[{Image src='fabula016.jpg' align='right' width='500' caption='(Foto: Richard Mayr)' height='333'}]
!!!Mini Fabula: Bilder, Zeichen, Schrift
!!(Das Buch als Medium und Material)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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In welchen größeren Zusammenhängen bewegen wir uns bei einem regional gewichteten Kunstprojekt? Dieses Foto von Richard Mayr zeigt den Moment aus einem Prozeß, in welchem Texte und Bilder, die zu Büchern wurden, sich nun als Bücher zu Objekten wandeln. Aus diesen Objekten entsteht eine Skulptur. Hier ein ansehnlicher Zwischenschritt.

Das ereignet sich nach einem Konzept von Künstlerin Tanja Alber im Rahmen von Martina Brandls Projekt „aufgelegt“. Ein komplexer Verlauf, in dem auch bemerkenswerte Techniken zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Wasserstrahlschneiden. (Dem Thema ist Vol. 63: „Aufgelegt“ im Gleisdorfer Zeit.Raum gewidmet.) Das Ergebnis wir im Mai 2026 in einer Gleisdorfer Ausstellung gezeigt werden.

!Querverbindungen
Daraus ergeben sich derzeit einige Querverbindungen, die in „Das erweiterte Buch“ (Krusche & Mayr) eine Rolle spielen. Text ist das Ergebnis von Abstraktionsschritten. Worte bezeichnen etwas, sind aber nicht das, was sie bezeichnen. (Davon handelt Semantik.)

Mit der Fotografie verhält es sich ähnlich. Die Bilder sind nicht das, was sie zeigen. Über Medienanwendungen generieren wir allerdings Realität. Genauer: unsere Auffassung von Realität. Eine Erzählung ist nicht das gelebte Leben, aber ein Bericht davon. Sowas kann in unserer Kultur sehr gut zu einer eigenständigen Realität werden, die eventuell von dem abweicht, was der Fall gewesen ist.

Künstlerische Praxis läßt uns mit eben diesen Grenzlinien und deren möglichen Überschreitungen arbeiten. Dabei üben wir symbolisches Denken. Das hat einst unter anderem zur Schrift geführt. Europäische Quellen zu den Anfängen werden aktuell auf ein Alter von etwa 40.000 Jahren geschätzt.

!Es werde Schrift!
Alison George berichtete eben in „New Scientist“, daß wir die Vorläufer von Schrift neu datieren sollten: ''„Mysterious signs engraved on objects reveal that a form of proto-writing may have been used in Europe 40,000 years ago, tens of thousands of years before the emergence of a full writing system.“'' [Quelle|https://www.newscientist.com/article/2516606-stone-age-symbols-may-push-back-the-earliest-form-of-writing]

In „Scientific American“ notierte Jackie Flynn Mogensen: ''„Researchers analyzed more than 3,000 markings on 260 objects, including the mammoth, that were found in caves in Germany. They determined that the markings’ patterns are as statistically complex as protocuneiform, an early form of writing that was found on tablets from ancient Mesopotamia that were dated to around 3,500 B.C.E.“'' [Quelle|https://www.scientificamerican.com/article/stone-age-art-may-reveal-40-000-year-old-precursor-to-writing]

Das sind eine Menge Menschen-Generationen, aber gemessen am Alter des Planeten oder am Entstehen von Leben ist das ein unglaublich winziges Zeitfenster. Es wird vermutet, unser Planet sei zirka 4,5 Milliarden Jahre alt. Leben dürfte es darauf seit ungefähr seit 3,5 bis 3,8 Milliarden Jahren geben. Dem modernen Menschen (homo sapiens sapiens) werden dabei heute rund 300.000 Jahre gutgeschrieben. Bei all dem machen also rund 40.000 Jahre der Schrift und ihre deutbaren Anfänge kein erhebliches Zeitfenster aus.
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>[Zeit.Raum, Vol. 63: Aufgelegt|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/lafer63_watercut]
>>[An solchen Tagen: Das erweiterte Buch|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/tage_extension] (Eine Schnittstelle zwischen Realraum und Cyberspace)
>>>[Mini Fabula: Echo|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/echo] (Übersicht)
[{Metadata Suchbegriff='Richard Mayr, Tanja Alber, Martina Brandl, Art Challenge, Künstliche Intelligenz, Mini Fabula, bibliophil, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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