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vom 25.10.2018, aktuelle Version,

Sylvester Boettrich

Karl Anton Johann Eduard Sylvester Boettrich, auch Böttrich, (* 31. Dezember 1869 in Sorau; † Januar 1940 in Berlin-Wilmersdorf)[1] war im Ersten Weltkrieg Chef der türkischen Feldeisenbahn.

Leben

Boettrich trat am 1. April 1888 als Einjährig-Freiwilliger in das Infanterie-Regiment Nr. 107 der Preußischen Armee ein. Am 3. Juni 1890 wurde er zum Vizefeldwebel der Reserve befördert und im selben Monat zum Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 eingestellt. Dort wurde er am 18. November 1890 zum Portepee–Fähnrich ernannt und schließlich am 22. März 1891 zum Sekondeleutnant befördert.[2] Im weiteren Verlauf seiner Militärkarriere stieg Boettrich am 18. Juli 1914 zum Major auf.

Von 1914 bis 1917 war Boettrich Mitglied der deutschen Militärmission im Osmanischen Reich.[3] In Friedenszeiten war er als osmanischer Oberstleutnant zunächst Chef der Eisenbahn-Abteilung im osmanischen Generalstab, im Krieg dann Chef des Feldeisenbahnwesens. Er unterzeichnete am 16. Oktober 1915 einen Befehl,[4] der die Entlassung und darauf folgende Deportation Tausender beim Bau der Bagdadbahn eingesetzten Armenier genehmigte,[5] und der damit zum Völkermord an den Armeniern beitrug.[6][7][8] Dieser Befehl erfolgte gegen den Widerstand der deutschen Bahngesellschaft.

Nach seiner Rückkehr aus dem Osmanischen Reich war Boettrich Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30 an der Westfront. Nach dem Krieg, den er als Oberstleutnant beendete, lebte er in Berlin-Wilmersdorf.[9]

Orden und Ehrenzeichen

Einzelnachweise

  1. Sterberegister des Standesamtes Wilmersdorf von Berlin Nr. 169/1940.
  2. Gustav von Kortzfleisch, Emil Breyding (Bearb.): Geschichte des Füsilier–Regiments General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preussen (Hannoversches) Nr. 73, 1866–1891. R. Eisenschmidt, Berlin 1891, S. 399
  3. Klaus Wolf: Gallipoli 1915. Das deutsch-türkische Militärbündnis im Ersten Weltkrieg. Report Verlag, Bonn 2008, ISBN 978-3-932385-29-2, S. 237.
  4. Martin Tamcke: „Dich, Ararat, vergesse ich nie!“ Neue Beiträge zum Schicksal Armeniens, 2006, S. 77. (Digitalisat)
  5. Die Bagdadbahn
  6. Huberta von Voss: Porträt einer Hoffnung – die Armenier. Lebensbilder aus aller Welt. 2005, S. 82. (Digitalisat)
  7. Gerhard Hirschfeld: Enzyklopädie Erster Weltkrieg, 2008, S. 343. (Digitalisat)
  8. Vahakn N. Dadrian: The history of the Armenian genocide, 2004, S. 261. (Digitalisat (engl.))
  9. Berliner Adressbuch 1939 Teil I, S. 289 (Online).