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vom 23.05.2018, aktuelle Version,

Thomas M. J. Möllers

Thomas M.J. Möllers (2014)

Thomas M. J. Möllers (* 25. Januar 1962 in Mainz) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben

Möllers studierte Rechtswissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Université de Dijon.

Nach Ablegung des Ersten Juristischen Staatsexamen in Rheinland-Pfalz (Mainz) fertigte er eine rechtsvergleichende Dissertation bei Walther Hadding über das Thema „Die Haftung der Bank bei der Kreditkündigung – Ein Beitrag zu den Verhaltenspflichten bei der Kündigung von Krediten im deutschen und amerikanischen Recht“ an der Universität in Mainz und als Visiting Scholar an der University of California, Berkeley an.

Während seines Referendariats war Möllers ab Februar 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Wolfgang Fikentscher an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Nach der Referendarausbildung in Bayern sowie einer Wahlstation am Istituto Universitario Europeo in Florenz bei Gunther Teubner absolvierte er das Zweite Juristische Staatsexamen in München.

Im Juli 1995 folgte die Habilitation über das Thema „Rechtsgüterschutz im Umwelt- und Haftungsrecht. Präventive Verkehrspflichten und Beweiserleichterungen in Risikolagen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde er am 1. Juli 1996 zum Ordinarius für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Europarecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg ernannt.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das Deutsche und Europäische Zivil-, Kapitalmarkt- und Wettbewerbsrecht, das Europäische Gesellschaftsrecht, die Rechtsvergleichung und die Juristische Methodenlehre. Möllers betreut seit 1997 über 180 Doktoranden, wobei inzwischen mehr als 100 ihre Promotion erfolgreich abschließen konnten. Zu seinen Forschungsschwerpunkten entstanden bisher über 350 Veröffentlichungen auf Deutsch, Englisch, Chinesisch, Türkisch und Polnisch. Zudem hat Möllers über 160 wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland gehalten.

Möllers hatte Gast- und Forschungsprofessuren an den Universitäten in Sydney (1999/ 2000, 2006/ 2007), Pittsburgh (2000, 2011), North Carolina at Chapel Hill (2002, 2004, 2009), Pepperdine (2004), Hobart (2008), Washington, D.C. (2010) Beijing (2011), Lyon (2013, 2015) und Lanzhou (2016) inne.

Werk

National

Möllers ist seit 2007 Sprecher des Augsburg Center for Global Economic Law and Regulation (ACELR). Er gibt die Schriftenreihe „ACELR – Arbeiten zum Internationalen Wirtschaftsrecht und zur Wirtschaftsregulierung“ heraus. Außerdem ist er Mitherausgeber der Augsburger Rechtsstudien (Nomos-Verlag) und seit 1996 geschäftsführender Direktor des „Centre for European Legal Studies“ (CELOS). Des Weiteren ist er Mitglied des Fachbeirates des Munich Intellectual Property Law Center (MIPLC), einer Kooperation der Universität Augsburg, der Technischen Universität München, der George Washington University und der Max-Planck-Gesellschaft. Dabei ist er Mitherausgeber der Schriftenreihe des MIPLC und des Kölner Kommentars zum Wertpapierhandelsgesetz.

Im Rahmen seiner Forschung leitet er auch die Datenbank zum deutschen und europäischen Wirtschaftsrecht. Diese Datenbank soll einen umfangreichen Überblick über das europäische und nationale Wirtschaftsrecht ermöglichen und macht den Einfluss des Europarechts auf das nationale Wirtschaftsrecht sichtbar. Der Schwerpunkt der Datenbank liegt auf dem Kapitalmarkt- und dem Kapitalgesellschaftsrecht. Sie enthält aber auch die wichtigsten Entwicklungen im Privat- und Wettbewerbsrecht. Weit über 1000 Datensätze und ca. 6000 Dateien ermöglichen dem Nutzer Zugriff auf einen umfangreichen Bestand an europäischem Primär- und Sekundärrecht sowie zahlreichen nationalen Artikelgesetzen, Bundesgesetzen und Verordnungen.

Drittmittel erhielt Möllers unter anderem von der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Union und der „Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung“.

