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vom 08.05.2017, aktuelle Version,

Johann Anton Graf von Harbuval-Chamaré-Stolz

Johann Anton Graf von Harbuval-Chamaré-Stolz (voller Name: Johann Nepomuk Anton Gotthard Graf von Harbuval-Chamaré-Stolz, * 29. Oktober 1834 in Neuschloß; † 7. August 1895 in Ferleiten) war ein böhmisch-deutscher Rittergutsbesitzer und Parlamentarier der Zentrumspartei.

Mitglieder des Reichstages (1. Reihe-sitzend v.l.n.r.: Letocha, Dr. Windthorst, Graf v. Chamaré, Dejanicz v. Gliszczynski, Horn 2. Reihe – stehend-v. l. n. r.: Graf v. Praschma, Schmieder, Dr. Porsch, Dr. Frhr.Heereman v. Zuydwyk, Szmula)
Johann Anton Graf von Harbuval-Chamaré-Stolz (1834–1895). Photographie von Leopold Haase & Comp., Berlin um 1874

Leben

Er stammte aus der ursprünglich aus Frankreich stammenden böhmischen Grafenfamilie Harbuval-Chamaré. Sein Vater war Johann Nepomuk Ludwig Anton Graf von Harbuval-Chamaré-Stolz (1798–1873), seine Mutter Maria Hedwig Gräfin von Schaffgotsch (1805–1875).

Er war Offizier im österreichischen Militär im Range eines Rittmeisters. Als solcher nahm er 1859 am Krieg in Italien teil. Später unternahm er Reisen nach Belgien, Frankreich und Italien.

Harbuval-Chamaré-Stolz war österreichischer Kammerherr und Landesältester. Ab 1859 war er Herrschaftsbesitzer in Neuschloss (Böhmen) sowie Fideikommissherr im preußischen Neuhaus im Landkreis Münsterberg in Schlesien. 1864 heiratete er auf Schloss Stolz, Landkreis Frankenstein, Therese Gräfin von Schlabrendorf (1847–1898), die Tochter von Constantin Graf von Schlabrendorf (1812–1858) und der Bianca, geb. Gräfin von Pückler, Freiin von Groditz (1826–1870), mit der er acht Kinder hatte. Am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 war er als Malteserritter beteiligt.

Später war er in der deutschen Zentrumspartei politisch aktiv. Zwischen 1874 und 1893 war er Mitglied des Deutschen Reichstages und vertrat dort den Wahlkreis Regierungsbezirk Breslau 6 (FrankensteinMünsterberg).[1]

Einzelnachweise

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 75.

Literatur