[{Image src='cyberspace008a.jpg' align='right' width='500' caption='Jürgen Kapeller (links) und Heimo Müller' height='375'}]
!!!Cyberspace: Erste Konzentration
!!(Neigungsgruppe Dark Matter)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\

Am 12. April 2026 fand ich einen ganzseitigen Artikel in der Kleinen Zeitung mit folgendem Zitat einer Kulturschaffenden aufgemacht: ''„KI kann Schriftsteller nie ersetzen“''. Ich dachte umgehend: Woher will sie das wissen?

Ich debattiere nun schon eine Weile mit versierten Profis die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Kunst, Kultur und KI. Es wagt niemand eine Prognose, wozu die KI in fünf Jahren fähig sei und wozu nicht. (Da gelten schon Voraussagen über zwölf Monate als kühn.) Ich kenne in meinem Milieu, dem Kulturvölkchchen, derzeit vor allem Ressentiments, aber kaum einen validen Diskurs über Fragen zur KI.

Jana Lasser von der Uni Graz leitet am interdisziplinären IDea_Lab die Forschungsgruppe für „Complex Social & Computational Systems“. Zur Frage nach einer möglichen Veränderung der Bildungslandschaft durch Künstliche Intelligenz nannte sie letzten November etwa dieses Beispiel: ''„Aus meiner Perspektive auch als Lehrende sehr stark, weil die Künstliche Intelligenz es erlaubt, sehr einfach sehr gut klingende Texte zu generieren. Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass ein Text, den ein Studierender oder eine Studierende uns abgibt, von dieser Person auch genuin geschrieben wurde, sondern das kann einfach die KI gewesen sein.“'' (Samstagsgespräch, ORF)
[{Image src='Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/table03/table03.jpg' class='image_right' width='500' caption='Papierenes anno 1971 aus meinem Archiv: „das hobby-Computerspiel“, in Zusammenarbeit mit IBM-Deutschland entwickelt.' height='375'}]

!Qualitätsfragen und Differenz
Das führt zur Frage, welche literarische, wahlweise künstlerische Qualität sich allenfalls betonen/geltend machen ließe, zu der eine KI nicht in der Lage sei. Aber ist das wirklich eine vorrangige und vor allem essenzielle Frage? In unserem Auftakt-Gespräch meinte Jürgen Kapeller: ''„Da besteht ein Abgrenzungsproblem. Damit tun sich viele schwer.“''

Er und Ewald Ulrich schienen sich darin einig zu sein, daß es hier um künstlerischen Machtverlust gehe. (Was in dieser Technologie an Definitionsmacht bei den dominanten Tech Bros liege, habe ich im Auftakt-Text schon erwähnt.)

Ulrich beharrte ferner auf der Frage, was denn nun genau die Kunst ausmache, die durch KI unter Druck geraten könnte. Was würde das für ein Publikum bedeuten und was für die Kunstschaffenden selbst? (Da kommen wir also ohne ein Stück Kunstdiskurs nicht vom Fleck.) Ulrich erzählte, daß er in seinem Umfeld Leute kenne, die für ihre künstlerische Arbeit quasi undercover schon eine KI nutzen würden, das aber – im Gegensatz zu mir – nicht offenlegen.

!Die archipelische Konzentration
Ich hatte spätestens 2024 begonnen, im Web einschlägige Beiträge mit dem Label „KI wirkt mit“ zu versehen. (Siehe dazu: „Im Sturm der neuen Maschinen. Ich kennzeichne die Mitarbeit von KI“!). Zu jener Zeit hielt ich die KI noch eher für ein Werkzeug, für eine Art von Assistenzsystem.

Im Herbst 2025 hatte ich notiert: ''„Also bin ich mit dem Sci Fi-Autor und versierten Techniker Jürgen Kapeller schon vor geraumer Zeit übereingekommen, daß wir im Kontext Kunst und Kultur einige Aufgaben und Themenstellungen bearbeiten werden. Wie Kunst die Menschen herausfordert, so fordert das Genre KI die Kunst heraus.''“ (Quelle: „Die Grammatik des Rauschens: Jetzt aber! In Sachen Künstliche Intelligenz")

Dazwischen lag im März 2025 das archipelische Treffen, an dem Jürgen Kapeller und Heimo Müller teilgenommen hatten: „Künstliche Intelligenz: Round Table #1“. Das hatte ich so eingeleitet: ''„Wir leben seit gut 200 Jahren in einer permanenten technischen Revolution und sind längst mitten in der Vierten Industriellen Revolution angekommen. Das hat weit radikalere Konsequenzen, als sie uns die Mechanisierungsschübe der Dampfmaschinenmoderne beschert haben. Höchste Zeit zu klären, womit genau wir es da zu tun haben, auch: was das für die Wissens- und Kulturarbeit bedeutet.“''
[{Image src='Wissenssammlungen/Essays/Mensch_und_Maschine/KI.wirkt.mit.500.jpg' align='right' width='200' caption='Meine erste KI-Markierung, allerdings nicht auf diesen Beitrag bezogen.' height='71'}]

Diesen Round Table hatte ich im Oktober 2024 mit folgenden Worten avisiert: „Eben hieß es noch Neue Medien und Medienkonvergenz, es war von der aufkommenden Netzkultur die Rede. Was in den späten 1980ern zur Debatte stand und in den frühen 1990ern als Netz der Netze (Internet) Realität wurde, ist inzwischen „Steinzeit“. Was weiter?“

Nun also 2024, 2025, 2026 im Archipel unsere kontinuierliche Befassung mit dem Themenkomplex. Ich kann mich nicht erinnern, daß es bei dieser Arbeit bisher ein Gedränge gegeben hätte. (Fortsetzung folgt!)
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[{Metadata Suchbegriff='Künstliche Intelligenz, Artificial Intelligence, Digitalmoderne, Cyberspace, Cyberpunk, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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!Quellen
*[Im Sturm der neuen Maschinen|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/mum04_KI] (Ich kennzeichne die Mitarbeit von KI)
*[Die Grammatik des Rauschens: Jetzt aber!|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/rauschen22] (In Sachen Künstliche Intelligenz)
*[Round Table #3, das 2024er Aviso: Künstliche Intelligenz|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/table03] (Ein junges Assistenzsystem)
**[Künstliche Intelligenz: Round Table #1|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/table03.004] (Am 7. März 2025 in Graz)