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vom 28.01.2017, aktuelle Version,

Dietrich von Weyer

Dietrich oder Theodor von Weyer (auch: Weier, Wyer, Wier, Wierus) (* um 1540/42 in Grave an der Maas[1]; † 8. Juni 1604, vermutlich in Heppenheim an der Wiese) war ein niederländisch-deutscher Jurist, kurfürstlicher Rat sowie Gesandter und Truppen-Inspekteur der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Er war ein entschiedener Parteigänger Wilhelms I. von Oranien im Achtzigjährigen Krieg und wurde mehrfach der Korruption verdächtigt.

Leben

Dietrich Weyer war der Sohn des Arztes und Gegners der Hexenverfolgung Johann Weyer (1515/16–1588) und dessen erster Frau Judith Wintgens († 1572). Sein Vater war ab 1545 Stadtarzt in Arnheim und wurde 1550 als Leibarzt an den Klever Hof berufen.

Studium

Dietrich Weyer immatrikulierte sich am 18. Mai 1556 an der Universität Köln und studierte 1559 zusammen mit seinem Bruder Heinrich (um 1545–1591), dem späteren Leibarzt der Trierer Kurfürsten Jakob III. von Eltz (1510–1581) und Johann von Schönenberg (1525–1599), an der neugegründeten Académie de Genève (immatrikuliert als „Theodorus Wierus Clivanus“). 1560 hörten beide Brüder den Gräzisten Adrianus Turnebus (1512–1565) am Collegium Trilingue in Paris. In Bourges wohnte Dietrich Weyer im Haus des Professors für Rechtswissenschaft Hugo Donellus (1527–1591),[2] anschließend wechselte er nach Orléans. 1561 schrieb er sich als „Theodoricus Wierius Clivensis“ in Padua ein, wechselte später nach Bologna. Am 17. Mai 1564 wurde er in Pisa als „Theodorus Wierus Sicamber, f[ilius] Joannis doctor“ zum Dr. jur. utr. promoviert.[3] Als promovierter Jurist schrieb er sich 1565 noch einmal in Köln ein.

Von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592) und dem Münsteraner Bischof Bernhard von Raesfeld (1508–1574; reg. 1557–1566) wurde er als Assessor am Reichskammergericht nominiert.[1] 1566 versuchte Dietrich Weyer mit Unterstützung des Statthalters Karl von Brimeu (um 1525–1572), Graf von Meghen[A 1], Nachfolger von Jheronimus Lettin († 1566) als Rat am Gerichtshof von Geldern in Arnheim zu werden. Da seine Eltern jedoch der lutherischen Ketzerei verdächtig waren, scheitert die Bewerbung, obwohl er offenbar bereit war, einen Eid auf den katholischen Glauben abzulegen.[4][1] 1568 korrespondierte Dietrich Weyer mit Graf Wilhelm IV. von dem Bergh-’s-Heerenberg (1537–1586).[5]

Pfalz-Zweibrücken

1568 trat Weyer als Rat für auswärtige Geschäfte in den Dienst Herzog Wolfgangs von Pfalz-Zweibrücken (1526–1569). Durch die Zusicherung der Vermittlung eines Kredites von angeblich 240.000 Gulden, von denen sein eigener Vater 2.000 Gulden beitragen wollte,[6] half er dem hugenottischen Gesandten Gervais le Barbier (Gervasius Barberius), Sieur de Francourt (um 1512–1572) dabei, Herzog Wolfgang zum Abschluss eines Unterstützungs-Vertrages mit Louis I. de Bourbon, prince de Condé (1530–1569), zu bewegen.[7] Die Prinzen von Condé waren Anführer der Protestanten während der Hugenottenkriege. Der Vertrag wurde am 18. September 1568 in Zweibrücken abgeschlossen und am 29. Oktober mit einem Notariatsinstrument versehen. Herzog Wolfgang verpflichtete sich, 17.000 Soldaten auszurüsten.

Die von Weyer zugesicherte Summe, für die die Straßburger Bankiers Ingold,[A 2] Wolff, Prechter,[A 3] Wicker und Israel Minckel (um 1525–1569) unter der Bürgschaft von Georg Olbrecht (1500–1569) einstehen sollten,[6] scheint ausgeblieben zu sein. Am 11. Oktober appellierte ein Abgesandter Herzog Wolfgangs (Weyer?) vergeblich an den Straßburger Rat, ein 5%-Darlehen über 20.000 Gulden zu gewähren.[8] Am 21. Oktober verbürgten sich in Straßburg schließlich African d'Haussonville († 1603), Olry du Châtelet († 1569) und Claude Antoine de Vienne (1534–1588), seigneur de Clervant et de Coppet, für die Kosten einzustehen.

Vermutlich gehörte Dietrich Weyer zu den protestantischen Gesandten, die nach der Hinrichtung der Grafen Lamoral von Egmond und Philippe de Montmorency, Graf von Horn, im Anschluss an den rheinischen Kurfürstentag in Bacharach Ende Juli 1568 zu Kaiser Maximilian II. (1527–1576) nach Wien geschickt wurden, um Unterstützung für die Niederlande zu erwirken.[9] Weyers Anwesenheit in Wien im August 1568 ist durch einen Brief seines Vaters belegt.[10]

Der Prinz von Condé und Herzog Wolfgang starben im folgenden Jahr 1569 auf dem Feldzug in Frankreich, an dem sich auch Wilhelm von Oranien (1533–1584) mit 1.200 Reitern beteiligte.

