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vom 22.08.2016, aktuelle Version,

Video2brain

video2brain
Rechtsform GmbH
Gründung 2002
Sitz Graz, Osterreich Österreich
Leitung Christoph Schreinlechner
Mitarbeiter 60
Branche Lehrmittel
Website www.video2brain.com

Video2brain ist ein zu LinkedIn Austria gehörendes Unternehmen, das mit Schwerpunkt auf IT- und Kreativ-Themen Lehrvideos für Fotografen, Grafiker, Web- und Screendesigner in deutscher, englischer, spanischer und französischer Sprache produziert. Die Videos werden per Stream auf der Homepage des Unternehmens und manche Videos zusätzlich als DVDs in Zusammenarbeit mit den Fachverlagen Markt & Technik, Addison-Wesley und Peachpit-Press[1] vertrieben. Das Verlagsprogramm umfasst rund 1700 Kurse (Stand Februar 2013) bzw. 1500 Kurse im Januar 2016.

Geschichte

Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 in Graz von Gerhard Koren gegründet. Die Lehrvideos wurden auf DVD vertrieben. Bedienbar waren die Videos über eine in Adobe Flash programmierte Oberfläche, die sich einerseits installieren ließ, andererseits aber auch direkt in gängigen Browsern mit Flashplugin starten ließ. Schnell setzte sich das Konzept auf dem deutschsprachigen Markt als De-facto-Standard durch. Verschiedene Verlage nutzten die Technologie in Kooperation mit Video2Brain. Vor allem Addison-Wesley und Markt+Technik, die zur Mediengruppe Pearson gehörten. Galileo Press (heute Rheinwerk Verlag) entwickelten eine eigene von Video2Brain inspirierte Oberfläche.

Später wurden die Trainings auch als Download angeboten. Das Konzept der Flashoberfläche wurde dabei beibehalten.

Seit 2009 werden die offiziellen Videotrainings des Softwareherstellers Adobe Systems (Imprint: Adobe Press) von video2brain in englischer Sprache produziert. Die Kurse decken den Lehrplan der von Adobe angebotenen Zertifizierung „Adobe Certified Associate“ ab und sind die einzigen videobasierten Lehrmaterialien, die für diese Zertifizierung approbiert wurden[2] („Certified Associate Approved Courseware“). video2brain ist offizieller „Adobe Certified Training Provider“.

Weite Verbreitung fanden die zahlreichen Videotrainings zu Adobe Photoshop, die von Autoren wie Uli Staiger, Sven Brencher, Calvin Hollywood, Olaf Giermann und Pavel Kaplun gestaltet wurden. Aktuell werden Videos zu jeder verbreiteten Software aus den Bereichen Web und Bildbearbeitung angeboten. Für den personalisierten Kundenbereich auf seiner Website erhielt video2brain den Innovationspreis 2008 der Initiative Mittelstand.[3][4]

Neben dem Kauf von einzelnen Kursen wurde auch ein Abomodell eingeführt. Seitdem war es möglich, für die Laufzeit des Abonnements alle Videos von Video2brain ohne weitere Kosten zu nutzen (abgesehen von einigen veralteten Angeboten). Besonders interessant war dabei das Premiumangebot, bei dem man die Kurse herunterladen konnte und ohne Internetverbindung nutzen konnte. Obwohl in den AGB stand, dass der Nutzer nach Abonnement alle Materialien löschen muss,[5] konnten so natürlich auch alle Kurse nach Beendigung weiter genutzt werden.

Im Februar 2013 wurde video2brain von dem US-amerikanischen Lehrmittelanbieter lynda.com übernommen.[6] Am 9. April 2015 kündigte LinkedIn die Übernahme von lynda.com an, welche auch erfolgte.[7]

Im Juni 2015 wurde die alte Flash-Oberfläche bei allen Downloadangeboten durch neue Apps ersetzt. Es gibt Apps für Windows, Android und iOS. Die Videos sind seitdem nun nicht mehr direkt per Download erhältlich, sondern müssen mit den Apps heruntergeladen werden. Es ist nicht möglich die Apps offline zu nutzen, womit auch keine Angebote mehr nach dem Ende des Abonnements genutzt werden können.

Kritik

Im Juni 2015 wurde ohne Ankündigung die zuvor beworbene alte Downloadmöglichkeit abgeschaltet und stattdessen ein Download per App zur Verfügung gestellt. Damit wurde Premium-Abonnenten die Möglichkeit genommen, die Videotrainings offline zu schauen. Auch bietet die neue Oberfläche keine Menüstruktur wie zuvor und schließt alle Plattformen aus, für die keine App zur Verfügung gestellt wurde. Unter anderem ist es nur noch über Umwege wie Emulatoren möglich, die Trainings unter Linux zu nutzen.

Zusätzlich verursachten die Apps weitere Probleme. Für jeden Computer und Nutzer müssen die Trainings neu heruntergeladen werden. Eine zentrale Netzwerkfestplatte lässt sich durch die unterschiedliche Verschlüsselung ebenfalls nicht mehr nutzen. Ein Streaming etwa auf ein Fernsehgerät ist damit auch unmöglich geworden. Computern ohne Installationsmöglichkeit (Firmencomputer ohne Administratorzugang) lassen sich auch nicht mehr nutzen. Bei vielen Androidgeräten wird durch die App der knappe interne Speicher benutzt, weil entweder keine Erweiterung über eine SD-Karte möglich ist oder aber die App nicht in der Lage ist, diesen zu benutzen.

Dies stieß natürlich auf Kritik.[8] Video2brain bot deshalb seinen Premiumabonnementen an, dass sie ihr Abo auch während der Laufzeit kündigen konnten. Kritiker meinen, dass Video2brain sich aber verpflichtet hatte, die Trainings auch offline zur Verfügung zu stellen, Video2brain also vertragsbrüchig gegenüber seinen Kunden sei.[9] Auch wurde nur zögerlich und unzureichend über die Beschränkungen der neuen Apps informiert.

Betroffen sind auch alle Kunden, die zuvor einzelne Trainings per Download statt auf DVD gekauft hatten. Trotz der Probleme ist beispielsweise die App im Android Appstore überwiegend gut bewertet.[10]

Belege

  1. Publikationen von video2brain bei Peachpit Press
  2. 2011 Pearson Education, Peachpit Press
  3. Sonderpreis Österreich für video2brain
  4. pressebox.de: video2brain erhält Innovationspreis 2008
  5. Video2Brain: alte FAQ 28. Januar 2016
  6. lynda.com: lynda.com Acquires European Online Learning Company video2brain. 14. Februar 2013.
  7. LinkedIn to Acquire lynda.com (Medienmitteilung von LinkedIn)
  8. Zwangsapp.de 28. Januar 2016
  9. Video2Brain Wunschliste: Wunsch zur Rücknahme des Appzwangs (Memento vom 9. März 2016 im Internet Archive) 28. Januar 2016
  10. Google Playstore: Video2Brain App 28. Januar 2016