[{Image src='bachmann006a.jpg' align='right' width='500' caption='1657er Karte „Germania“ von Jan Jansson.' height='375'}]
!!!Bachmann: Böhmen und das Meer
!!(Historische Hintergründe)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
Die ''Boier ''waren ein keltischer Stamm, dessen Lebensraum als ''Boiohaemum ''(Heim der Boier) bezeichnet wurde. Daraus ergab sich das Wort Bohemia. Rund um 1600 war für sachkundige Personen völlig klar, daß dieses Böhmen nicht am Meer liegt. Es gab Kartenwerke, die einem bei der Orientierung halfen.
Ob flämische Maler oder William Shakespeare von der Kartographenarbeit wußten, kann ich nicht sagen. Wenn aber ein Böhmen am Meer als Motiv in der Kunst auftaucht, dann denke ich dabei nicht an einen Irrtum, sondern an eine Metapher.
Ich halte es bei Kunstschaffenden für ganz selbstverständlich, daß sie neben ihren Alltagsaufenthalten auch innere Welten bewohnen, die sich mit der Außenwelt keineswegs decken müssen. Ich bin sicher, das tun eigentlich alle Menschen. In der Kunst gibt es dann allerdings durch verfügbare Werke Evidenz und wir können ein paar Einblicke in solche Innenwelten anderer Menschen bekommen.
Es gibt keinerlei rationale Notwendigkeit, jenes Böhmen am Meer bei Dramatiker Shakespeare oder etwa bei Maler Adam Willaers am realen Böhmen zu überprüfen. Auch nicht bei Autorin Ingeborg Bachmann oder Maler Anselm Kiefer.
!Die Quest Richtung Cyberspace
Ich hatte schon als Kind „Sehnsuchtsorte“, die ich aufsuchen konnte. Oft aus Neugier, aber vor allem auch, wenn mir Momente in der Außenwelt unerträglich waren. Darin erfuhr ich einen Kategoriensprung, als ich das Lesen erlernte. Über Bücher wurde mir ein vielschichtiges Universum der Innenwelten und Sehnsuchtsorte anderer Menschen zugänglich.
Das bekam durch die Digitale Revolution in den 970er Jahren einen nächsten Schub. Nun aber, mitten in der Digitalmoderne, sind durch „Künstliche Intelligenzen“ neue Tore aufgestoßen worden. Wir erleben eine interessante Krise, die uns allerhand Klärungsbedarf auferlegt. Etwa unsere Auffassungen von Realität betreffend, von Freiheit, von der Conditio humana.
!Die Kartenwerke
Christoffel Plantijn druckte am 20. Mai 1570 in Antwerpen das Kartenwerk „Theatrum Orbis Terrarum“ des flämischen Geographen Abraham Ortelius. Diesen ersten tauglichen Atlas finanzierte der Bankier Gillis Hooftman van Eyckelberg, dem unter anderem eine Reederei gehörte. Ich bin auch beim Kartographen Jan Janszoon aus Amsterdam bezüglich Böhmen fündig geworden.
!Hintergrudfolie
Für das 16. und 17. Jahrhundert ist von einer naturwissenschaftlichen Revolution die Rede. Der Beginn des Zeitalters der Aufklärung läßt sich etwa um 1650 markieren. Im Jahr 1776 fand die Amerikanische Revolution statt, 1789 die Französische Revolution.
Im Jahr 1787 setzte Friedrich Schiller im Stück „Don Carlos, Infant von Spanien“ einen speziellen Akzent. Er läßt den Marquis von Posa, einen Malteserritter, sagen: ''„Alle Könige Europens huldigen dem spanischen Namen. Gehn Sie Europens Königen voran. Ein Federzug von dieser Hand, und neu Erschaffen wird die Erde. Geben Sie Gedankenfreiheit.“''
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>[Cyberspace|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/cyberspace] (Von der Fiktion zum Alltag)
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[{Metadata Suchbegriff='Abraham Ortelius, Shakespeare, Ingeborg Bachmann, Tangente, Epoche Null, Kulturpolitik, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
[{Image src='bachmann006b.jpg' align='left' width='500' caption='Böhmen und Prag auf einer 1601er karte von Abraham Ortelius.' height='375'}]