Am 4. Juni 1569 befand sich Weyer in Plymouth und bedankte sich bei Staatssekretär William Cecil (1521–1598) brieflich für die englische Unterstützung.[11] Weyer soll jedoch nach Erhalt der Nachricht vom Tod Herzog Wolfgangs († 11. Juni 1569) eine Geldsumme, die er von Königin Elisabeth I. (1533–1603) für den Feldzug erhalten hatte, nur teilweise in La Rochelle an Admiral Gaspard II. de Coligny (1519–1572) abgeliefert haben.[6][12] Zu der Unterstützungssumme, die Weyer mit sich führte, gehörte auch ein Betrag in Höhe von 6000 Crowns (coronati), den Johannes Sturm (1507–1589) aus eigenen Mitteln in England zur Verfügung stellte.[13] Noch vor der Bartholomäusnacht fand eine Zusammenkunft von Claude Antoine, dem Herrn von Clervant, Doktor Weyer und dem Genfer Bankier Balbini[14] mit Sturm statt, auf dem die Rückzahlung versprochen wurde.[13]

Bergh-s'Heerenberg

Anfang der 1570er Jahre stand Dietrich Weyer im Dienst von Wilhelm IV. von dem Bergh-’s-Heerenberg,[15] der die Kritik Johann Weyers an der Hexenverfolgung teilte.[16] Im Auftrag Wilhelms IV. kümmerte er sich 1570 um die Ausrüstung von Truppen, die Wilhelm von Oranien bei Niedermörmter gesammelt hatte. Die Waffen wurden von dem Kölner Kaufmann Philipp Palm[17] geliefert.[18]

1571 bestätigte Weyer die Verpfändung einer Sammlung von Juwelen der Gräfin Maria von dem Bergh (1539–1599), der Frau Wilhelms IV., im Namen ihres Bruders Graf Johann VI. von Nassau (1536–1606) für 1000 Reichstaler an den Kölner Goldschmied Wilhelm Kaaff[A 4], Bürger von Köln.[19]

Dietrich Weyer nahm 1572 in Zutphen von den Waffenschmieden Klaus Bilstein, Martin Schwietering und Hermann Schuffwagen aus Wesel, die 118 Soldaten für 1750 Taler mit Waffen ausgerüstet hatten,[20] und ihren Lieferanten Geschenke im Wert von 100 Talern entgegen. 1578 fand deswegen in Schloss Ulft eine Untersuchung durch Commissaris Daniel van Renssen († 1584)[A 5] und Notar Dederich van den Pavordt († nach 1593), Sekretär der Maria von Nassau, statt.[21] Weyer scheint allerdings nicht weiter belangt worden zu sein, denn er stand auch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst in brieflicher Verbindung mit Wilhelm IV.[22]

Pfalz-Lautern und Kurpfalz

Unter Pfalzgraf Johann Kasimir (1543–1592) war Dietrich Weyer bis etwa 1579 Rat von Pfalz-Lautern. Um die Jahreswende 1572/73 versuchte Weyer, eine bewaffnete Unterstützung der Kurpfalz für Wilhelm von Oranien zu erreichen. Im Mai und Juni 1573 hielt er sich in Wesel bei seinem Vater auf und schrieb von dort an die Grafen Johann VI. (1536–1606) und Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538–1574) über Möglichkeiten, das von den Spaniern belagerte Haarlem zu retten – die Stadt fiel am 13. Juli 1573.

Bereits im Januar 1574 war Weyer in einer diplomatischen Mission bei König Karl IX. (1550–1574) in Frankreich gewesen.[23] Als 1574 Kanzler Christoph Prob († 1579)[24] aus Altersgründen ausschied, berief Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515–1576) Christoph Ehem (1528–1592) zum neuen kurpfälzischen Kanzler und Dietrich Weyer zum kurpfälzischen Oberrat.

Nach dem Tod König Karls IX. wurde Weyer am 22. Juli 1574 von Johann Kasimir und Kurfürst Friedrich III. auf eine weitere Reise nach Frankreich geschickt. Er reiste über Metz nach Paris, um zunächst die Mutter des abwesenden Königs Heinrich III. (1551–1589), Caterina de’ Medici (1519–1589), für die protestantische Seite zu gewinnen. Als dieser Versuch erfolglos blieb,[25] reiste er Heinrich III. über Lyon entgegen. Über den Fortgang der Verhandlungen wurden Henri I. de Bourbon, prince de Condé (1552–1588) und Théodore de Bèze (1519–1605) Ende August in Straßburg von dem kurpfälzischen Rat Liz. jur. Wenzeslaus Zuleger (1530–1596) informiert, der aus Paris eine Depesche von Weyer vor dessen Abreise nach Lyon erhalten hatte.[26]

Auf savoyischem Gebiet wurde Weyer von Heinrich III. empfangen. Als Gegenleistung für die Gewährung freier Religionsausübung für die Hugenotten bot Weyer ein Bündnis der Kurpfalz mit Frankreich an. Heinrich III. antwortete ausweichend und stellte ihm einen endgültigen Bescheid in Lyon in Aussicht.

Im September erteilten ihm Caterina de’ Medici und Heinrich III. in Lyon eine Abfuhr. Auch Weyer, der sehr gut Französisch sprach, fand äußerst offene Worte gegen den König, als der Misserfolg der Mission deutlich wurde.[27] Anlässlich dieser Gesandtschaftsreise besuchte Weyer – vermutlich auf der Rückreise Anfang Oktober 1574 – auch die Städte Bern und Basel in der Schweiz.[28]

1575 war Dietrich Weyer Amtmann der Residenzstadt Kaiserslautern. Im Mai besprach er sich in Köln mit dem französischen Gesandten General Caspar von Schonberg (1540–1599) und Graf Albrecht VII von Schwarzburg-Rudolstadt (1537–1605), dem Schwager Wilhelms von Oranien, über den Friedensvertrag von Breda.[29] Anschließend nahm er an der Besprechung zwischen Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592) und den Gesandten der Kurpfalz, Hessens und Braunschweig-Wolfenbüttels im Schloss Hambach teil, bei dem nach dem Tod von Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg (1555–1575) besonders über das weitere Vorgehen im Bistum Münster gesprochen wurde, wenn Bischof Johann Wilhelm (1562–1609) sein Amt als neuer Thronanwärter auf Jülich-Kleve-Berg aufgeben würde.[30]

Im September 1575 schloss Dietrich Weyer für Pfalzgraf Johann Kasimir in Heidelberg einen Vertrag mit Heinrich I. von Bourbon, dem Prinzen von Condé, über die Anwerbung eines Heeres von 15.000 Mann. Weyer und der kurpfälzische Rat Dr. Peter Beutterich (um 1545–1587) nahmen dafür eine Obligation des Prinzen über 50.000 Escus entgegen.[31] Der Sekretär Heinrichs I. und Gesandte am kurpfälzischen Hof Michel de la Huguerye (um 1545–1616) unterstellte Weyer, sich bei Vertragsabschluss unsauberer Mittel bedient zu haben. Huguerye berief sich dabei auf den Advokaten François d’Averly, Herr von Minay[A 6], der in Heidelberg für Charlotte de Bourbon-Montpensier (1546/47–1582), seit Juni 1575 die Ehefrau von Wilhelm I. von Oranien, tätig war.[32]

