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vom 27.06.2017, aktuelle Version,

Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof

Haltestelle Wien Hauptbahnhof
S-Bahn-Station Wien Hauptbahnhof (Bahnsteig 1–2)
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bauform Tunnelbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung Wsp H1(ÖBB), SL (VOR)
IBNR 8101590
Eröffnung 1959, 1962 (S-Bahn), 2012 (Umbau für Hauptbahnhof)
Architektonische Daten
Architekt Zechner & Zechner (Umbau 2007–2012)
Lage
Stadt/Gemeinde Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 11′ 11″ N, 16° 22′ 25″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich
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Die Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof (bis 9. Dezember 2012 Verkehrsstation Wien Südtiroler Platz) ist ein Umsteigeknoten im Bereich des Südtiroler Platzes und Teil des Wiener Hauptbahnhofes. Sie besteht aus der S-Bahn-Haltestelle Wien Hauptbahnhof (Bahnsteige 1 und 2), der U-Bahn-Station Südtiroler Platz – Hauptbahnhof, einigen Haltestellen innerstädtischer Straßenbahn- und Autobuslinien und dem Busbahnhof regionaler und internationaler Buslinien.

Lage und Geschichte des Verkehrsknotens

Lage

Die Verkehrsstation befindet sich an der Bezirksgrenze zwischen dem 4. Wiener Gemeindebezirk (Wieden) und dem 10. Bezirk (Favoriten),[1] dem bevölkerungsreichsten Bezirk Wiens, an der Südtiroler Platz genannten Kreuzung des Wiedner Gürtels (Landesstraße B221) mit der Favoritenstraße. An der Straßenoberfläche kreuzt hier der Wiedner Gürtel, in einer kurzen Unterführung gelegen, in Ost-West-Richtung den Straßenzug der Favoritenstraße und die von ihr hier südlich abzweigende Laxenburger Straße. Neben zahlreichen Fahr- und Abbiegespuren liegen im Kreuzungsbereich zudem die Gleise der Straßenbahnlinie O von Osten nach Süden. Bis zur Fertigstellung der U1, 1978, verkehrten hier außerdem die Straßenbahnlinien 66 und (1)67 in Nord-Süd-Richtung. Die Südbahn überquerte bis 2009 Favoritenstraße und Laxenburger Straße, die das südliche Platzende bilden, in Hochlage auf einer Brücke in West-Ost-Richtung, neben der sich östlich ein Bahnhofsstellwerk des Südbahnhofs befand. Da der neue Hauptbahnhof südlich des früheren Bahnhofs gebaut wurde, wurde diese Brücke bis 2012 durch ein nach Südosten verschwenktes Tragwerk ersetzt und das frühere Stellwerk abgerissen.

Geschichte

Um in den 1950er Jahren dem immer stärker werdenden Straßenverkehr mehr Platz bieten zu können, beschloss die Wiener Stadtverwaltung 1956, die Straßenbahnstation Südtiroler Platz der auf dem Gürtel verkehrenden Linie 18 in eine Unterführung zu verlegen. Parallel dazu sollten auch vier Fahrspuren des Wiedner Gürtels die Favoritenstraße unterfahren. Gleichzeitig wurden von den ÖBB die Arbeiten am Schnellbahntunnel und der Haltestelle der S-Bahn-Stammstrecke aufgenommen.

Da sich die 1959 eröffnete Unterführung der Straßenbahn und der Gürtelfahrbahnen bewährte, wurde etwa zehn Jahre später in offener Bauweise ein westlich direkt an die unterirdische Haltestelle anschließender Straßenbahntunnel errichtet, der vom Südtiroler Platz unter dem Wiedner Gürtel und dem Margaretengürtel entlangführt und inklusive einer Abzweigung Richtung Süden zur Quellenstraße und in die Wiedner Hauptstraße 3,4 km misst. Dieses Streckenstück, das die westliche Rampe der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle Südtiroler Platz auf das Straßenniveau ersetzte, wurde am 11. Jänner 1969 offiziell eröffnet. Die Tunnelstrecke wird als U-Straßenbahn, kurz Ustrab, bezeichnet.

