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vom 15.04.2017, aktuelle Version,

Filmcollege

Das Filmcollege war von 2005 bis 2014 eine Bildungseinrichtung in Wien für junge Filmschaffende.

Geschichte

Das Filmcollege wurde im Jahr 2005 gegründet. Dieses Ausbildungsangebot wird mit dem letzten Jahrgang Ende Februar 2014 auslaufen. Die Initiative ging von jugendlichen Filmschaffenden, die sich im Verein Gruppe Umkehrfilm zusammengefunden hatten, sowie verschiedener Film-Fachverbände, vor allem dem Verband österreichischer Kameraleute, aus. Das polycollege Stöbergasse, das auch Institutionen wie das renommierte Wiener Programmkino Filmcasino oder den zweitgrößten österreichischen Filmverleih polyfilm betreibt, fand Interesse an der Idee einer Schule und stellte sich als Träger zu Verfügung. Am filmcollege wurden etwa 60 Studenten in vier verschiedenen Spezialisierungen von etwa 40 Dozenten unterrichtet.

Allgemeines

Das Filmcollege legte ein besonderes Augenmerk auf die Bereiche Fernsehen (Fernsehfilm und Fernseh-Serie), Dokumentarfilm und Marketing (Vertrieb, Verleih und Verwertung).

Die Schule wurde von der Satel-Privatstiftung unterstützt, die unter anderem für besonders engagierte Studenten Semester-Stipendien vergibt. In engem Austausch mit renommierten Vertretern der österreichischen Filmbranche erstellte Wolfgang Haberl Curricula für die fünf Studiengänge. In den Jahren 2007 bis 2009 stand er der Schule zunächst als pädagogischer Leiter dann als Gesamtleiter vor.[1]

Die Ausbildung gliederte sich in sieben Semester. Unterrichtet wurde in einem Modulsystem mit durchschnittlich 25 Unterrichtseinheiten pro Woche, exklusive eigenständiger Arbeiten und Semesterprojekten. Das Studium begann mit dem Grundlehrgang (zwei Semester), in dem alle Studierenden, unabhängig von ihren Spezialisierungswünschen in allen Fächern unterrichtet wurden und der mit dem „Filmmaking Zertifikat“ endete.

Nach erfolgreichem Abschluss stiegen die Studenten in den Hauptlehrgang auf (fünf Semester), wo sie nun gemäß ihren Spezialisierungen unterrichtet wurden. Spezialisierungsmöglichkeiten gab es in den fünf Fachbereichen Produktion, Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt.

Die Ausbildung schloss mit einem Abschlußssfilm ab. Die Ausbildung am filmcollege wird von den österreichischen Film-Fachverbänden anerkannt.

Fachbereiche

Die Studenten spezialisierten sich im Laufe des Studiums in zwei Fachbereichen. Zur Auswahl stehen:

Neben dem Spezialisierungsunterricht gibt es auch Fächer, die für alle Studierenden verpflichtend sind. Dazu gehören Ton, Filmgeschichte, Bildgestaltung, Fernsehjournalismus und Filmmusik.

Bewerbung am Filmcollege

Die Bewerbung stand grundsätzlich jeder Person mit Vollendung des 17. Lebensjahres offen. Ein höherer Schulabschluss war keine Voraussetzung. Seit Herbst 2012 gibt es ein ähnliches Angebot mit neuen modular strukturierte Kursen an der spezialisierten Einrichtung "Film und Medien Zentrum Margareten" der Wiener Volkshochschulen.

Dozenten

  • Fachbereich Produktion

Heidi Hasenzagel (Aufnahmeleitung) - Peter Janecek (Herstellungsleitung) - Harald Karl (Filmrecht) - Thomas Kendall (Business English) - Wernfried Natter (Herstellungsleitung, Filmförderung) - Gerhard Schedl[2] (Filmförderung) - Constanze Schumann (Auftragsproduktion) - Robert Winkler (Filmproduktion) - Werner Zappe (Filmförderung) -

  • Fachbereich Regie

Michael Kreihsl (Spielfilm) - Kurt Brazda (Dokumentarfilm) - Bernhard Weirather (Spielfilm) - Walter Wehmeyer (Dokumentarfilm) -

  • Fachbereich Drehbuch

Mike Majzen (Storytelling/Drehbuch) - Martin Ambrosch (Drehbuch) - Robert Buchschwenter (Dramaturgie) - Bernhard Schärfl (Drehbuch) - Eva Spreitzhofer (Drehbuch) - Emil Bobi (Recherche) -

  • Fachbereich Kamera

Martin Gschlacht (Spielfilm) - Birgit Gudjonsdottir (Dokumentarfilm) - Max Meissl (TV-Reportage) - Wolfram Zöttl (Kamera-Grundausbildung) -

  • Fachbereich Schnitt

Bernhard Schmid (Spielfilm) - Stefan Fauland (Technik) - Philipp Mosser (Tonschnitt und Sounddesign) - Julia Pontilla (Schnitt-Grundausbildung) -

Bekannte Absolventen

Clara Lehnfeld

Einzelnachweise

  1. filmcollege-Info. 2008, abgerufen am 3. April 2015.
  2. Gerhard Schedl