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vom 23.08.2017, aktuelle Version,

Josef Trippolt senior und junior

Josef „Sepp“ Georg Trippolt senior (* 8. Juli 1948 in Bad St. Leonhard im Lavanttal; † 16. August 2017 ebenda[1][2]) war ein österreichischer Koch. Zusammen mit seinem Sohn Josef „Seppi“ Trippolt junior (* 1. Jänner 1973 in Wolfsberg) führte er das Restaurant „Trippolt’s Zum Bären“ in Bad St. Leonhard im Lavanttal mit Kärntner Küche, sowie Alpen-Adria-Küche.

Im Jahr 2003 wurde ihnen vom Gault-Millau die Auszeichnung „Köche des Jahres“ verliehen. Seit dem Tod seines Vaters führt der Sohn das Restaurant zusammen mit seiner Ehefrau Silvia Trippolt-Maderbacher weiter.[1]

Leben

Josef Trippolt senior wurde am 8. Juli 1948 in Bad St. Leonhard im Lavanttal am Hauptplatz Nr. 7 als drittes Kind von Luise († 1968) und Josef Trippolt geboren. Seine Eltern führten damals das Gasthof am Platz in Bad St. Leonhard, wobei die Mutter als Köchin und der Vater als Fleischhauermeister in der hauseigenen Fleischhauerei, sowie als Bauer auf einer Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe in Erscheinung traten. Nachdem er hier zusammen mit seinen zwei älteren Schwestern aufgewachsen ist und von 1954 bis 1958 die örtliche Volksschule und von 1958 bis 1962 die örtliche Hauptschule besucht hatte, absolvierte er noch ein Jahr an der Handelsschule in Klagenfurt. Nachdem er bereits seit frühester Kindheit der Mutter beim Kochen zugesehen hatte, folgte er jedoch in die Fußstapfen des Vaters und absolvierte von 1964 bis 1967 eine dreijährige als Fleischer und Selcher in Bregenz am Bodensee. Nachdem er in seinem dritten Lehrjahr den Lehrlingswettbewerb als Erstplatzierter abgeschlossen hatte, legte er im Mai 1967 vorzeitig seine Fleischergesellenprüfung mit Erfolg ab. Bei einem Kriegsfreund seines Vaters absolvierte er daraufhin ein Praxisjahr in einem wurst- und pastetenverarbeitenden Betrieb in Schleswig-Holstein. Danach arbeitete er im Jahre 1969 noch bei einem Fleischerbetrieb am Wörthersee, ehe er seine Laufbahn als Fleischer und Selcher im elterlichen Betrieb fortsetzte. Nach Ablegung der Meisterprüfung für das Fleischergewerbe im Oktober 1969 war Trippolt mit 21 Jahren der jüngste Fleischermeister von Österreich.

Nach seiner Hochzeit mit Gattin Maria (geborene Schober), eine gelernte Handelskauffrau, im Jahre 1971 pachtete er im darauffolgenden Jahr den elterlichen Gastbetrieb. Abermals ein Jahr später übernahm er den Betrieb zur Gänze und baute diesen neu auf. Noch in der Anfangszeit im eigenen Gasthaus kam am 1. Jänner 1973 der Stammhalter Josef „der Zehnte“ zur Welt; am 14. Oktober 1975 folgte Tochter Margret Elisabeth. Im fortgeschrittenen Alter strebten beide Kinder eine Karriere im Gewerbe ihrer Eltern an, wobei der Sohn Josef Trippolt junior nach seiner Lehre im Hospiz St. Christoph am Arlberg und zahlreichen Praxismonaten wieder zurück in den eigenen Betrieb kam, wo er den Vater fortan unterstützte. Tochter Margret absolvierte eine Lehre zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin im Bleibergerhof in Kärnten. In den Jahren 1980 und 1981 bauten die Trippolts ihr Gasthaus vollkommen neu auf und brachte ihre eigene, neue Philosophie – das Qualitätsdenken in allen Bereichen – ein.

Im eigenen Gasthaus verwirklichte Trippolt senior daraufhin seine große Kochleidenschaft, kam aber eigentlich überraschend zu seiner Karriere als Koch, als er eines Tages im Jahre 1980 für den ausgefallen Koch des Gasthauses einspringen musste. Im Jahre 1985 besuchte er ein Kochseminar im Schloss Laxenburg, das von Michael Reinartz, dem Herausgeber der deutschsprachigen Ausführung des Gault-Millau, ausgeschrieben wurde. Dort lernte er das Wissen seiner Vorbilder, wie zum Beispiel Eckart Witzigmann oder Emile Jung kennen. Auch das Arlberg Hospiz Hotel und deren Küche gab Trippolt als Vorbild an. Aus dem Gasthaus mit Kegelbahn entstand ein Gourmet-Lokal. So erhielt Trippolt senior bereits im Jahre 1989 seine erste Gault-Millau-Haube. 1995 folgte die zweite und 2001 die dritte Haube, die er bereits mit seinem damals 28-jährigen Sohn erkochte. Des Weiteren erhielt das Vater-Sohn-Gespann einen Guide-Michelin-Stern verliehen. Karrierehöhepunkt war die Auszeichnung „Köche des Jahres“ vom Gault-Millau im Jahre 2003. Auch Tochter Margret arbeitete einige Jahre im Familienbetrieb mit.

Am 16. August 2017 erlag Josef Trippolt senior 69-jährig einer schweren Krankheit und hinterließ neben seiner Frau Maria, seine beiden Kinder Josef junior und Margret mit deren Ehepartnern und insgesamt vier Enkelkindern, sowie eine Schwester.[2] Das Restaurant wird seitdem vom Sohn zusammen mit dessen Ehefrau Silvia Trippolt-Maderbacher weitergeführt.[1]

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Werner Ringhofer: Trauer um Josef Trippolt sen. In: Falstaff. 17. August 2017, abgerufen am 19. August 2017.
  2. 1 2 Parte auf trauerhilfe.at, abgerufen am, 23. August 2017