Ende April 1577 führte Weyer ein ausführliches Gespräch mit dem lutherischen Herzog Reichard von Pfalz-Simmern (1521–1598) über dessen Erbschaftsstreit mit Johann Kasimir und die Planungen für ein neues Religionsgespräch.[33] Im Mai 1577 hatte Weyer zusammen mit Beutterich und Johann Kasimirs Kämmerer Steuerburg von Löwenstein (1552–1619)[A 7] in Heidelberg eine Unterredung mit den britischen Gesandten Philip Sidney (1554–1586). Dabei ließ Johann Kasimir für den Fall eines Beitritts von Königin Elisabeth I. zur geplanten protestantischen Union eine Unterstützung der gemeinsamen Sache in Höhe von 100.000 Dollars zusichern. Der Kurfürst beabsichtete darüber hinaus, als Reaktion auf die lutherische Konkordienformel die Möglichkeiten zu einer gemeinsamen Bekenntnisschrift der reformierten Kirchen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Polen auszuloten und warb um die Beteiligung Englands an dem Projekt.[34] Ein entsprechender multinationaler reformierter Konvent in Frankfurt am Main am 27./28. September 1577 konnte sich allerdings nur auf eine Synopse der bereits bestehenden Bekenntnisschriften einigen.[35]

1578 wirkte Weyer mit bei der „brüderlichen Vergleichung“ zwischen dem reformierten Johann Kasimir und dem lutherischen Kurfürsten Ludwig VI. von der Pfalz (1539–1583). 1579 vertrat er Johann Kasimir als Amtmann zu Lautern auf dem Weißenburger Landrettungstag. Danach schied er – möglicherweise in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Entlassung des Rates Zuleger – aus dem Dienst von Pfalz-Lautern aus.

Pfalz-Veldenz-Lützelstein

1581/82 bis 1588 wird Dr. Dietrich Weyer als Ober-Amtmann („Archisatrapa“) des Pfalzgrafen Georg Johann I. von Veldenz-Lützelstein (1543–1592) erwähnt,[13][36] der in Veldenz, Lützelstein (La Petite-Pierre) im Elsass und in Lauterecken residierte.

1582 schrieb Dietrich Weyer anlässlich einer England-Reise von Georg Gustav von Pfalz-Veldenz (1564–1634), dem Sohn Georg Johanns I., und seinem Bruder, dem pfälzischen Rat Johann Weyer (* um 1555–1610), zweimal an William Cecil, der inzwischen zum Lord High Treasurer (Lordschatzmeister) und 1. Baron Burghley avanciert war, um eine wohlwollende Aufnahme für die beiden vorzubereiten und sich für ihre Gespräche mit Königin Elisabeth und Cecil zu bedanken.[37]

Anfang des Jahres 1584 bemühte sich Weyer in Verhandlungen mit Heinrich IV. von Navarra (1553–1610) – damals noch Anführer der hugenottischen Partei –, Georg Gustav von Pfalz-Veldenz einen Bischofsstuhl in Frankreich zu verschaffen.[38] Im Sommer 1584 führt er im Auftrag Georg Johanns I. geheime Verhandlungen mit Erzbischof Ernst von Bayern (1554–1612) in Köln, um dessen Rückendeckung gegen den Straßburger Bischof Johann IV. von Manderscheid-Blankenheim (1538–1592, reg. 1568) bei einem geplanten Kriegszug zur Inbesitznahme der Grafschaft Dagsburg zu erhalten.[39]

Weyer war in zahlreiche Unternehmungen involviert, die der verschuldete Graf Georg Johann I. von Veldenz in diesen Jahren mit Erzherzog Ferdinand II. von Österreich (1529–1595), Herzog Alexander Farnese von Parma (1545–1592), der Stadt Köln und anderen über ein Importmonopol für Steinkohlen-Handel, Kanalbauten und Schiffbarmachungen, Verwertung seiner Erfindungen in der Bergwerkstechnik und andere mögliche Geldquellen anstrengte. Gegenüber Johann Kasimir dementierte Weyer 1586, dass es bei den Gesprächen von Georg Johann I. mit seinem „Vetter“ Wilhelm V. von Bayern (1548–1626) in Mittenwald und Innsbruck um eine mögliche lukrative Heirat gegangen sei.[40]

1588 verweigerte Weyer die Ratifikation des „Heidelberger Vertrages“ zwischen Georg Johann I., Georg Gustav, Johann Kasimir und anderen Mitglieder des pfälzischen Hauses über die Auslösung des 1584 von Georg Johann I. für 400.000 Gulden an Karl III. von Lothringen (1543–1608) verpfändeten Pfalzburg.

Burggraf von Starkenburg (Kurpfalz)

Um 1589 wurde Dietrich Weyer als „Rat und Diener von Haus aus“[A 8] (1589, 1591) von Johann Kasimir in die Kurpfalz zurückgeholt.[41] Er lotete die Möglichkeit zur Verheiratung des noch minderjährigen Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz (1574–1610) mit einer Tochter der Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg (1550–1608), Herzogin von Preußen aus.[42]

Er wurde als „Diethrich von Weyher“ nobilitiert[43] und war von 1591/92 bis etwa 1596 Burggraf und Amtmann von Starkenburg, einem an die Kurpfalz verpfändetem Mainzer Amt in der Nähe von Heidelberg.

1591 reiste Dietrich von Weyer nach Polen, Düsseldorf und Preußen, um Anna von Preußen (1576–1625), mögliche Erbtochter der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, als Braut für Friedrich IV. zu gewinnen. Er schlug vor, um „schier oder morgen schimpf und herzleid und verweis zu vermeiden“, dass Herzogin Maria Eleonore mit ihren Töchtern Anna und Marie von Preußen (1579–1649) zum Baden nach Ems kommen solle, damit man die mögliche Braut in Augenschein nehmen könne. Man entschied sich dann allerdings 1593 für eine Heirat Friedrich IV. mit Prinzessin Luise Juliana von Oranien-Nassau (1576–1644) und 1594 für eine Heirat Annas mit Johann Sigismund von Brandenburg (1572–1620), dem Sohn des Administrators des Stiftes Magdeburg Joachim Friedrich von Brandenburg (1546–1608).

Nach dem Tod Johann Casimirs wurde Weyer, gegen den sich Johann I. von Pfalz-Zweibrücken (1550–1604) schon im Februar 1592 ausgesprochen hatte, von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz (1574–1610) als kurpfälzischer Rat entlassen.

