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Notiz 009: Wegmarken am Start#

von Martin Krusche

Nun ist der Start fixiert. Die Projektträgerschaft steht fest, die formelle Einreichung wird eben abgewickelt. Das Projekt handelt davon, den schon laufenden Arbeitsprozeß am Thema mit einem speziellen Akzent aufzuwerten. Wenn diese Phase abgeschlossen ist und die konkrete Arbeitsstruktur feststeht, wird auch eine erste Einladung an die Bevölkerung ausgesprochen, eigenes Wissen einzubringen.

Ein ungewöhnlichs Gleisdorfer Beispiel: Dieser Tabernakelpfeiler steht gut sichtbar mitten auf einem Privatgrundstück, statt an der Grundstücksgrenzen. (Foto: Martin Krusche)
Ein ungewöhnlichs Gleisdorfer Beispiel: Dieser Tabernakelpfeiler steht gut sichtbar mitten auf einem Privatgrundstück, statt an der Grundstücksgrenzen. (Foto: Martin Krusche)

Bei weiterführenden Gesprächen haben wir derzeit Konsens: Ziel des Projektes „Wegmarken“ ist die Krönung eines komplexen Kommunikationsprozesses durch ein repräsentatives Buch, das die Menschen nicht belehrt, sondern durch seine Attraktivität und sachliche Fundiertheit für das Thema gewinnt.

Dieses Vorhaben handelt auch von der Magie, die ich Büchern zuschreibe; heute speziell im Kontrast zu elektronischen Medien. Es ist im Buch eine grundlegend andere Art angelegt, Themen und Wissen in die Welt zu bringen, folglich damit umzugehen. Wir stellen aber nicht ein Konzept gegen das andere, was sich ja auch in der umfangreichen Online-Dokumentation des Projektes ausdrückt, die schon existiert. (Siehe dazu Wegmarken: Die Hauptseite!) Es gelten hier beide Optionen als wichtig.

Winterdorf: Das Vergängliche und das Unverrottbare in einer gemeinsamen Nische. (Foto: Martin Krusche)
Winterdorf: Das Vergängliche und das Unverrottbare in einer gemeinsamen Nische. (Foto: Martin Krusche)

Im Vergleich zu Publikationen via Internet hat das Buchmachen eine völlig andere Geschwindigkeit. Dieser Aspekt ist wichtig.

Wir erhalten in einem komplexen kulturellen und sozialen Prozeß, den unser aktuelles Vorhaben ergibt, an einem Tempo fest, welches sich in fundamental anderer Art ereignet, als es Teleworking, Telepräsenz und E-Book-Publikationen tun.

Das heißt, dieses Projekt ist in realer sozialer Begegnung festgemacht und hat einen konkreten, materiellen, greifbaren Raum. (Die Kleinregion Gleisdorf.) Wir arbeiten dem natürlich auch online zu, nutzen EDV, aber das hat eine nachgeordnete Funktion. Die Betonung liegt auf der Welt der greifbaren Dinge. Zwischenbemerkung: dem Thema Netzkultur haben wir einen eigenen Arbeitsbereich gewidmet; siehe dazu: "Netzkultur" (Teleworking und Telepräsenz)!

Urscha: Sogenannte Begleitbäume flankieren das Kruzifix und ohne Mistkübel geht’s anscheinnd nicht. (Foto: Martin Krusche)
Urscha: Sogenannte Begleitbäume flankieren das Kruzifix und ohne Mistkübel geht’s anscheinnd nicht. (Foto: Martin Krusche)

Wo sich das Projekt potentiell an die gesamte Bevölkerung der Kleinregion Gleisdorf wendet, ist dieses Heraustreten aus der Internet-Präsenz in den Realraum unverzichtbar. Damit betonen wir auch die Wichtigkeit, aktuell darüber nachzudenken, was „Öffentlicher Raum“ bedeutet, der im Kontrast zu privaten Räumen steht und der ein wesentlicher Ereignisort des Gemeinwesens ist. Das heißt, neben den volkskulturellen Aspekten des Projektes klingen hier auch kulturpolitische Überlegungen an.

Genau das unterstreichen ja die Klein- und Flurdenkmäler in ihrer Präsenz, da sie als gut erkennbare Zeichen zwischen privatem und öffentlichem Raum vermitteln, auf visueller Ebene diverse Grenzen, Mauern und Zäune einebnen, um uns vom Leben anderer Menschen zu erzählen.

Das macht ihre kulturelle Bedeutung so besonders. Im Errichten und im Pflegen der Wegmarken erzählen Menschen von sich, von ihren Leuten, ihren Familien, vom Leben an einem Ort, ohne dabei Zurufe von außen oder von oben entgegenzunehmen. Sie tun das sehr selbstbstimmt und eigenwillig, was man den unterschiedlichen Wegmarken auch deutlich ansieht.

Wir haben Übereinkunft, daß dieses Projekt an solchen Zusammenhängen nicht rüttelt, also nicht belehrend angelegt wird, sondern eine Verbeugung vor diesen Objekten einer Kulturlandschaft ergibt, in denen sich die spirituellen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen zeigen.