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Notiz 033: Pakete#

von Martin Krusche

Die Gegenwart wird erst begreiflich, wenn wir für die letzten zweihundert Jahre wenigstens ein Gefühl bekommen. Zweihundert Jahre permanenter technischer Revolution. Davon ist unser aller Leben geprägt. Nun geht es um Entscheidungen, wie wir Inhalte und Schritte setzen möchten, um uns Zukunftsfähigkeit zu erarbeiten.

Bild 'paket'
Dazu kann man sich in furchterregenden Terminator-Phantasien verkriechen. Maschinen erheben sich und machen uns Menschen zu Sklaven. Eine fade Vision, aber gut als Plot für Action-Filme. Dagegen fallen mir vor allem zwei Aspekte ein.

  • Erstens: Weshalb sollten wir das aktuelle Entwicklungstempo nicht auch für kluge technologische Lösungen nutzen können?
  • Zweitens: Weshalb sollten sich Maschinen überhaupt für uns Menschen interessieren, falls sie ein Bewußtsein von sich selbst entwickeln?

Einflußreiche Denker wie Daniel Dennett und David Chalmers sind derzeit noch höchst gegensätzlicher Auffassung, was dieses Ichbewußtsein überhaupt sei und wo es in uns wohnen würde. Wir haben also keinen Tau, wie unser Ichbewußtsein angelegt ist, wie es funktioniert und wo es in uns verdrahtet, verlötet wurde.

Da sollte sich nun schon abzeichnen, daß von uns gebaute Maschinen darüber verfügen werden? Da sollten wir Vorstellungen haben, was das mit uns macht? Langsam, langsam! Diese Sorge überlasse ich vorerst meinen Nachkommen. Auch wenn Nassim Taleb nachdrücklich betont, daß wir nie wissen können, wann der Schwarze Schwan auftaucht, während wir uns zwischen all den weißen Schwänen sorglos bewegen.

Nun also erst einmal Pakete, die ins Schloß gebracht werden müssen. Allerlei Handgriffe und Vorbereitungen. Ich werde bei meinem Set auf Schloß Freiberg einen kleinen Überblick geben, der groben Orientierung gewidmet.

  • Von der Renaissance zur Ersten Industriellen Revolution.
  • Die große Automatisierungswelle: Zweite Industrielle Revolution.
  • Die Digitale Revolution.
  • Die Vierte Industrielle Revolution mit ihren selbstlernenden Systemen.

Das heißt, es beginnt bei einer technischen Innovation von epochaler Bedeutung. Portugal sammelte verfügbares Wissen und entwickelte die Karavellen, einen damals völlig neuen Schiffstyp. Ein reger Austausch mit der arabischen Welt führte in Europa zu enormen Entwicklungssprüngen. Von der Takelage der Karavellen über mathematische Grundlagen für die doppelte Buchführung bis zur arabischen Blickthorie, auf der die europäische Erfindung der Zentralperspektive beruht, haben unsere Leute von internationalen Verbindungen stets profitiert. (Nein, es gab im Islam kein generelles Bildverbot!)

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Haben Sie je versucht, mit römischen Ziffern komplexe mathematische Operationen durchzuführen? Das läßt sich nicht machen. Aber dank der arabischen Ziffern und einer sensationellen Erfindung aus der indischen Kultur, dem Konzept der Null, sind bis heute wichtige Entwicklungsschritte möglich. (Der Binärcode all unserer Computer mit den zwei Zeichen Eins und Null ist davon auch berührt.)

Mir ist schon klar, das wird im Schloß niemand in allen Details hören wollen. Es geht um den größeren Zusammenhang, das Big Picture. Wer es freilich sehr viel genauer wissen will, wie man über Zukunft und Zukunftsfähigkeit nachdenken könnte, wird das Set nach meinem Part interessant finden. Wissenschafter Hermann Maurer referiert diese Zusammenhänge unter dem Titel Wir haben zu wenig Phantasie.

Neue Sachen: Vom Mut zur Nachtmeerfahrt#

Diese Notiz betrifft: „Erste bis vierte industrielle Revolution“ (Vom Menschsein im zweiten Maschinenzeitalter: Wovon ist die Rede? Was macht das mit uns?), ein Input von Martin Krusche | Details