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vom 24.11.2017, aktuelle Version,

SMS St. Georg

St. Georg
SMS St. Georg
SMS St. Georg
Schiffsdaten
Flagge Osterreich-Ungarn  Österreich-Ungarn
Schiffstyp Panzerkreuzer
Klasse mod. Kaiser Karl VI.-Klasse
Bauwerft Seearsenal, Pola
Kiellegung 11. März 1901
Stapellauf 8. Dezember 1903
Indienststellung 21. Juli 1905
Verbleib 1920 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
124,30 m ( Lüa)
123,33 m ( KWL)
Breite 19,01 m
Tiefgang max. 6,87 m
Verdrängung Standard: 7406 Tonnen
 
Besatzung 591 (bei Indienststellung)
Maschinenanlage
Maschine 18 Yarrow Wasserrohr-Kessel, 2 vertikale 4-Zylinder 3-fach Expansionsmaschinen
Maschinen-
leistung
15271,5 PSi
Höchst-
geschwindigkeit
22,01 kn (41 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 1 × 2 24 cm L/40 Krupp
  • 5 × 1 19 cm L/42 Škoda
  • 4 × 1 15 cm L/40 Škoda
  • 9 × 7 cm L/45 Sk Škoda
  • 6 × 1 4,7 cm L/44 Sk Škoda
  • 2 × 1 Ø 45cm Torpedorohre
  • 1 × 7 cm Flugabwehrkanone (ab 1916)

SMS St. Georg war ein Panzerkreuzer der k.u.k. Kriegsmarine, der als besser bewaffnete Variante des Kreuzers SMS Kaiser Karl VI. geplant wurde. Das Schiff absolvierte mehrere Auslandsreisen, wurde anschließend im Ersten Weltkrieg eingesetzt und spielte eine Schlüsselrolle beim Matrosenaufstand im Februar 1918. Nach dem Krieg wurde das Schiff abgewrackt. Der Kreuzer war nach dem Heiligen Georg benannt.

Geschichte

Baugeschichte

Panzerungs- und Bewaffnungsschema der SMS St. Georg.

Als Antwort auf die von Italien in den Jahren 1898–1902 gebauten drei Panzerkreuzer der Varese-Klasse genehmigten der österreichische und der ungarische Reichstag im Jahre 1900 die Mittel für den Bau eines dritten Panzerkreuzers zu den bereits vorhandenen SMS Kaiser Karl VI. und SMS Kaiserin und Königin Maria Theresia. Die Kiellegung erfolgte am 11. März 1901 im Seearsenal von Pola. Stapellauf war am 8. Februar 1903, Indienststellung am 31. Juli 1905. Gemäß den damals allgemein üblichen Gepflogenheiten verfügte das Schiff über eine große Anzahl von Rohrwaffen unterschiedlichen Kalibers.

Friedens- und Kriegseinsätze

  • 1905 - nahm das Schiff zusammen mit der SMS Szigetvár am Unternehmen der internationalen Eingreifflotte in der Levante teil.
  • 1906 - Levantekreuzfahrt
  • 1907 - Gemeinsam mit der SMS Aspern in die USA zum Besuch zur 300-Jahr-Feier von Jamestown/Virginia
  • 1913 - Anlässlich des Balkankrieges Patrouillenfahrten vor der Montenegrinischen Küste
  • 7. August 1914 – Läuft mit der gesamten Flotte aus um die deutschen Kriegsschiffe SMS Goeben und SMS Breslau nach Pola zu geleiten. Abbruch der Mission, die SMS St. Georg kehrt in Höhe von Kap Blanca um.
  • 23. Mai 1915 – Einsatz der gesamten k.u.k. Flotte gegen die italienische Ostküste. Beschießung von Rimini durch die SMS St. Georg.
  • 18. Juni 1915 - Im Verband mit der SMS Szigetvár Beschießung von Rimini, Persaro und Metauro.
  • 3. Februar 1916 – Im Verband mit der SMS Helgoland Beschießung von St. Vito und Ortona.
  • 28./29. August 1916 – Teilnahme am Flottenvorstoß vor die italienische Ostküste
  • 15. Mai 1917 – Schiffsverband mit der SMS St. Georg läuft zur Unterstützung der sich im Seegefecht in der Straße von Otranto befindlichen Novara-Gruppe aus.

