[{Image src='flocke105.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Halten verboten! ;-)'}]
!!!Flocke: Alter Mann XIII
!!(Ein Umbruch)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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Ich erinnere mich sehr gut daran, wie lange dieses Gefühl anhielt und daß es bis heute nicht restlos verschwunden ist. Als ich nämlich rational zwar wußte, woher die Kinder kommen, aber emotional staune ich eigentlich immer noch, daß mein Sohn in der Welt ist, mir so real gegenübersteht, daß hier eine Seele Platz und Achtsamkeit beansprucht, ein wacher Geist sich mit den Dingen auseinandersetzt.

Nun aber: Am 6.6.2026 hat Michaela um 0:16 Uhr ihren Sohn, meinen Enkel, in unsere Welt gebracht. Die Natur hatte es ihr nicht leicht gemacht. Aber sie und mein Sohn Gabriel waren auf diese Elternschaft mit großer Bestimmtheit zugegangen.

Als ich meinen Buben nun wissen ließ, daß es mir zu meiner Fröhlichkeit grade noch so unwirklich vorkomme, zeigte mir seine Antwort, wie sehr da die Dinge richtig laufen. Zitat: ''„Uns auch, hatten wir gerade heute, das Thema. Fühlt sich an, als wären die Eltern einkaufen und wir haben den Kerl bis dahin. Mal sehen, wann sich das einpendelt.“''

Wie sehr es mir gefällt, daß Maximilian in so eine Stimmung hineingeboren wurde. Die Emotionen, das Staunen, der Humor. Ich hatte übrigens vergessen, wie unglaublich winzig so ein Menschlein anfangs ist. Notwendigerweise. Der kleine Passagier ist dem Leib seiner Mutter ohnehin genug Ballast gewesen.
[{Image src='flocke105b.jpg' align='right' width='500' caption='Da draußen sind die Dinge ganz anders geordnet als in meinem Kopf.' height='375'}]

Ich bin tags darauf, nachdem der Regen aufgehört hatte, über die Felder und durch das Gestrüpp gegangen. Meine 70 Jahre und mein Vergnügen an einer Arbeit, die hauptsächlich am Schreibtisch stattfindet, führten zu folgender Notiz: ''„der mässige kräftehaushalt drückt sich beim gehen in einem deutlichen mangel an eleganz aus, den ich zum glück nur spüren und nicht sehen muss. (es ist aber noch genug gegend vorhanden, um das zu bearbeiten.)“''

Ich habe es gerne, wie unterm Gehen meine Gedanken treiben, muß aber über meinen 20/20/20-Modus hinauskommen: Die ersten 20 Minuten braucht mein Körper, um zu akzeptieren, daß nun zu Fuß gegangen wird. Die zweiten 20 Minuten läuft es passabel. Die dritten 20 Minuten hab ich das Gefühl, ich wäre jetzt gerne zuhause und auf meiner Couch. (Manchmal gehe ich über dieses Maß hinaus.)

Maximilian erweist sich nun als ein frischer Referenzpunkt in meinem ganzen Gefüge. Dieses Beginnen als feiner Kontrast zu meinem Abschließen. Ich halte nichts von launigen Hinweisen wie: ''„Du könntest ja 100 werden“''.

Ich mag es lieber, so langsam ein Gefühl für die letzten Dinge zu bekommen. Ich notiere das ohne jeden Kummer, denn hinter mir liegt eine unglaubliche Fülle.

Es ist nicht gar so lange her, da durften die meisten Menschen in unserem Lebensraum mit einer Lebenszeit von 35 bis 40 Jahren rechnen. Es ist nicht gar so lange her, da galt man in Europa mit 50, 55 Jahren als Greis, auch wenn ab und zu jemand 60, 80, vielleicht 90 Jahre alt wurde. Wir befinden uns gerade in einer umfassenden Zeitenwende. Dieses Kind ist auf dem Weg in eine völlig andere Welt, von der ich keine Ahnung habe. Aber der Bub ist ja in guten Händen…
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!Launiger Kontext
*[Die Grammatik des Rauschens: Digitale Schmeichelei|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/rauschen24] (Geschönte Bilder)