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vom 30.09.2017, aktuelle Version,

Waldorf Oberstufe Bozen

Die grüne WOB-Oase auf den Dächern der Schule im Industriegebiet Bozen

Die Waldorf Ober- und Mittelstufe Bozen (WOB) ist eine seit 2009 staatlich anerkannte allgemeinbildende Mittel- und Oberschule mit handwerklich-künstlerischem, sozialem und geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt auf der Grundlage einer erweiterten Waldorfpädagogik. Der Grundfächerkanon entspricht dem Kunstgymnasium mit der Fachrichtung Darstellende Kunst/Bildende Kunst. Die angewandte Dreisprachigkeit ist dabei zentraler Bestandteil des Unterrichts.

Leitbild

„Die Kunst ist ewig, ihre Formen wandeln sich.“[1] Dieses Zitat von Rudolf Steiner, dem Gründervater der Waldorfpädagogik, eignet sich gut als hinführender Satz auch zu den Bestrebungen von Schülern der Waldorf Oberstufe Bozen.

Grundlage der Waldorfpädagogik ist die Anthroposophie im Sinne Steiners. Dabei geht es um ein Lernen, das sich nicht bloß auf den Intellekt bezieht, sondern das auch auf emotionaler und praktischer Ebene basiert. Damit wird die individuelle Erfahrung in den Vordergrund gestellt, um so die Welt und sich selbst durch das Lernen wahrnehmen zu können. Die bekannten Symbole des anerkannten Kunstgymnasiums „WOB“ sind daher entsprechend gewählt: das Herz, die Hand und der Kopf.

Unterricht

Die Stundentafel bzw. das Fächerbündel der WOB orientiert sich an den Rahmenrichtlinien des Schulamtes der Autonomen Provinz Bozen. Der Unterricht an der WOB findet täglich von 8.00 bis 15.40 Uhr statt. Für die 9. Klasse endet der Unterricht um 14:40 Uhr. Freitags gilt diese Regelung für alle Schüler.

Die Monatsfeiern bieten den Schülern die Chance, sich zu zeigen.

Praktika: An allen Waldorfschulen weltweit werden Praktika durchgeführt, um einerseits den Schülern die Möglichkeit zu geben über ein Thema schwerpunktmäßig und tiefgehend zu recherchieren und andererseits die Kompetenzen und Fähigkeiten des einzelnen Schülers auszuloten. Unter Beachtung der für das Einzelfach vorgesehenen Gesamtstundenzahl sollen die Schüler für eine gewisse Zeit in einem Betrieb mitarbeiten und so einen Einblick in eine mögliche zukünftige Berufswelt gewinnen:

  • 9. WOB: Landwirtschaftspraktikum
  • 10. WOB: Handwerkspraktikum
  • 11. WOB: Sozialpraktikum + Auslands-Sozial bzw. Sprach-Praktikum (Englisch/Deutsch oder Italienisch)
  • 12. WOB: Berufs- bzw. Studienorientierungs-Praktikum

Theater: Kreativität und Selbstständigkeit werden neben Sport, Artistik, Gesellschaftsspiel und Musik durch diverse Theaterprojekte gefördert. Hier können sich die Schüler engagieren, sei es auf der Bühne in einer gewählten Rolle oder hinter den Kulissen als technische Mitarbeiter und Unterstützer.

Jahresarbeiten: Am Thema eines Fachbereiches, meist auch an einem fächerübergreifenden Thema, werden das Gelernte sowie neue Inhalte durch selbständiges Erforschen zu einer individuellen Bildungsgestalt gebracht und anschließend öffentlich in einer Präsentation dargestellt. Sie sollte intellektuelle, künstlerische und praktische Arbeit möglichst verbinden. Von den Schülern wird erwartet, dass sie zu einem schwerpunktartigen Erfassen von Sachverhalten kommen, Ursachen und Zusammenhänge erkennen und Lösungsansätze für die von ihnen formulierten Fragestellungen finden.

Portfolio: Die Portfolios sind als „Arbeitsmappen“ seit langem integraler Bestandteil der Dokumentation bildnerisch-künstlerischer Entwicklung. Ziel ist die Sammlung, Dokumentation und Reflexion von eigenen Anstrengungen, Fortschritten und Leistungen einschließlich des Nachweises einer kompetenzorientierten Entwicklung von Schülern und Waldorflehrerstudenten.

Jedes Jahr fährt die 12. Klasse der WOB nach Marokko.

Gemeinschaft

Gemeinschaft wird an der Schule groß geschrieben. Die Stärkung des Gruppengefühls und das gemeinsame Erleben innerhalb der Klassen und Schulgemeinschaft ist zentraler Bestandteil der Waldorf-Pädagogik. Sowohl während des Unterrichts als auch außerhalb der regulären schulischen Aktivitäten haben die Schüler diverse Möglichkeiten, ihre Position in der Gemeinschaft zu finden, neue Freundschaften zu schließen oder bestehende zu vertiefen. Theaterprojekte, Monatsfeiern oder Workshops, die während der Schulzeit angeboten werden und teilweise in den Unterricht integriert sind werden durch außerschulische Veranstaltungen komplementiert: Reisen und Ausflüge, unter anderem nach Marokko, Lissabon oder Elba, bieten den Kindern und Jugendlichen die Chance, sich selbst und einander persönlich kennenzulernen.

Einzelnachweise

  1. A quote by Rudolf Steiner. In: Goodreads. Abgerufen am 8. Dezember 2016.