Seit 2009 ist er ständiges Mitglied im Stiftungsrat „Geld und Währung“ der Deutschen Bundesbank, zum 1. Juli 2015 wurde er einstimmig zum Vorsitzenden des Stiftungsrates gewählt. Daneben ist Möllers mehrfach als Sachverständiger für die Europäische Union, den Deutschen Bundestag und den Wissenschaftsrat tätig gewesen.

International

Möllers ist besonders international engagiert. Er ist verantwortlich für die Augsburger Stage Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht. Diese Veranstaltung vermittelt den Teilnehmern durch Vorlesungen, Seminare und Klausurenkurse die wesentlichen Grundlagen des Europäischen und Internationalen Wirtschaftsrechts. Seit 1997 beteiligen sich renommierte Gastdozenten aus den USA, Frankreich, Italien oder Südafrika in wechselndem Turnus an der Augsburger Stage. Zusätzlich wird ein LL.M.-Programm „Recht der internationalen Wirtschaft“ angeboten.

Teil des internationalen Engagements von Möllers ist auch das Summer Program, welches jährlich im Sommer in Augsburg stattfindet. Dieses Programm vermittelt deutschen, wie auch internationalen Studenten durch englischsprachige Kurse und Übungen Kenntnisse im europäischen Wirtschaftsrecht. Außerdem organisiert der Lehrstuhl von Möllers jedes Wintersemester ein Austauschprogramm mit sechs US-amerikanischen Universitäten (George Washington University, University of North Carolina at Chapel Hill, Pepperdine University, Santa Clara University, Chicago-Kent College of Law, University of Pittsburgh) und einer australischen Universität (University of Tasmania). Diese Kooperationen ermöglichen es den Studenten, teilweise bereits Punkte für einen LL.M.-Abschluss zu erwerben und ein Semester gebührenfrei an der jeweiligen Universität zu studieren.

Auszeichnungen & Stipendien

  • Oktober 2016: Einwerbung eines Jean‐Monnet Centres of Excellence an der Universität Augsburg „European Integration – Rule of Law and Enforcement (INspiRE)“
  • September 2012: Aufnahme in die Academia Europaea (The Academy of Europe), Sektion Law, mit Sitz in London.
  • Juli 2012: Wahl in den Scientific Board der italienischen juristischen Online-Zeitschrift „JUS CIVILE“.
  • März 2011: Aufnahme in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (European Academy of Sciences and Arts), Sektion Social Sciences, Law and Economics mit Sitz in Salzburg.
  • Januar 2011: Ernennung zum ständigen Gastprofessor der China University of Political Science and Law (CUPL) in Peking.
  • Juni 2010: Verleihung des Ad Personam Jean-Monnet-Lehrstuhl durch die EU-Kommission (reserviert für „angesehene Professoren, die internationale Lehrerfahrung und wissenschaftliche Veröffentlichungen auf hohem Niveau nachweisen können“).
  • Seit 2009: Expert for the Evaluation Exercise or Action Jean Monnet KA1 (including Information and Research Activities) für die Europäische Union (Education, Audiovisual and Culture Executive Agency).
  • September 2005: Verleihung eines Jean Monnet Chair for European Corporate, Capital Markets and Competition Law durch die EU-Kommission mit finanzieller Auszeichnung.
  • Seit 2004: Fachgutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
  • 2004: Fulbright-Stipendium für einen Forschungsaufenthalt an der Pepperdine University.
  • 2003: Beratungstätigkeit als Experte im Rahmen des EU Phare Project “Capital Market Legislation & Securities Commission – Legislation and Institutional Building – Czech Republic”, Prag (Tschechien).
  • Seit 1996: Prüfer des Auswahlausschusses der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • 1988 bis 1989: Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • 1984 bis 1988: Studentenstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • 1984: DAAD-Stipendiat für den Auslandsaufenthalt an der Université de Dijon/Frankreich.

Veröffentlichungen

  • Juristische Methodenlehre. C.H. Beck, München 2017. ISBN 3-406-71626-3
  • Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten. 9. Aufl., C.H. Beck, München 2018. ISBN 3-8006-5693-6
  • Kölner Kommentar zum WpHG (Herausgeber mit Heribert Hirte). 2. Aufl., Carl Heymanns 2014. ISBN 3-452-27587-5
  • Rechtsgüterschutz im Umwelt- und Haftungsrecht. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1996. ISBN 3-16-146562-8