[{Image src='flocke092a.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Regionale Praxisschritte im vorigen Jahrhundert.'}]
!!!Flocke: Die Vernetzerei-Posen
!!(Konferenz in Permanenz: Vorgeschichte)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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''„Vernetzung! Vernetzung! Vernetzung!“ „Eine Plattform muß her!“ „Wir brauchen eine Drehscheibe mit professionellem Kulturmanagement, finanziert aus öffentlichen Mitteln!“'' Ist das so? Ist das ein zeitgemäßes Konzept?
Vor allem aber: Falls das mit der Vernetzung so ernst gemeint und dringend ist, weshalb haben wir sowas nicht? Es könnte zumindest schon lange ein regionales Netzwerk geben. Was meint lange? Seit Jahrzehnten.
Das wurde nämlich schon erprobt, da gab es noch kein Internet, was bedeutet: Telekommunikation, Teleworking und Telepräsenz waren in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre noch nicht auf die Art möglich, wie wir das heute locker handhaben könnten.
Heute gibt’s die Werkzeuge und webgestützte Plattformen sowie Newsletter-Module stellenweise gratis. Man müßte sie bloß nutzen; unterlegt mit einem passenden Handlungskonzept. Zwei bis vier Leute könnten einen Auftakt realisieren, wenn zwei bis fünf weitere schließlich dazu kämen, ehrenamtlich eine Plattform-Redaktion zu betreuen. Dann wäre die Sache geritzt. Genau da könnten dann Kommunen und das Land andocken, um so eine Vorgangsweise zu begleiten und zu verstärken. Warum finde ich sowas nicht?
!Ausflüchte statt Engagement
Da wir es nicht haben, obwohl alle Mittel dafür auch ganz ohne staatliche Finanzierung greifbar sind, schließe ich, daß sich jene, die sich als „Szene“ darstellen, sowas eigentlich nicht wollen. Sie möchten sich nicht aus eigener Kraft aktiv vernetzen, dafür die Verantwortung übernehmen, würden es aber begrüßen, wenn ihnen der Staat so eine Arbeit abnähme.
Wie komme ich darauf? Ich habe mich in der zweiten Hälfte der 1980er als Teil des Gleisdorfer Kulturbeirates engagiert. Dabei ging im Oktober 1988 mein Pilotprojekt über die Bühne. Ein gemeinsames Programmheft der Städte Gleisdorf und Weiz als Ausdruck eines Kooperationspotentials. (Es blieb bei diesem einen Booklet.)
Später habe ich gemeinsam mit Luis Fidlschuster eine Redaktion formiert. Im Mai 1990 erschien die erste Ausgabe des Magazins „REGionalentwicklUNG“ (Herausgegeben von der ÖAR). Daraus hätte die „Szene“ Impulse ziehen und sich auch darin darstellen können. Hat sie nicht.
Am Samstag, dem 22. September 1990, hab ich im Gleisdorfer „Kulturkeller“ das erste „Fest der Initiativen“ über die Bühne gebracht, was übrigens ein sehr fröhliches Ereignis war. Am Freitag, dem 21. Juni, und am Samstag, dem 22. Juni 1991, haben wir im Weizer „Volkshaus“ das nächste „Fest der Initiativen“ realisiert. Und? Haben andere übernommen oder sich wenigstens bezüglich der nötigen Arbeit uns angeschlossen? Nein.
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[{Image src='flocke092b.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='Kooperation von Kommune und Zivilgesellschaft.'}]
[{Image src='flocke092c.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='Kontaktdaten in Zeiten ohne Internet.'}]
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Ich ging stets davon aus, daß wir Kunst- und Kulturschaffende abseits des Landeszentrums nicht zentralisieren dürfen, sondern unsere Schritte quer durch die Region setzen müssen. Nur so, meinte ich, könne eine taugliche „Wir-Situation“ wachsen. Am 21. März 97 konnte ich in Kalsdorf bei Ilz die „Konferenz der Provinz“ konstituieren: ''„Eine offene Konferenz und kulturpolitische Arbeitsplattform“''. ([Das Konzept|http://www.van.at/alt/van02/kdp/kdpkonz.htm])
Dieses Projekt lief rund zwei Jahre. Danach habe ich die Vernetzungs- und Informationsarbeit mit „Das xplus – Info“ (Kulturelles und kulturpolitisches Periodikum“ weitergeführt: ([Übersicht|http://www.van.at/alt/van02/xplus/info1.htm])
!Jüngere Entwicklungen
Nicht zu vergessen, daß auch der „Kulturpakt Gleisdorf“ in meinen Ideen und meiner Arbeit wurzelt. Dieses Projekt geht auf das Jahr 2011 zurück. („In den Archiven von Kunst Ost ist das erste Kulturpakt-Memo mit dem 25.11.2011 datiert.“) Ich hab es erdacht, erprobt, etabliert, mich dann – konzeptgemäß – an die Gemeinde Gleisdorf gewandt, um die nächste Stufe an Kooperationen zu erreichen. Im Rathaus wurde der „Kulturpakt“ dann 2015 - gegen meine Auffassung - quasi „verstaatlicht“, weshalb ich meiner Wege zog: ([Die Anfänge|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/howl/064_kulturpakt]) | ([Kulturpakt-Historie|http://www.kunstost.at/2014/07/kulturpakt-historie])
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[{Image src='flocke092d.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='Juni 2000: Hartmut Skerbisch (†) bei der „Konferenz der Provinz“.'}]
[{Image src='flocke092e.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='März 2014: Annäherung zwischen Kulturpakt-Basis und Kommune.'}]
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Ich setzte in all den Jahren immer wieder zu ähnlichen Vorhaben an. Durch die 2000er Jahre ziehen sich verschiedene Versionen der „Konferenz in Permanenz“, die heute im Rahmen der Kulturformation „Archipel“ weitergeführt wird: ([Übersicht|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/konferenz])
Nach rund 30 Jahren des Ringens um taugliche Vernetzungskonzepte im Kulturbereich der Region (und deren praktische Erprobung) lautet mein Fazit klar: Was hier „die Szene“ sein will, möchte dafür keine Verantwortung übernehmen, sondern erwartet offenbar vom Staat, daß derlei Angelegenheiten durch Politik und Verwaltung erledigt werden. Dieser Option räume ich aktuell keinerlei Chancen auf Zukunft ein. Diese Art der Drehscheiben-Phantasie ist eine Denkweise aus dem vorigen Jahrhundert, in den letzten 25 Jahren auf Tauglichkeit überprüft. Das kann man als erledigt abhaken. Es öffnet keine neuen Wege.
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>[Übersicht: Konferenz in Permanenz|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/konferenz]
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>>>[History|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/histo] (Projektverläufe, Team Krusche)
[{Metadata Suchbegriff='Konferenz in Permanenz, Konferenz der Provinz, Fotografie, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Flocke, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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