Gespräche mit Brandenburg-Preußen

1594 informierte Weyer den Markgrafen Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach (1539–1603) detailliert über angebliche außereheliche Verhältnisse und Alkoholkonsum der Jakobe von Baden-Baden (1558–1597), der Frau Herzog Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg, und zwar schon einige Monate bevor gegen sie am 29. Januar 1595 durch die Schwester des Herzogs, Sibylle von Jülich-Kleve-Berg (1557–1627), vor den Landständen Anklage wegen Ehebruchs erhoben wurde.[44]

Über die Vorgänge am jülich-kleve-bergischen Hof war Dietrich von Weyer nicht zuletzt deswegen immer gut unterrichtet, weil sein Bruder Galenus Weyer (1547–1619) von 1578 bis 1609 in Düsseldorf als Leibarzt der Herzöge Wilhelm V. und Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg amtierte.

Weyer bemühte sich in dieser Zeit offenbar um eine Bestallung in Brandenburg-Ansbach, die Pfälzer Regierung riet befreundeten Fürsten jedoch von seiner Anstellung ab. Der ansbachische lutherische Rat Stephan Mumm (1532–1601)[A 9] – zugleich kurpfälzischer Rat in Amberg – meinte, Weyer sei „ein gefehrlicher man und den corruptionibus etlichermassen underworfen“.[45]

Republik der Sieben Vereinigten Provinzen

1595 bis 1599 war Dietrich Weyer als Nachfolger von Dr. jur. Laurentius Myller Agent (Gesandter) der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen im Reich. Im Sommer 1595 wurde er auf eine geheime Mission in das Herzogtum Kleve geschickt,[46] um eine Zusammenarbeit gegen die Spanischen Niederlande auszuloten.[47] 1596 forcierte er den Gedanken eines Bündnisses von Brandenburg-Preußen mit Holland. Auf dem Weg nach Holland wurde Weyer im Mai 1596 bei Wesel von spanischen Reitern des Erzherzogs Albrecht VII. von Österreich (1559–1621) abgefangen. Instruktionen, die er bei sich trug, ließen angeblich darauf schließen, dass von Brandenburg und Pfalz-Zweibrücken-Neuburg eine Entführung von Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und seiner Schwester Sibylle aus Hambach in die Niederlande geplant worden war. Der brandenburgische Agent und spätere Düsseldorfer Bürgermeister Johann von Megen († 1639) wurde nach Hambach gelockt, als Mitverschwörer ins Gefängnis geworfen und vor dem Hauptgericht in Jülich wegen Landesverrat angeklagt.[48] Er wurde im September gegen Kaution freigelassen.[49]

Im Sommer 1596 wurde Weyer von den Generalstaaten nach Kopenhagen zur Krönung von Christian IV. von Dänemark und Norwegen (1577–1648) geschickt.[48] Die Gesandtschaft erwirkte eine Bestätigung alter Privilegien. Im November erhielt Weyer Instruktionen, mit denen er zusammen mit dem französischen Gesandten in Prag Guilliaume d'Ancel († 1625) die deutschen Fürsten zum Eintritt in ein Bündnis gegen Spanien bewegen sollte.[50] 1597 warnte er die Generalstaaten, dass sich die protestantischen Fürsten von den umliegenden katholischen Erzbistümern, in denen spanische Truppen lagen, bedroht fühlten und das Reich auseinanderzubrechen drohe; man solle Bündnisverhandlungen aufnehmen.[51]

Im Mai 1597 wurde Weyer beauftragt, mit den „administrateurs“ des Stiftes Magdeburg wegen eines Bündnisses zu verhandeln; Administrator war Joachim Friedrich von Brandenburg.[52] Im August wurde Weyer deswegen nach Deutschland geschickt und berichtete im Oktober brieflich aus Halle.[50] Zuvor, im Juli 1597, hatte Weyer den polnischen Gesandten Paweł Działyński (1560–1609) auf seiner Weiterreise von ’s-Gravenhage zur englischen Königin Elisabeth I. mit Kutschen und Kriegsschiffen nach Zeeland begleitet.[53] 1598 informierte er Johan van Oldenbarnevelt (1547–1619) über die Ansprüche mehrerer deutscher Fürsten auf Jülich-Kleve-Berg, den Stand geplanter Friedensverhandlungen mit Spanien, Überlegungen zum Sundzoll und eine Bedrohung der freien Schifffahrt auf der Nordsee durch die Hansestädte.[54]

Am 2. und 14. Januar 1599 wurde auf seinen eigenen Wunsch hin „glimpelijck“ (i. S. v. „einvernehmlich“) beschlossen, den Dienst von Weyer als Agent in Deutschland zu beenden und ihm das Amt eines Monster commissaris (Musterungs-Kommissar, Truppen-Inspekteur) über die Reiter und das Fussvolk zu übertragen.[50] Weyers Nachfolger als Agent der Generalstaaten wurde von 1602 bis 1622 Dr. jur. Pieter Cornelisz. van Brederode (1558–1637)[A 10][55].

Möglicherweise hatte Weyer gegen Ende seines Lebens noch eine Nebenbestallung als Rat des streng calvinistischen Grafen Wolfgang Ernst von Ysenburg (1560–1633) in Büdingen.[45]

Grabmal in Heppenheim an der Wiese

1602 wird Junker Dietrich Weier in Heppenheim an der Wiese erwähnt.[56] Es gab dort mehrere Freigüter und nördlich des Dorfes Richtung Pfeddersheim eine abgegangene Burg bzw. ein Festes Haus.[57] Heppenheim an der Wiese im Oberamt Alzey gehörte zur Kurpfalz.

