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vom 02.06.2018, aktuelle Version,

Otto Jaekel

Otto Jaekel (1901)

Otto Max Johannes Jaekel (* 21. Februar 1863 in Neusalz an der Oder; † 6. März 1929 in Peking) war ein deutscher Geologe und Paläontologe.

Leben

Otto Jaekel wurde in Neusalz an der Oder im Landkreis Freystadt i. Niederschles. als Sohn eines Königlichen Bauinspektors geboren. Er besuchte zunächst das Gymnasium in Glogau und dann die Ritterakademie zu Liegnitz. Er studierte Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 1886 bei Karl von Zittel promoviert wurde.

Von 1887 bis 1889 war Jaekel Assistent von Ernst Wilhelm Benecke am Geologisch-Paläontologischen Institut der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. 1890 habilitierte er sich an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. In Berlin wurde er 1891 Kustos am Naturkundemuseum. Das Naturkundemuseum wurde ab 1898 durch Wilhelm von Branca geleitet, mit dem Jaekel nicht gut zurechtkam. 1903 stand Jaekel vor einem Wechsel an die Universität Wien, der aber scheiterte.

Als Nachfolger von Wilhelm Deecke wurde Jaekel 1906 Professor an der Universität Greifswald. Mit seiner Berufung wurde das bisherige Mineralogische Institut in Greifswald zum Geologisch-mineralogischen Institut umprofiliert. Im Jahre 1908 eröffnete Jaekel die Pommersche Geologische Landessammlung. Jaekel befasste sich mit der geologischen Erforschung der pommerschen Küste, mit Ausgrabungen von Panzerfischen bei Bad Wildungen und mit Ausgrabungen von Dinosauriern bei Halberstadt.

Nach seiner Emeritierung in Greifswald nahm Otto Jaekel 1928 einen Lehrauftrag der Sun-Yat-sen-Universität in Kanton an. Doch bereits im März 1929 erkrankte er beim Besuch einer geologischen Tagung in Peking an einer Lungenentzündung, an der er im Deutschen Hospital starb.

Jaekels Hauptarbeitsgebiet waren die fossilen Vertebrata. 27 seiner Publikationen behandelten die Echinodermata. Jaekelopterus, eine Gattung der Seeskorpione, wurde nach ihm benannt. Die Paläontologische Gesellschaft wurde 1912 auf seine Initiative gegründet, er war ihr erster Präsident und wurde 1928 ihr Ehrenmitglied.

Jaekel war Mitglied der Corps Lusatia Breslau (1883) und Corpsschleifenträger der Guestfalia Greifswald (1922)[1] sowie Hauptmann im Reserveinfanterieregiment 210.

In den universitären Sammlungen der Universität Greifswald haben sich einige Zeichnungen und Gemälde Jaekels zu Natur- und Landschaftsmotiven erhalten.[2]

Jaekel war seit 1899 Mitglied der Leopoldina. Seit 1911 war er korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg.[3] Jaekel wurde 1904 mit dem russischen Sankt-Annen-Orden 4. Klasse, 1913 mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse und 1916 mit dem Titel „Geheimer Regierungsrat“ ausgezeichnet.

Schriften

Gedenktafel für Otto Jaekel in der Bahnhofstraße 46/47 in Greifswald
  • Ueber einen Ceratiten aus dem Schaumkalk von Rüdersdorf und über gewisse als Haftring gedeutete Eindrücke bei Cephalopoden. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1889, II. Band, Stuttgart 1889, 19 – 31, Tafel I
  • Die Selachier aus dem oberen Muschelkalk Lothringens. Abhandlungen zur Geologischen Specialkarte von Elsass-Lothringen, Band 3, Heft 4, Strassburg 1889, 273-332
  • Herr Otto Jaekel sprach über Hybodus AG.. Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, Berlin 1898, 135 – 143
  • Stammesgeschichte der Pelmatozoen. Erster Band: Thecoidea und Cystoidea. Julius Springer, Berlin 1899
  • Ueber einen neuen Chitoniden, Trachypleura, n. g., aus dem Muschelkalk von Rüdersdorf. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 52, C. Verhandlungen, Berlin 1900, 9 – 16
  • Ueber Placochelys n. g. und ihre Bedeutung für die Stammesgeschichte der Schildkröten. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1902, I. Band, Stuttgart 1902, 127 – 144, Tafel II
  • Ueber verschiedene Wege phylogenetischer Entwickelung. Gustav Fischer, Jena 1902
  • Über ein neues Reptil aus dem Buntsandstein der Eifel. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 56, Berlin 1904, 90 – 94
  • K. A. v. Zittel. Der Altmeister der Paläontologie. Gustav Fischer, Jena 1904
  • Über den Schädelbau der Nothosauriden. Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, Berlin 1905, 60 – 84
  • Placochelys placodonta aus der Obertrias des Bakony. Budapest 1907 (Archive)
  • Über das System der Reptilien. Zoologischer Anzeiger, 35, Leipzig 1910, 324 – 341
  • Die Wirbeltiere: eine Übersicht über die fossilen und lebenden Formen. Berlin: G. Borntraeger, 1911
  • Die natürlichen Grundlagen staatlicher Organisation. Selbstverlag des Verfassers, o. O., 1916
  • Die Morphogenie der ältesten Wirbeltiere. Berlin: G. Borntraeger, 1929

Literatur

  Wikisource: Otto Jaekel  – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1930, 19, 260; 55, 347
  2. Vgl. die Datenbank der wiss. Sammlungen der Universität Greifswald: http://141.53.15.34/Objektsuche/%7CSuchbegriff%7Cjaekel%7C/.
  3. Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. Otto Jaekel. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. September 2015 (englisch).