Unter den oben erwähnten Einbauten befand sich ein Verbindungsbauwerk zwischen dem älteren Teil der Verkehrsstation und der bis 1978 erbauten U-Bahn-Station. Die Anlagen wurden im Rahmen des Umbaus umgestaltet bzw. sind durch die Schaffung der neuen Passage nicht mehr öffentlich zugänglich.

Neuester Umbau

Übergang vom Bereich der Wiener Linien in den ÖBB-Bereich innerhalb der Verteilerpassage
Straßenbahnrampe vor dem Bau der neuen Passage (2007) …
… und nach Abschluss der Arbeiten (2012). Die Glasfronten bringen Tageslicht in die Unterführung

Im Zuge der Errichtung des Hauptbahnhofs wurde die Verkehrsstation 2007–2012 in Zusammenarbeit von Wiener Stadtverwaltung, Wiener Linien und ÖBB grundlegend saniert und adaptiert.

Dabei wurden nicht nur haustechnische Anlagen und Oberflächen erneuert, sondern auch neue und größere Zugangswege angelegt. Umfangreiche Arbeiten waren dabei auch an der Schnellbahnstation notwendig. Zu Beginn der Bauarbeiten wurde die Decke des in offener Bauweise errichteten Tunnels entfernt. Als nächster Arbeitsschritt die beiden Seitenbahnsteige auf 210 m verlängert und die Oberleitung gegen Deckenstromschienen getauscht. Anschließend wurde die entfernte Decke wieder errichtet. Dabei entstanden auch zusätzliche Ausgänge zur Argentinierstraße. Der wesentlichste Eingriff bestand aber in der Errichtung einer neuen Fußgängerpassage, die die U-Bahn-Station direkt mit der Bahnhofshalle Nord verbindet. Zusätzlich sind auch alle übrigen öffentlichen Verkehrsmittel auf der Nordseite des Hauptbahnhofs mit ihr verknüpft. Sie unterquert die Gürtelfahrbahn, die Haltestelle der Straßenbahnlinie 18 und die S-Bahn Stammstrecke, die an dieser Stelle allesamt in Tieflage verlaufen. Besonders ist, dass die Unterführung dabei mit Sichtfenstern zu den unterirdischen Straßenbahn- wie auch S-Bahn Strecken ausgestattet ist. Dort gehenden Fahrgästen wird also freier Blick auf die beiden Gleisbereiche gewährt. Im Bereich der Straßenbahnstrecke gelangt dabei zusätzlich Tageslicht in das Bauwerk, da die Passage unterhalb der offenen Einfahrtsrampe zur U-Straßenbahn liegt. In der neu geschaffenen Passage entstanden zudem eine Informationsstelle der Wiener Linien und die Filiale einer Wiener Großbäckerei. Der Anschluss an die nördliche Bahnhofshalle erfolgte im Oktober 2014.

Anlage

Südtiroler Platz – Hauptbahnhof
U-Bahn-Station in Wien
U-Bahn-Station Südtiroler Platz – Hauptbahnhof
Basisdaten
Bezirk: Wieden
Eröffnet: 1978
Gleise (Bahnsteig): 2 (Mittelbahnsteig)
Stationskürzel: SL
Nutzung
Linie(n):
Umsteigemöglichkeiten: Hauptbahnhof:
R O 18 13A 69A N66 Regionalbusse, internationale Buslinien

Hauptbahnhof Ost:
D


Hauptbahnhof Süd:
69A

S-Bahn

Die S-Bahn-Station unter dem Südtiroler Platz besitzt zwei Seitenbahnsteige in einem in offener Bauweise errichteten Tunnel. Die S-Bahn nahm den Vollbetrieb am 17. Jänner 1962 auf. Am 9. Dezember 2012 erfolgte die Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs. Die S-Bahn-Haltestelle wurde mit diesem Datum in Wien Hauptbahnhof umbenannt. Sie wird organisatorisch als Teil des Hauptbahnhofs betrachtet und zählt zu den insgesamt 12 Gleisen mit Bahnsteig. Die prominenten Gleisnummern 1 und 2 erhielt sie aufgrund ihrer bei weitem stärksten Zugsfrequenz. Neben den S-Bahn-Linien S1, S2 und S3 halten hier auch alle anderen Züge der Stammstrecke. Die Linien S60 und S80 halten im oberirdischen Teil des Bahnhofs an den Bahnsteigen 3-4 (S80) und 11-12 (S60).