Das Grabmal des „Dieterich Weier, U. I. D., der unuirten Herren Staden in Hollandt, Kriegscommissarius ord.[A 11],“ aus rotem Sandstein befindet sich im Chorraum der Evangelischen Pfarrkirche von Worms-Heppenheim hinter der Kanzel in der Wand eingemauert.[58][59] Die Grabplatte nennt in Beischriften die Familien der Vorfahren „Weier, Wintgen, Bocksmer“ und „Denholt“ und trägt ihre Wappen.[59]

Wappen

Wappen der Familie Weyer, 1593

Familie

Dietrich Weyer war verheiratet mit Dorothea Waldhofen.[62] Eine Tochter Amalie Weyer († 1623) heiratete Hans Conrad von Eych (1566–1635), fürstlich-badischer Truchsess zu Kirchberg und Amtmann auf Koppenstein, Sohn von Johann II. von Eych (* 1530; † um 1602/03) und Margarethe von Senheim (1543–1622) aus Zell.[62]

Ein Sohn Georg Dietrich Weyer wird 1596 als Stammbucheinträger von Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg (1582–1641)[63] und 1601 („George Diederich Weyer, zoon van den monstercommissaris“) als Antragsteller bei den Generalstaaten erwähnt.[50] Auch bei den Stammbucheinträgern (1596) Johann Casimir Weyer und Johann Dietrich (Theodor) Weyer[63] dürfte es sich um Söhne Dietrich Weyers gehandelt haben. Johann Theodor Weyer „de Veldenz“ wurde 1584 an der Genfer Akademie zum Doktor promoviert.[64]

Quellen

  • Brief von Margarethe von Parma aus Brüssel an Karl von Brimeu, Graf von Meghen, vom 4. Oktober 1566. In: Louis Prosper Gachard (Hrsg.): Correspondance de Guillaume le Taciturne, prince d'Orange, Bd. II, Carl Muquardt, Brüssel / Leipzig / Gent 1850, S. 465–468 (Google-Books)
  • Kanzelier en Raden des Hofs van Gelderland aan de Aartshertogin Landvoogdes Margareta [Brief von Kanzler und Räten des Gerichtshofes von Geldern an Statthalterin Margarethe von Parma vom 11. Oktober 1566]. In: Isaak Anne Nijhoff: Onuitgegeven Stukken. In: Bijdragen voor vaderlandsche geschiedenis en oudheidkunde 6 (1848), S. 264–270, bes. S. 266–270 (Google-Books)
  • Briefe von Dietrich Weyer an William Cecil vom 4. Juni 1569 aus „Plimutha“ (Plymouth), vom 26. Juli 1582 aus Veldenz, vom 24. August 1582 o. O. und vom 10. September 1584 [wohl zu korrigieren in: 1582] o. O.[65] [teilweise Auszüge in englischer Übersetzung]. In: John Strype: Annals of the Reformation and the Establishment of Religion … in the Church of England, Bd. I, 2. Aufl. Thomas Edlin, London 1725, S. 86f (Google-Books); Bd. III, Edward Symon, London 1728, S. 87f und S. 215f (Google-Books)
  • D. Weyer aux Comtes Jean et Louis de Nassau (31. Mai 1573) und D. Weyer aux Comtes Jean et Louis de Nassau (1. Juni 1573). In: Jacob van Wesenbeeck (Hrsg.): Archives ou correspondance inédite de la maison d’Orange-Nassau, Bd. I/4 1572–1574, S. und J. Luchtmans, Leiden 1837, S. 133–143 (Google-Books) und 143–152 (Google-Books)
  • Doctor Dietrich Weyern relation seiner werbung und verrichtung in Frankreich und Doctor Weyers französische Proposition [= Staatsarchiv München, K. bl. 90/1, Blätter 131–145]. In: A. von Kluckhohn: a.a.O., S. 36–53 (Google-Books) und 54–60 (Google-Books)
    • [Auszug daraus:] Aus dem Bericht des D. Weyer über seine Sendung in Frankreich, 1574, und Brief Dietrich Weyer an Friedrich vom 25. November 1574 aus Heidelberg. In: August von Kluckhohn (Bearb.): Briefe Friedrich des Frommen, Kurfürsten von der Pfalz, Bd. II/2 1567–1572. Schwetschke, Braunschweig 1872, bes. Nr. 782, S. 728–741, und Nr. 790, S. 758f, vgl. S. 624, 680f, 687, 718, 727, 759f und 1017f (Google-Books)
  • Dieterich Weyer, docteur ès loix, gouverneur de Keyserlautern, et Pierre Beutterich, docteur ès loix et conseiller de Monseigneur l'électeur Palatin; Bibliothèque nationale de France. Département des manuscrits (MF 21416, Cinq cents de Colbert 399, Lettres originales, pour la plupart adressées au prince de Condé [Henri Ier de Bourbon] et datées de 1575, S. 131, 379)
  • Mémoire de D. Weier et J. de Brankenstein[66] en faveur des Protestants, adressé à Henri III au nom du duc Casimir de Bavière; Bibliothèque nationale de France. Département des manuscrits (MF 14876, Cinq cents de Colbert 10, Tome IV Années 1586–1641, Bl. 314)
  • Friedrich von Bezold: Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir mit verwandten Schriftstücken, Bd. I–III, M. Rieger'sche Universitäts-Buchhandlung, München 1882–1903 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)
  • Abrechnung zwischen dem Obersten Friedrich Kratz von Scharfenstein[A 12] und Dietrich Weyer, 1589 (Landeshauptarchiv Koblenz; W 436/1319)
  • Briefe von Graf Philipp von Hohenlohe-Neuenstein (1550–1606) an die Generalstaaten und an Dr. Weyer, den Gesandten der Niederlande in Deutschland (1597–1598; Nationalarchiv Den Haag, 12550.31)
  • Brief von Dietrich von Weyer an Christoph von Waldenfels (1565–1633)[67] aus Meiningen vom 14. Oktober 1599; Burgerbibliothek Bern (Cod. 147 (A) 37, Blätter 176r–178v)
  • Korrespondenz von Everard van Reyd (1550–1602), Rat und Sekretär von Wilhelm Ludwig von Nassau-Dillenburg (1560–1620), mit Diederich Wier (Wyer) (Gelders Archief Arnheim, Heren en graven van Culemborg, Stadhouderlijk archief 808)
  • Alphonse de Ruble (Hrsg.): Mémoires inédits de Michel de la Huguerye. Renouard, Paris 1880, Bd. I. 1877, S. 265f, 308, 316–325, 350f, 366; Bd. II. 1878, S. 255; Bd. III. 1880, S. 296–298 (Google-Books, Google-Books und Google-Books; eingeschränkte Vorschau)

