[{Image src='600-m-018a.jpg' align='right' width='450' caption='Das Wrack des Kübelwagens.' height='338'}]
!!!Puch 600-M: Nächster Abschnitt
!!(Entschlüsseln und neu aufbauen)
von [Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]\\
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Als wäre es eine Szene aus dem Film „Jurassic Park“: Die Reste des Fabelwesens wurden geborgen und sind nun unter einem schützenden Dach verwahrt. Da kommen von anderen Orten Enthusiasten an, um das Artefakt zu bestaunen.

Wir trafen einige der alten Meister, um den Stand der Dinge zu erkunden. Neben der Werkstatt von Fredi Thaler ist die Plattform des Puch 600 M aufbewahrt. Was nach einem halben Jahrhundert unter der Erde davon übrig ist, lag vor uns. Ich hatte schon vor gut zwanzig Jahren von diesem vergrabenen Prototypen gehört. Im Jahr 2025 ist er ausgegraben worden.

Manfred Haslinger und Fredi Thaler sind ein wenig wie Sherlock Holmes und Doktor Watson. Sie tüfteln an Details, lösen technische Probleme, wie etwa ein Linkslenker-Gestänge auf Rechtslenker umgekupfert werden muß. (Der Kübelwagen war für den Export gedacht.)

!Zum Spengler
Wir besuchten Walter Pillich, der sich mit dem Blech befaßt. Viele Teile der Karosserie waren zusammengeknüllt wie gebrauchte Taschentücher. Solche Reste mußten sachte, aber energisch entfaltet werden, um die ursprüngliche Form überprüfbar zu machen; im Vergleich mit den wenigen erhaltenen Dokumenten.

Nein, nicht unter Hitze. Pillich: ''„Da würden sie wegen dem vielen Rost zerbrechen.“'' Es ist aber wichtig, die einstige Form möglichst wieder aus den Blechknäueln zu holen. Als interessierter Laie kommt man aus dem Staunen nicht heraus, was der Spengler mit virtuoser Handarbeit zuwege bringt. Nachdem grundlegende Fragen zu den Maßen des Kübelwagens geklärt waren, baute Pillich eine erste Werkgruppe von Komponenten, die aufeinander abgestimmt werden müssen.
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[{Image src='600-m-018b.jpg' class='image_block' width='400' caption='Manfred Haslinger (links) und Richard Mayr' height='300'}]
[{Image src='600-m-018c.jpg' class='image_block' width='400' caption='Fredi Thaler mit dem Lenkgetriebe' height='300'}]
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Inzwischen hängt auch schon ein nackter Motorblock im Heck. Der Querträger auf dem der Motorbügel später gelagert wird, ist schon vorhanden. Stichwort Sicken. Das sind jene Vertiefungen in Blechen, die einer Fläche Stabilität geben. Manche Sicken können mit einem komplexen Werkzeug ins Material gedrückt werden. Die Rundungen an deren Kanten müssen aber von Hand geformt werden.

Nein, nach der für all das nötigen Arbeitszeit haben wir nicht gefragt, Niemand notiert die Stunden. All das ist Kulturarbeit und Wissensarchäologe in der technischen Welt. Das Artefakt: ein Monument der versunkenen Ära im Geist der Zweiten Industriellen Revolution. (Wir befinden uns jetzt in der vierten.)
>[Home: Puch 600-M, Prototyp|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/600-m] (Offener Personen Kleinwagen)
[{Metadata Suchbegriff='Fredi Thaler, Manfred Haslinger, Walter Pillich, Puch 600 M, Kübelwagen, Prototyp, Mythos Puch, Mobilitätsgeschichte, Tesserakt, Archipel Gleisdorf' Kontrolle='Nein'}]
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[{Image src='600-m-018d.jpg' class='image_block' width='400' caption='Der Unterboden…' height='300'}]
[{Image src='600-m-018e.jpg' class='image_block' width='400' caption='…gibt keine Rätsel auf.' height='300'}]
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[{Image src='600-m-018f.jpg' class='image_block' width='400' caption='Walter Pillich mit einem Teil des Hecks.' height='300'}]
[{Image src='600-m-018g.jpg' class='image_block' width='400' caption='Richard Mayr und die Scheinwerfer-Sektion.' height='300'}]
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