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vom 18.06.2017, aktuelle Version,

Johannes Scheffer, genannt der Witwen Sohn von Weitbruch

Stammwappen der Geben-Schüser, später Schäfer

Johannes Scheffer (* um 1370/75; † nicht bekannt) war der Sohn des bei der Schlacht bei Sempach 1386 gefallenen Ritters Lüthold Scheffer und stammte von der Nebenlinie des alten Freiburger Adelsgeschlechts Geben-Schüser ab.

Herkunft

Johann Ulrich von Pfirt bezeichnet Johannes Scheffer als "eius famulus"

Abstammung

Johannes Scheffer geht aus dem Rittergeschlecht Schäfer hervor, welches wiederum von einer Nebenlinie des Freiburger Adelsgeschlecht Geben abstammt. Da er sich in zwei Urkunden (1393 und 1400) selbst als den "Witwen Sohn von Weitbruch" bezeichnet, liegt nahe, dass seine Mutter aus Weitbruch bei Haguenau stammte.

Leben

Schloss Heitersheim

Johannes Scheffer wurde um 1375 geboren. Nicht zweifelsfrei nachweisbar ist ob es sich bei dessen Vater um den 1386 bei der Schlacht bei Sempach gefallenen Ritter Lütfrit Schüser oder eventuell dessen Bruder Johannes Schüser aus dem Freiburger Adelsgeschlecht Geben-Schüser handelt. Zweifelsfrei hingegen ist die Herkunft seiner Mutter. Sie war eine geborene von Weitbruch bei Haguenau wie urkundlich mehrfach bestätigt wird. Eine engere Beziehung pflegte er mit Henman von Hauenstein, vermutlich dessen Ziehvater, und Henman von Beuggen.

Sie beide, der "Juncher henman von höwenstein" und "Jungher henman von Büghein" siegelten auf sein Bitten die Urfehde, die Johannes im Jahre 1393 dem Deutschen Ritterorden in Beuggen für seine Gefangennahme auf der Burg auf dem "Stein" zu Rheinfelden schwor.[1]

Später findet sich Johannes Scheffer als Vasall des Johann Ulrich von Pfirt, einem Ministerialadelsgeschlecht, welches nicht mit dem gleichnamigen Grafengeschlecht zu verwechseln ist. Dieser Johann Ulrich von Pfirt war der Sohn des elsässischen Landvogts Ulmann von Pfirt. Er war mit Adelheit von Hohenfels verheiratet, deren Ehe jedoch kinderlos blieb. Die Herren von Pfirt hatten nach dem Aussterben des gleichnamigen Grafengeschlechts ihren Sitz auf deren Stammburg in Ferrette[2], wo sie auch umfangreiche Lehen besaßen.[3] Auch rechtsrheinisch waren die Freiherren von Pfirt begütert so in Krozingen und Heitersheim. Dieser Johann Ulrich von Pfirt stand in den Diensten des Bernhard von Thierstein bzw. dem Markgraf Rudolf von Hachberg Sausenberg, der 1387 mit der erst dreizehnjährigen Anna, der Tochter des Egino von Freiburg verheiratet wurde.[4]

Selbst nannte sich Johannes Scheffer in zwei Urkunden als "Witwen Sohn von Witbruch"[5] und nicht bei seinem eigentlichen Familiennamen Schäfer. In einer Erklärung des Johann Ulrich von Pfirt aus dem Jahre 1399 bezeichnet er Johannes Scheffer als "eius familia".[6] Dieses Verwandtschaftsverhältnis beruhte wohl auf der Ehe zwischen dem Großvater des Johann Ulrich von Pfirt und der Clara (Geben-) Münzmeister, einer Nebenlinie des Adelsgeschlechts Geben in Freiburg. Zumindest zeitweise war Johannes in der Herrschaft Heitersheim tätig. Wohl kurze Zeit nach dem Tod seines Dienstherren als Folge einer Fehde der Herren von Schauenburg mit Bernhard von Baden im Jahre 1402 verlegte er seinen Sitz von Heitersheim nach Birkingen in der ehemaligen Grafschaft Hauenstein. Über den eigentlichen Grund des Umzugs kann nur spekuliert werden. Zunehmende Verarmung oder die Vermutung Kindler von Knoblochs, der die Kinder von dessen Großvater, aus einer nicht standesgemäßen Ehe vermutet, könnten der Grund dafür gewesen sein. Durch den Tod seines Dienstherren war Johannes zudem vermutlich die Existenzgrundlage entzogen worden.

In Birkingen wurde er als Vogt eingesetzt, ein Amt, welches von dieser Zeit an über mehrere Generationen hinweg von der Familie Schäfer ausgeübt wurde.

Literatur

  • Zeitschrift für die Geschichte am Oberrhein, Band 30
  • Theodor von Liebenau: Die Schlacht von Sempach, 1886
  • Carl Frantz Haberer: Eydgenössich-schweytzerischer Regiments Ehren-Spiegel, 1706
  • Martin Gerbert: Historia Nigrae Silvae ordinis Sancti Benedicti coloniae. Band: 3

Einzelnachweise

  1. Beuggener Copialbuch Fol. 119
  2. Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Band I., S. 79f
  3. Quellen zur Schweizer Geschichte. Band 15-1
  4. ZGORh. Bd. 16, S. 98
  5. Beuggener Copialbuch Fol. 119 in den Jahren 1393 und 1400
  6. ZGORh Band 30