Matrosenaufstand

Gedenkstein für die nach dem Matrosenaufstand hingerichteten vier Seeleute im heutigen Kotor.

Unter dem Eindruck einer sehr schlechten Versorgungslage, die sich vor allem in Unterernährung zeigte, und inspiriert von der kommunistischen Februar- und Oktoberrevolution 1917 in Russland, beschlossen Matrosen der SMS St. Georg im Hafen von Cattaro (Kotor) einen Aufstand zu beginnen. Am 1. Februar 1918 um 12 Uhr übernahmen 30 bewaffnete Matrosen das Schiff und schossen dabei den Kommandanten und einen weiteren Offizier nieder. Eine Rote Fahne wurde gehisst und Schüsse abgefeuert. Andere Besatzungen im Hafen begannen ihrerseits mit der Übernahme von Schiffen. Der Aufstand weitete sich unter den Schiffen mit großen Besatzungszahlen schnell aus, erfasste jedoch nicht alle kleineren Schiffe. Die deutschen U-Boote und Schiffe im Hafen schlossen sich dem Aufstand ebenfalls nicht an. Ein anschließend einberufener Matrosenrat stellte eine Liste von Forderungen auf. Die Hoffnung, die von der SMS St. Georg aus gesendeten Funkmeldungen über den Aufstand und die Forderungen, würde überall in Österreich-Ungarn und besonders im Flottenstützpunkt Pola, breite Unterstützung hervorrufen, erfüllte sich jedoch nicht. Die Armeeeinheiten an Land und die loyal gebliebenen Kriegsschiffe, angeführt vom Kreuzer SMS Helgoland, kreisten die Aufständischen nach drei Tagen ein und verhinderten so deren Flucht aus dem Hafen. Nach einem Ultimatum gaben die Meuterer schließlich auf.[1]

Die gesamte Besatzung der St. Georg wurde von Bord geholt, das Schiff entwaffnet, außer Dienst gestellt und als Wohnschiff in Téodo verankert.

Die Rädelsführer Franz Rasch und Anton Grabar, der Matrose Jerko Sizgoric, der den Kommandanten der St. Georg niedergeschossen hatte und der Matrose Mate Brnicevic der Gäa wurden anschließend zum Tode verurteilt und hingerichtet.[1]

Im Januar 1920 sprach die alliierten Marinekommission in Paris Großbritannien das Schiff zu, das es zum Abwracken an eine italienische Firma in Tarent verkaufte.

Technische Daten

Panzerschutz

  • Gürtelpanzer: 165 bis 210 mm
  • Deck: 36 - 45 – 60 mm
  • Panzerschotts: 190 mm
  • Vordere Barbette: 210 mm
  • Vorderer Turm: 50 - 160 – 200 mm
  • Geschützkasematten: 150 mm
  • Kommandoturm: 125 bis 200 mm

Anmerkung: Der Authentizität wegen werden die Ortsnamen in der Schreibweise der k.u.k. Kriegsmarine aufgeführt. Die Verlinkungen verweisen auf die heutigen Gegebenheiten.

Literatur

  • Erwin S. Sieche: Die Kreuzer der k. und k. Marine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick 27). Podzun-Pallas u. a., Wölfersheim-Berstadt u. a. 1994, ISBN 3-7909-0506-2.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Paul G. Halpern in "Naval Mutinies of the Twentieth Century: An International Perspective", Frank Cass, 2003, ISBN 0203584503, S. 45 und folgende