Literatur

  • August von Kluckhohn: Zwei pfälzische Gesandtschaftsberichte über den französischen Hof und die Hugenotten 1567 und 1574 (Abhandlungen der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften III, Bd. XI/2), Verlag der königlichen Akademie, München 1870 (Google-Books)
  • Carl Binz: Doktor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns. Ein Beitrag zur deutschen Kulturgeschichte des 16. Jahrhunderts. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 21 (1885), S. 1–171, bes. S. 167 (OpenLibrary)
  • Carl Binz: Weyer, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 266–270.
  • Gustav C. Knod: Rheinländische Studenten im 16. und 17. Jahrhundert auf der Universität Padua. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 68 (1899), S. 133–189, bes. S. 148 (Google-Books, eingeschränkte Vorschau)
  • Suzanne Stelling-Michaud (Hrsg.): Le livre du Recteur de l'Académie de Genève (1559–1878) (Travaux d'humanisme et Renaissance 33/6), Bd. VI, Droz, Genf 1980, S. 236 (Google-Books)

Anmerkungen

  1. Seit 1559 Statthalter von Gelderland.
  2. Hans und Georg d. Ä. Ingolt.
  3. Vermutlich die Erben des Wilhelm (von) Prechter († 1563).
  4. Wilhelm Kaff d. J. wurde 1565 Mitglied der Zunft der Goldschmiede.
  5. Aus der Provinz Overijssel; Sekretär von Harderwijk, 1580 zum Bevollmächtigten (Fiskal, momber) in Geldern ernannt.
  6. Auch Franciscus Averlius Minaeus aus den Ardennen; sein mitreisender Bruder George d’Averly war „Pasteur“.
  7. Später hessen-kasseler Rat, Oberamtmann, Oberst und Kommandant von Ziegenhain.
  8. Beamter ohne Residenzpflicht, der erst auf besondere Aufforderung Dienst leistet.
  9. Aus Zwolle, Studium in Paris, Mainz, Köln, Basel, 1562 Dr. jur. in Orléans, 1570 Konversion vom Katholizismus zum Luthertum, 1578 kurpfälzischer Hof- und Kirchenrat, seit 1587 zugleich ansbachischer Rat.
  10. Auch Peter von Brederode aus ’s-Gravenhage, Sohn des Haager Bürgermeisters Cornelis Sybrantsz. van Brederode, verheiratet seit 1595 mit Marie Guerreau (1569–1636), einer Nichte von Dionysius Gothofredus, 1605 im Namen Moritz' von Oraniens Taufpate von Graf Philipp Moritz von Hanau-Münzenberg (1605–1638), erreichte 1618 die Beteiligung von vier Schweizer Städten an der Dordrechter Synode, 1622 Flucht aus dem Reich, danach Gesandter bei der Eidgenossenschaft.
  11. = ordinarius; d. h. „Ordentlicher Kriegskommissar“.
  12. Pfalz-Zweibrückischer Amtmann in Lichtenberg, 1565 Ober-Amtmann in Kaiserslautern, 1566 auf dem Augsburger Reichstag, später lothringischer Rat, dann Kommandant der Festung Ehrenbreitstein.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Brief von Kanzler und Räten des Gerichtshofes von Gelderland an Statthalterin Margarethe von Parma vom 11. Oktober 1566. In: I. A. Nijhoff: Onuitgegeven Stukken (a. a. O.).
  2. Vgl. die Widmung an Dietrich Weyer in Hugo Donellus: Ad legem Ivstiniani, De sententijs quae pro eo, quod interest, proferuntur siue, de eo, quod interest, Liber, 2. Aufl. Nikolaus Basse / Matthäus Harnisch, Frankfurt am Main / Neustadt an der Haardt 1574.
  3. Vgl. Fritz Weigle: Deutsche Studenten in Pisa. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 39 (1959), S. 173–221, bes. S. 220.
  4. Vgl. Gelders Archief Arnheim (Brieven uit en aan het Hof, Nr. 1966 und 1986)
  5. Brief vom 22. Februar 1568 aus Köln; Archief Huis Bergh (Regest Nr. 5927).
  6. 1 2 3 Vgl. Johann Heinrich Bachmann: Herzog Wolfgangs zu Zweybrüken Kriegs-Verrichtungen gröstentheils aus Archivial-Nachrichten beschrieben, Akademische Schriften, Mannheim 1769, S. 25–31 und 53f (Google-Books).
  7. Vgl. Friedrich Wilhelm Ebeling: Archivalische Beiträge zur Geschichte Frankreichs unter Carl IX., Im. Tr. Wöller, Leipzig 1872, S. 246 (Google-Books).
  8. Vgl. Alkuin Holländer: Wilhelm von Oranien und Straßburg 1568 und 1569. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 60 (1906), S. 50–98, bes. S. 59f.
  9. Vgl. Winfried Dotzauer: Die deutschen Reichskreise (1383–1806). Steiner, Stuttgart 1998, S. 412.
  10. Brief von Johann Weyer an Wilhelm IV.von dem Bergh-’s-Heerenberg vom 25. August o. J.; Archief Huis Bergh (Regest Nr. 5971). In dem Brief wird die Selbstverletzung von Antoine II. de Lalaing (1530–1568), Comte de Hoogstraten, in „Bensburch“ – noch vor der Schlacht bei Geldenaken – durch einen Schuss in die linke Hand erwähnt, deren Folgen der Comte am 12. Dezember 1568 erliegen sollte.
  11. Vgl. auch die Berichte des englischen Diplomaten Henry Killegrew (um 1528–1603) an William Cecil vom 12., 17. und 31. Mai 1569; Elizabeth: May 1569. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 9 (1874), S. 67–82 (British History Online).
  12. Vgl. Franz Dominikus Häberlin: Neueste teutsche Reichs-Geschichte, Vom Anfange des Schmalkaldischen Krieges bis auf unsere Zeiten, Bd. VIII, Johann Jakob Gebauer, Halle 1779, S. 4f (Google-Books).
  13. 1 2 3 Vgl. Brief von Johannes Sturm an Théodore de Bèze vom 29. Juni 1584 aus Nordheim; Gotha Forschungsbibliothek (Cod. A 405, Blätter 540–563), abgedruckt in: Théodore de Bèze: Correspondance, Bd. XXV 1584. Librairie Droz, Genf 2003, Nr. 1681, S. 121–150, bes. S. 125f und 143f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).
