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vom 26.07.2016, aktuelle Version,

Rudolf Meinhard-Jünger

Rudolf Meinhard-Jünger, auch Rudolf Meinhard, Rudolf Jünger und Rudolf Meinhardt-Jünger (* 20. Dezember 1880 in Prag, Österreich-Ungarn als Rudolf Ohrenstein; 1942 im Ghetto Riga), war ein österreichisch-deutscher Schauspieler und Regisseur.

Leben

Der böhmischstämmige Rudolf Ohrenstein erhielt seine schauspielerische Ausbildung zur Jahrhundertwende. Sein erstes Festengagement ist 1903 am Berliner Schiller-Theater nachweisbar. Er blieb dort bis 1906, ehe er an das Kleine Schauspielhaus nach Wien ging. Nach zwei Spielzeiten ließ er sich 1908 an die Neue Wiener Bühne verpflichten. 1910/11 wirkte Meinhard an Wiens Residenzbühne, dann verließ er die österreichische Hauptstadt.

1911 ging der Künstler ans Berliner Theater. In der deutschen Hauptstadt nannte er sich mal Rudolf Meinhard, mal Meinhardt-Jünger oder auch Jünger. Unter diesen Namen wirkte der Prager zwischen 1917 und 1932 mit Nebenrollen in einer Reihe von Filmen mit und führte gelegentlich Regie. Zuletzt wirkte Rudolf Meinhard-Jünger als Verwaltungsdirektor der Meinhard-Bernauer-Bühnen Carl Meinhards.

Infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung kam die Karriere des jüdischen Künstlers vollständig zum Erliegen. Dennoch blieb Meinhard-Jünger in Berlin ansässig. Von dort wurde Rudolf Ohrenstein / Meinhard(t)-Jünger am 13. Januar 1942 mit Transport 8 Zug Da 44 in das Ghetto von Riga deportiert und dort wenig später ermordet.

Filmografie

als Schauspieler, wenn nicht anders angegeben

Literatur

  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 245.