U-Bahn

Die U-Bahn-Station der Linie U1 befindet sich in Tieflage drei Stockwerke unter dem Südtiroler Platz, zwischen der Einmündung der (inneren) Favoritenstraße und dem Wiedner Gürtel. Sie verfügt über einen Mittelbahnsteig und wurde im Zuge der Inbetriebnahme des ersten Abschnittes der U1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz am 25. Februar 1978 eröffnet. Die beiden Röhren der U1 wurden in geschlossener Bauweise errichtet und unterqueren in rund 20 Meter Tiefe die anderen Verkehrsbauten. Ausgänge aus der U-Bahn-Station führen zu beiden Seiten auf die Favoritenstraße und auf den Südtiroler Platz. An letzteren ist in einem Zwischengeschoß die Verteilerpassage zum Bahnhof und den anderen Verkehrsmitteln angeschlossen. Der Name der Station Südtiroler Platz bekam am 9. Dezember 2012 nur den Zusatz Hauptbahnhof, da sich Vertreter Südtirols, für das Österreich völkerrechtlich als Schutzmacht fungiert, bei der Stadtverwaltung für die Beibehaltung des historischen Stationsnamens ausgesprochen hatten. Im Dezember 2014 sollte die U-Bahn-Station allerdings ebenfalls in Hauptbahnhof umbenannt werden; dies ist aber bis Februar 2017 nicht erfolgt.[2][3]

Straßenbahn

Die unterirdische Straßenbahnstation der Linie 18, die aus zwei direkt gegenüber liegenden Seitenbahnsteigen für je zwei Züge besteht, konnte dem Verkehr am 7. Mai 1959 übergeben werden.[4] Die Straßenbahnlinie O hält, auf dem Wiedner Gürtel von Osten kommend, an einer oberirdischen Haltestelle, da sie in die Laxenburger Straße einbiegt und nicht dem Gürtel folgt. Beide Straßenbahnstationen tragen den Namen Hauptbahnhof.

Die neue Haltestelle Hauptbahnhof Ost der zur Alfred-Adler-Straße verlängerten Straßenbahnlinie D ist räumlich von der hier beschriebenen Verkehrsstation weit entfernt. Sie befindet sich in der neu gebauten Karl-Popper-Straße direkt unter dem Bahntragwerk und ist über die östlichen Bahnsteigabgänge erreichbar.

Autobus

Die städtischen Autobuslinien 13A und 69A halten wie die Straßenbahnlinie O im Nahbereich des nördlichen Bahnhofsvorplatzes. Mit Baubeginn des Hauptbahnhofs im Jahr 2009 wurde der 1959 fertiggestellte größte Busbahnhof Wiens, der hauptsächlich von regionalen Autobuslinien Richtung Süden bedient wird, von seinem Platz östlich der Favoritenstraße auf die sogenannten Waldmanngründe westlich der Straße, ebenfalls nördlich des Bahnkörpers und südlich des Gürtels, verlegt und neu errichtet.

