[{Image src='flocke083a.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Netzwerk oder Adreßliste?'}]
!!!Flocke: Die Phrase Vernetzung
!!(Kulturpolitische Sprücheklopferei)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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Im steirischen Kulturbetrieb gibt es eine Generalfloskel, deren Bedeutung längst so beliebig ist wie das völlig zu Tode getrampelte „Die gute Sache“. Diese Generalfloskel lautet: „Vernetzung“. In meinen Teenager-Tagen war „Vernetztes Denken“ noch ein diskurswüdiges Thema, das erst erschlossen werden wollte.

Mitte der 1970er Jahre wußte ich als Buchhandels-Lehrling stets, wo die Werke von Frederic Vester in den Regalen stehen, denn Bücher wie „Neuland des Denkens“ oder „Denken, Lernen, Vergessen“ waren in dem Zusammenhang sehr gefragt.

Nun, Mitte der 2020er Jahre, darf ich froh sein, wenn in meinem Milieu ein Unterschied zwischen „interdisziplinär“ und „multidisziplinär“ erkannt wird. Aber es ist müßig, derlei zur Diskussion zu stellen, denn die verbreitete Phrasendrescherei ist in der Kulturpolitik eine Strategie. Wer in solchen Fragen strategisch vorgeht, meidet kritische Diskurse, denn sie würden das jeweilige Vorhaben stören.

!Boulevard und Nische
Also lautet mein Fazit: Was auch immer auf dem Boulevard an Schlampereien en vogue ist, hindert mich nicht daran, in einer Nische anders vorzugehen. Wir befassen uns daher im Archipel nicht mit diesem Bereich kritischer Debatten, sondern mit den Möglichkeiten einer Best Practice.

Es liegt schon im Namen und im Konzept des „Archipels“, als Netzwerk wirksam zu werden; und zwar wechselwirksam. Das ist grundlegender Teil der Konzeption und überdies eine Verneigung vor dem archipelischen Denken des karibischen Philosophen Edouard Glissant.

!Und dann?
Der kritische Diskurs in solchen Fragen ist bei der Partnerorganisation des „Archipels“ angesiedelt, beim kulturpolitischen Kompetenzzentrum „Kunst Ost“. Das entstand übrigens im Rahmen eines EU-Programmes, aus dem damals überhaupt ersten steirischen LEADER-Kulturprojekt. (Siehe dazu den Link zu „Kunst Ost: LEADER-Projekte“ am Seitenende sowie zu „Gleisdorf: Kulturpolitik“!)

Aktuell hat das archipelische Netzwerk sein Hauptprojekt in „Mini Fabula“ und seine maßgebliche Manifestation in Gleisdorfs Innenstadt durch den „Zeit.Raum“. Übrigens völlig autonome Projekte, als unabhängig von staatlichen Programmen.

Was noch zu klären wäre: Wenn sich Kulturschaffende an einen gemeinsamen Tisch setzen, ergibt das schon ein Netzwerk oder erst einmal bloß eine Adreßliste?
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[{Metadata Suchbegriff='Kulturpolitik, LEADER, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Flocke, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]

!Weiterführend
*Vorlauf: [Adäquate Reaktionen|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/flocke082_kompetenz] (Man sollte keine prächtige Krise vergeuden)
*[Der Gleisdorfer Archipel|https://archipel.or.at]
*[Kunst Ost: LEADER-Projekte|https://www.kunstost.at/2021/06/leader-projekte]
*[30 Jahre LEADER|https://www.kunstost.at/2021/06/30-jahre-leader]
*[Gleisdorf: Kulturpolitik|https://www.kunstost.at/gleisdorf-2] (Eine Dokumentation)
*[Mini Fabula|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/fabula] (Das Projekt)
*[Zeit.Raum|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/zeitraum]