  14. Vermutlich ist Manfred Balbani (1544–1624) gemeint.
  15. Vgl. Archief Huis Bergh (Regest Nr. 5777, vgl. Nr. 5927).
  16. Vgl. Johann Weyer: De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis, 2. Aufl. Johann Oporinus Nachfolger, Basel 1577, S. 717f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).
  17. „Philippus Palm Coloniensis“ wurde 1552 immatrikuliert in Basel.
  18. Vgl. Brief von Dietrich Weyer aus Kleve an Wilhelm IV. von dem Bergh-’s-Heerenberg vom 1. Mai und Notariatsinstrument vom 17. Mai 1570; Archief Huis Bergh (Regesten, Nr. 3133 und 6011, vgl. Nr. 3132 und 3169); Gertrud Susanna Gramulla: Handelsbeziehungen Kölner Kaufleute zwischen 1500 und 1650. (Forschungen zur internationalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 4). Böhlau, Köln 1972, S. 136.
  19. Rijksarchief Gelderland Arnheim (0214 Huis Bergh, Regesten Nr. 3154)
  20. Vgl. Urkunde vom Juli 1572; Archief Huis Bergh; (Regest Nr. 3160); vgl. Eintrag vom 13. Juli 1595; Oud-archief Zutphen (1156a Rekening van overrentmeester Roleffs van Hekeren).
  21. Vgl. Urkunde vom 16. November 1578 (Zeugnis von Joachim Bilstein, wohl der Sohn); Archief Huis Bergh; (Regest Nr. 3505, vgl. Nr. 3160).
  22. Vgl. Brief vom 27. Juni 1581 aus Veldenz; Archief Huis Bergh (Regest Nr. 6943).
  23. Vgl. A. Kluckhohn: Gesandtschaftsberichte (a. a. O.), S. 55.
  24. Zu Christoph Prob vgl. Kurt Stuck: Personal der kurpfälzischen Zentralbehörden in Heidelberg 1475–1685 unter besonderer Berücksichtigung der Kanzler (Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der pfälzischen Lande), Ludwigshafen 1986, S. 76.
  25. Vgl. auch den Bericht des englischen Gesandten Dr. Valentine Dale († 1589) von einem Treffen mit „Doctor Wyer“; Elizabeth: August 1574. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 10 (1876), S. 537, 553 und 560 (British History Online).
  26. Vgl. Brief von Théodore de Bèze an Heinrich Bullinger vom 10. September 1574 aus Basel (Staatsarchiv Zürich, MS E II 381, Blätter 1378–1380). In: Hippolyte Aubert, Alain Dufour (Hrsg.): Correspondance de Théodore de Bèze (Travaux d'Humanisme et Renaissance, 254), Bd. XV 1574, Droz, Genf 1991, S. 156–161.
  27. Vgl. A. Kluckhohn: Gesandtschaftsberichte (a. a. O.), S. 36–53.
  28. Vgl. A. Kluckhohn: Gesandtschaftsberichte (a. a. O.), S. 53.
  29. Brief von Kurfürst Friedrich III. an Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel (1532–1592), datiert Heidelberg 17. Mai 1575. In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondance inédite de la maison d’Orange-Nassau, Band I/5 1575–1577, S. und J. Luchtmans, Leiden 1838, S. 200f (Google-Books).
  30. Max Lossen: Der Kölnische Krieg, Band I Vorgeschichte 1561–1581, Perthes, Gotha 1882, S. 273.
  31. Kurpfälzische Aktennotiz, datiert Straßburg 25. September 1575 (MS. P.C. 399). In: G. Groen van Prinsterer (Hrsg.): a. a. O., S. 317f (Google-Books).
  32. A. de Ruble (Hrsg.): Mémoires, Bd. I (a. a. O.), S. 350f (OpenLibrary).
  33. Vgl. F. Bezold: a. a. O., Bd. I, S. 261–266.
  34. Vgl. John Casimir's Answer to Sidney's Negotiation vom 8. Mai 1577 in: Elizabeth: May 1577. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 11 (1890), S. 569–587 (British History Online).
  35. Vgl. Johann Nicolaus Anton: Schriftliche Vorstellung des Gesandten der Königin Elisabeth von England, Robert Belus, an dem Kurfürsten August zu Sachsen gegen das Konkordienbuch. In: Christian Wilhelm Schneider (Hrsg.): Bibliothek der Kirchengeschichte 1.2 (1781), S. 204–219, bes. S. 204–206 (Google-Books); Jan Nicolaas Bakhuisen van den Brink: Het Convent te Frankfort, 27-28 september 1577, en de Harmonia Confessionum. In: Nederlands Archief voor Kerkgeschiedenis 32 (1841), S. 235–280.
  36. Vgl. F. von Bezold: Briefe des Pfalzgrafen (a .a. O.), Bd I, S. 568.
  37. Vgl. J. Strype: Annals (a. a. O.), Bd. III, S. 87f und 215f; Brief von Georg Gustav von Pfalz-Veldenz an Königin Elisabeth vom 20. September 1584 aus Veldenz („remembering her kindness to him two years ago“); [Elizabeth: September 1584, 11-20]. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 19 (1916), S. 70 (British History Online); Brief von William Cecil an Georg Johann I. von Veldenz-Lützelstein vom 15. September 1582 aus Oatlands Palace (Mm. 1. 43; Baker Manuscripts 32); vgl. A Catalogue of the Manuscripts Preserved in the Library of the University of Cambridge, Band V, University Press, Cambridge 1867, S. 351.
  38. Vgl. Brief von Zuleger an Johann VI. von Nassau-Dillenburg (1536–1606), datiert Hedesheim 9. März 1584. In: F. Bezold: a. a. O., Bd. II, S. 199f.
  39. Vgl. Brief Georg Johanns I. an Ernst von Bayern, datiert Stuttgart 28. September 1584. In: Ebenda, S. 232f.
  40. Vgl. Ebenda, S. 407f.
  41. Vgl. Manfred Krebs: Die kurpfälzischen Dienerbücher 1476–1685, in Registerform bearbeitet. In: Mitteilungen der Oberrheinischen Historischen Kommission 1 (1942), S. 7–168, bes. Nr. 2966, S. 137, und Nr. 3016, S. 139.
  42. Vgl. Dieter Cunz: Die Regentschaft des Pfalzgrafen Johann Casimir in der Kurpfalz 1583–1592. (diss. phil.), Frankfurt am Main 1934, S. 34.