Linien im Verkehrsverbund Ost-Region

Linie Verlauf
Regional- und Regionalexpress-Züge nach Payerbach-Reichenau, Wiener Neustadt Hbf, Břeclav, Znojmo
Wien Meidling Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Hauptbahnhof 1-2 Wien Quartier Belvedere Wien Rennweg Wien Mitte Wien Praterstern Wien Traisengasse Wien Handelskai Wien Floridsdorf – Gänserndorf
Mödling Wien Meidling Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Hauptbahnhof 1-2 Wien Quartier Belvedere Wien Rennweg Wien Mitte Wien Praterstern Wien Traisengasse Wien Handelskai Wien Floridsdorf Wolkersdorf – Mistelbach (– Laa an der Thaya)
Wiener Neustadt Hbf – Baden Wien Meidling Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Hauptbahnhof 1-2 Wien Quartier Belvedere Wien Rennweg Wien Mitte Wien Praterstern Wien Traisengasse Wien Handelskai Wien Floridsdorf Stockerau – Hollabrunn
Wiener Neustadt Hbf – Baden Wien Meidling Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Hauptbahnhof 1-2 Wien Quartier Belvedere Wien Rennweg Wien Mitte Wien Praterstern Wien Traisengasse Wien Handelskai Wien Floridsdorf Stockerau Absdorf-Hippersdorf (– Tulln Stadt Tullnerfeld)
Wiener Neustadt Hbf Ebenfurth Wien Meidling Wien Hauptbahnhof Wien Grillgasse Kledering Himberg Gramatneusiedl Trautmannsdorf a.d. Leitha Sarasdorf Wilfleinsdorf Bruck an der Leitha
(Unterpurkersdorf Wien Weidlingau Wien Hadersdorf – Wien Wolf in der Au –) Wien Hütteldorf Wien Speising Wien Meidling Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Hauptbahnhof Wien Simmering Wien Stadlau Wien Erzherzog-Karl-Straße
Reumannplatz Keplerplatz Südtiroler Platz-Hauptbahnhof Taubstummengasse Karlsplatz Stephansplatz Schwedenplatz Nestroyplatz Praterstern Vorgartenstraße Donauinsel Kaisermühlen Alte Donau Kagran Kagraner Platz Rennbahnweg Aderklaaer Straße Großfeldsiedlung Leopoldau
O Migerkastraße – HauptbahnhofQuartier BelvedereRennwegLandstraße, Bahnhof Wien MittePraterstern
18 Burggasse-StadthalleWestbahnhofMatzleinsdorfer PlatzHauptbahnhof – Quartier Belvedere – St. MarxSchlachthausgasse
13A Skodagasse – Neubaugasse – Hauptbahnhof
69A SimmeringGeiselbergstraßeSonnwendviertelHauptbahnhof
N66 Kärntner Ring, OperSchwarzenbergplatzHauptbahnhofAlterlaa – Liesing

Bildergalerie

Ausgestaltung

Die Passage, die U1-Station, S-Bahn-Station und Hauptbahnhof verbindet, wurde 2012 vom Konzeptkünstler Franz Graf mit vier Wandbildern ausgestaltet. Er hat dabei unterschiedlichste Bildmotive aus seinem künstlerischen Archiv zu Kompositionen zusammengefügt. Filmsequenzen oder Traumbildern vergleichbar, fügen sich die Elemente aus geometrischen Symbolen, reduzierten Textfragmenten und Schriftbildern, Mustern organischer Strukturen und abstrahierten Porträtfotos aneinander. Die Installation mit dem Titel „SUED“ wurde als Digitaldruck auf Glas ausgeführt.[5]

Auf dem Bahnsteig der Straßenbahnlinie 18 Richtung Schlachthausgasse befindet sich ein von Rudolf Hausner gestaltetes keramisches Mosaik mit einer perspektivischen Ansicht von Wien mit Reliefelementen. Das Kunstwerk trägt den Namen „Wien-Panorama mit Verkehrslinien“ und wurde 1959 im Zuge der Errichtung des Verkehrsbauwerks Südtiroler Platz geschaffen. Um das Mosaik zu erhalten, wurde im Einvernehmen mit der Kulturabteilung der Stadt Wien im Jahr 2012 eine originalgetreue, geringfügig verkleinerte Nachbildung des Wandbildes angefertigt. Das Original befindet sich noch an seinem ursprünglichen Ort, dem gegenüberliegenden Bahnsteig, ist jedoch aufgrund von Einbauten im Zuge der Umbauarbeiten nicht mehr zugänglich.[6]

  Commons: Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gesetz über die Änderung der Grenzen zwischen dem 4. und 10. Bezirk und dem 3. und 10. Bezirk
  2. Wiener Hauptbahnhof: 335 Meter zur U-Bahn, Die Presse, abgerufen am 3. Juni 2010
  3. Stationsumbenennungen in Rahmen der Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofes, Stadtraum Hauptbahnhof, 13. Juni 2012
  4. Tiroler Platz auf xover.mud.at
  5. Installation SUED auf www.koer.or.at, abgerufen am 5. März 2017
  6. Kunst am Bau: Über 50-jähriges Mosaik von Rudolf Hausner am Hauptbahnhof präsentiert vom 16. Oktober 2013
Vorherige Station S-Bahn Wien Nächste Station
Wien Matzleinsdorfer Platz
 Wien Meidling
  Stammstrecke   Wien Quartier Belvedere
Wien Floridsdorf 
Vorherige Station U-Bahn Wien Nächste Station
Keplerplatz
 Reumannplatz
  U1   Taubstummengasse
Leopoldau