[{Image src='flocke103a.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Petra Schwarz und Martin Krusche in einer Nische der Endorphin-Maschinen.'}]
!!!Die Endorphin-Maschine
!!(Startsequenz einer Quest)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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Manchmal sagt sie: ''„My Tribe“''. Dazu gehöre ich nicht. Ich stamme aus einer anderen Kultur. Petra Schwarz ist Psychologin. Ich bin Autor. Wir haben also gleichermaßen ein großes Interesse an inneren Vorgängen, an den Welten in uns und deren Wechselwirkungen zur Außenwelt, wenngleich mit verschiedenen Interessensschwerpunkten und Zugängen.

Das ergab nun die Idee, eine Art der Quest in derlei inneren Ländereien zu beginnen. Mit zwei Themen, die in einem eigentümlichen Kontrast zueinander stehen und die wir nun präzisieren werden. Wir sind beide versiert, diese inneren Ländereien zu erkunden. Freilich mit ganz unterschiedlicher kognitiver Ausrüstung, daher mit ungleichen Verfahrensweisen.

Sind darin dennoch Schnittpunkte? Ich denke, das ist der Fall. Aber es ist ja Teil der Aufgabe, die vor uns liegt, darüber mehr herauszufinden. Das handelt etwa von verschiedenen mentalen Erfahrungen, von anderen Zuständen, von einem ''altered state of consciousness'', von ''Flow''.

!Altered state
Schwarz spricht zum Beispiel von „''Oneness''“, vom völligen ''Einssein ''mit einem High Performance-Fahrzeug, wenn sie damit auf einem Rundkurs unterwegs ist. Ich habe das physisch in meinen Motorrad-Jahren kennengelernt. Drehmoment und Kreiselkräfte für einen Tanz.

Publizist Tobias Hürter leitete sein ''„Manchmal wäre ich gerne anders“'' mit folgenden Worten ein: ''„Jeder von uns hat einen unsichtbaren, treuen Freund und Begleiter: unser Bewusstsein.“'' Hürter betont dabei den Unterschied zwischen einer Funktion und dem Erleben, was Maschine und Mensch trennt. (Der Kontrast beschäftigt mich vor allem auch beim Thema „Künstliche Intelligenz“.)
[{Image src='flocke103b.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Die Endorphin-Maschine pur: Petra bevorzugt den Joy Ride in einem Roush Mustang.'}]

Dazu zitiert Hürter Formel 1-As Ayrton Senna anläßlich einer äußerst verblüffenden Leistung beim Training in Monaco (14. Mai 1988). Senna: ''„Ich war wie in einem Tunnel“''. Er beschrieb einen Zustand, in dem sein Bewusstsein das Auto verlassen hatte und er sich selbst von außen beim Fahren zusah, ''„wie in einer anderen Dimension“''.

Ich kenne etwas Vergleichbares heute nur als ein inneres Erleben ohne physische Außenwirkung. Was Schwarz dagegen als „Einssein“ beschreibt, ereignet sich in einem realen Automobil. Es findet in der Außenwelt statt. Vorzugsweise mit sehr schnellen Autos.

!Und unsere Quest?
Das präzisieren wir gerade in der Vorbereitung für unser Projekt. Wenn ich eingangs betont habe, daß wir diese Schritte mit verschiedenen Interessensschwerpunkten und Zugängen setzen, dann handelt das unter anderem von einem besonderen Kontrast.

Petra Schwarz wurde im Autismus-Spektrum geboren. Das heißt, sie ist in Teilen ihrer neurologischen Ausstattung (und folglich in ihrer Wahrnehmung) anders gewichtet als der Großteil ihrer Mitmenschen.

Ihr Sosein wird als ''neurodivergent ''bezeichnet, ich gelte als ''neurotypisch''. Es bedeutet in unserer realen Begegnung aber bloß, daß wir uns als Angehörige zweier verschiedener Ethnien gegenüberstehen. Das meinte ich oben in der Erwähnung ihres „My Tribe“. Wir sind in unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen. Das ist nichts Trennendes. Es braucht bloß etwas Neugier und Achtsamkeit.
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