorff war der Sohn des mecklenburg-schwerinschen Kammerdirektors Ernst von Witzendorff.[1]

Militärkarriere

Beförderungen

Er trat am 1. Dezember 1894 als Fahnenjunker in das Großherzoglich Mecklenburgische Grenadier-Regiment Nr. 89 ein. Von Juni 1895 bis März 1896 absolvierte er die Kriegsschule Hannover. Es folgten Verwendungen zunächst als Bataillons- und Regimentsadjutant, ehe Witzendorff am 13. September 1911 als Adjutant der 76. Infanterie-Brigade nach Erfurt versetzt wurde.

Mit dieser kam er bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zunächst an der Westfront bei der Eroberung von Namur zum Einsatz. Dann verlegte die Brigade in den Osten und beteiligte sich an der Schlacht an den Masurischen Seen. Im Mai 1915 kehrte Witzendorff mit der Ernennung zum Adjutant der 103. Infanterie-Division an die Westfront zurück. In dieser Position wurde Witzendorff am 19. Oktober 1915 schwer verwundet. Erst nach neun Monaten in einem Lazarett, kehrte er am 21. Juni 1916 zum Ersatz-Bataillon des 3. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 71 zurück, wo er bis Ende Juli 1916 verblieb. Zum 1. August 1916 erfolgte seine Versetzung zum Stab des stellvertretenden XI. Armee-Korps, wo er jedoch nur wenige Wochen verblieb. Zum 22. August 1916 wurde Witzendorff zum Kommandanten der mobilen Etappen-Kommandantur 5 des IV. Armee-Korps ernannt, welche er bis zum 8. September 1916 führte. Anschließend übernahm er bis Ende August 1918 das Kommando über die mobilen Etappen-Kommandantur 4 des Gardekorps. Zum 1. September 1918 wechselte er als 1. Adjutant in das Generalkommando des VIII. Armee-Korps über, wo Witzendorff das Kriegsende erlebte und darüber hinaus bis Ende September 1919 verblieb.

Im Anschluss diente Witzendorff vom 29. August bis Ende September 1919 zunächst beim Stab des Reichswehr-Gruppenkommando 2, dessen Hauptquartierskommandant er zum 1. Oktober 1919 war. Zum 1. September 1922 wurde er zum Bataillonskommandeur im 17. Infanterie-Regiment ernannt, wo er bis Ende Juli 1925 verblieb. Anschließend war Witzendorff bis Ende Januar 1928 beim Stab des Gruppenkommandos 2 eingesetzt. Zum 1. Februar 1928 wechselte er in den Stab des 6. Infanterie-Regiments nach Lübeck, wo er zum 1. März 1929 zu dessen Kommandeur ernannt wurde. In dieser Funktion verblieb er bis Ende Januar 1931.

Vom 1. Dezember 1933 bis 31. Januar 1933 war Witzendorff Kommandant von Berlin. Danach schied er aus dem Wehrdienst aus. Wenige Monate später, zum 1. Dezember 1933, wurde er jedoch für die im Aufbau befindliche Luftwaffe reaktiviert. Im Reichsluftfahrtministerium (RLM) war er sodann bis Ende Juli 1937 als Abteilungschef im Luftwaffen-Personalamt und anschließend vom 1. August 1937 bis Ende Februar 1938 als Chef der Zentralabteilung im RLM eingesetzt. Zum 1. März 1938 wurde seine Abteilung in das Zentralamt umgewandelt, dessen Leitung er bis zu seiner endgültigen Pensionierung am 30. November 1942 innehatte.

Seit 1915 war er verheiratet mit Carola von Rantzau (1887–1940). Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935-1945. Die militärischen Werdegänge der Flieger-, Flakartillerie-, Fallschirmjäger-, Luftnachrichten- und Ingenieur-Offiziere einschließlich der Ärzte, Richter, Intendanten und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 3: O–Z. Biblio Verlag. Osnabrück 1993. ISBN 3-7648-2207-4. S. 534–535.

Einzelnachweise

  1. Reinhard Stumpf: Die Wehrmacht-Elite. Rang- und Herkunftsstruktur der deutschen Generale und Admirale 1933–1945. (Militärgeschichtliche Studien). Harald Boldt Verlag. Boppard am Rhein 1982. ISBN 3-7646-1815-9. S. 264.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1930. S. 110.
  3. Klaus D. Patzwall, Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945. Geschichte und Inhaber. Band II. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X, S. 560.