  43. Dietrichs Vater stammte aus einer adeligen Familie; vgl. Heinrich Eschbach: Dr. med. Johannes Wier, der Leibarzt des Herzogs Wilhelm III. von Cleve-Jülich-Berg. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins 1 (1886), S. 57–174, bes. S. 169f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).
  44. Vgl. Paul Hassel: Ein brandenburgisch-holländisches Bündniß (1594–1595). In: Zeitschrift für preußische Geschichte und Landeskunde 5 (1868), S. 504–541 (Google-Books), bes. S. 521 und 527f (Nachdruck Zeller, Osnabrück 1972); vgl. den Bericht über seinen Vortrag vor dem Bergischen Geschichtsverein. In: ebenda, S. 205–207, bes. das Zitat S. 206 (Google-Books).
  45. 1 2 Vgl. Volker Press: Calvinismus und Territorialstaat. Regierung und Zentralbehörden der Kurpfalz 1559–1619 (Kieler Historische Studien 7), Klett, Stuttgart 1970, S. 389.
  46. Vgl. Marinus Lodewijk van Deventer: Gedenkstukken van Johan van Oldenbarnevelt en zijn tijd, Bd. II 1593–1602, Martin Nijhoff, ’s-Gravenhage 1862, S. 135–137.
  47. Vgl. Brief van Wyer uit Kleef aan de Staten-Generaal over samenwerking tegen de koning van Spanje; Nationaal Archief Den Haag (Stukken Verspreide Collecties, 1590–1795, Nr. 5).
  48. 1 2 Vgl. Ruth Füchtner, Heike Preuss (Bearb.): Das Inventar der Geheimen Kanzlei der Herzöge von Jülich-Berg aus dem Hause Pfalz-Neuburg (1609–1716). (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 61). Droste, Düsseldorf 1994, S. 81.
  49. Thomas Beer von Lahr: Original-Denkwürdigkeiten eines Zeitgenossen am Hofe Johann Wilhelm's III., J. H. C. Schreiner, Düsseldorf 1834, S. 52–56 (Google-Books).
  50. 1 2 3 4 Vgl. Nicolaas Japikse (Bearb.): Resolutiën der Staten-Generaal van 1576 tot 1609, Bd. IX 1596–1597 (Rijks geschiedkundige publicatiën. Grote serie 62), Martinus Nijhoff, ’s-Gravenhage 1926, S. 137, 454, 457, 507, 510 und 561.
  51. Vgl. Missive van Diederich Wijer, agent van de Republiek in Duitsland, namens Saksen, Hessen, Brunswijk, Nassau, Gulik, Kleef en Berg, aan de Staten-Generaal; Nationaal Archief Den Haag (Sammlung Johan van Oldenbarnevelt, Nr. 2562).
  52. Generaale Index op de Registers der Resolutien van de Heeren Staaten van Holland en Westvriesland … 1591 tot … 1599, o. O. 1771, passim (Google-Books).
  53. Vgl. Emanuel von Meteren: Eigentlich vnd volkomener Historische Beschreibung des Niderlendischen Kriegs. Janssen, Arnheim 1614, S. 987; hier ungenau: „Paul Diabyn“.
  54. Vgl. Memorie houdende aanvullende opmerkingen van Diederik Weijer, agent in Duitsland, op zijn eerder bij de Staten-Generaal ingediende memorie; Nationaal Archief Den Haag (Sammlung Johan van Oldenbarnevelt, Nr. 1512).
  55. Vgl. Robert Feenstra: Pieter Cornelisz. van Brederode (1558[?]-1637) als rechtsgeleerd schrijver. In: Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis 412 (1959), S. 412–468.
  56. Weistum von 1602 im Stadtarchiv Worms (Bestand 50 Gemeindearchiv Heppenheim/Wiese, Nr. 1); vgl. Raimund Schmitt: Heppenheim an der Wiese. Ein Heimatbuch in Text, Bildern und Dokumenten. Reithmayer, Grünstadt 1971, S. 55.
  57. Vgl. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine, Bd. III. s. n., Frankfurt am Main / Leipzig 1787, S. 227–230 (Google-Books); Werner Kropp: Burg Heppenheim an der Wiese – Eine fast vergessene „Burg“ der Herren von Heppenheim (Online bei regionalgeschichte.net)
  58. Vgl. Ernst Wörner: Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen. Provinz Rheinhesse. Kreis Worms. Arnold Bergsträßer, Darmstadt 1887, S. 60.
  59. 1 2 Vgl. Rüdiger Fuchs: Die Inschriften der Stadt Worms. (Deutsche Inschriften. Mainzer Reihe 2). Reichert, Wiesbaden 1991, Nr. 609, S. 434f, vgl. S. 397.
  60. Vgl. Julius und Albert Erbstein: Ein Albus des Grafen Hermann Friedrich von Berg ('s Heerenberg) zu Stevensweerd. In: Blätter für Münzfreunde 17 (1881), Sp. 821–825, bes. Sp. 823.
  61. Vgl. zu den Wappen R. Fuchs: Inschriften (a. a. O.), S. 574 und 577.
  62. 1 2 Vgl. Andreas Hansert, Herbert Stoyans: Frankfurter Patrizier. o. O. 2012, S. 269.
  63. 1 2 „Dietrich Weyer. Joh. Casimir Weyer. Görg Dieterich Weyer. Joh. Ditterich Weyer“; vgl. Wilhelm Havemann: Das Stammbuch von Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg. In: Archiv des Historischen Vereins fur Niedersachsen (1846), S. 98–129, bes. 125 (Google-Books) (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; 8° Cod. Ms. hist. 220 Cim., Bl. 118).
  64. Vgl. S. Stelling-Michaud: (Hrsg.): Le livre du Recteur (a. a. O.).
  65. Vgl. den Versteigerungskatalog William Petty Marquis of Lansdowne: Bibliotheca Manuscripta Lansdowniana, Bd. I, Leigh & Sotheby, London 1807, S. 139 und 163; jetzt British Museum London (Bibliotheca Lansdowniana 35,59; 35,61 und 42,28).
  66. Gemeint ist vermutlich der kurpfälzische Kämmerling Hans Heinrich von Brandenstein; vgl. F. von Bezold: Briefe (a. a. O.), Bd. II, Nr. 228, S. 170f.
  67. Fürstlich brandenburg-bayreuthischer Geheimer Rat zu Kulmbach, galt als Kryptocalvinist, ab etwa 1610 coburgischer Geheimer Rat, Herr zu Lichtenberg, später zu Blankenstein; vgl. Thomas Freller: Stationen einer „weltmännischen“ Erziehung. Eine Rekonstruktion der Italien-, Palästina- und Ägyptenreise des Christoph von Waldenfels in den Jahren zwischen 1582 und 1587. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken (2007), S. 103–121.