!!!Die Avatare
!!(Projekt Gezeiten)

Ist da etwas Irritierendes? Irgendwas? Es wird für Sie im weiteren Projektverlauf gut erkennbar sein, welche der Fotos uns als reale Personen zeigen und auf welchen Bilder man unsere Avatare sieht. Das ist gar nicht so sehr eine Frage der Bildqualität, sondern offenbart sich durch Bildinhalt und Kontext.

Ich habe mit „Gezeiten“ etwas begonnen, das könnte man „Romantic Science Fiction“ nennen. In Teil 1 ist Petra Schwarz mein vorrangiges gegenüber, in Teil 2 ist es Johannes Rubey. Wir bearbeiten Themen, zu denen wir historische Bezugspersonen gewählt haben.
\\
[{Image src='gezeiten001a.jpg' align='center' width='600' caption='Petra Schwarz und Ayrton Senna' height='338'}]

Das ist einer der Gründe, weshalb ich Avatare ins Spiel gebracht habe. Sie können auf Zeitreisen geschickt werden, um jene historischen Persönlichkeiten zu treffen. Das ist ein dramaturgisches Mittel. Dabei erkennen Sie nun leicht, wer unsere Avatare sind und wer wir selbst.

Wenn Sie Petra Schwarz mit Ayrton Senna sehen, Johannes Rubey mit Louis Armstrong oder mich mit Ingeborg Bachmann, ist völlig klar: da war generative KI im Spiel. Was ist klar?
*Louis Armstrong starb 1971 in New York City, New York
*Ingeborg Bachmann starb 1973 in Rom, Italien
*Ayrton Senna starb 1991 in Monte Carlo, Monaco

Da ist noch ein anderer Grund für die Avatare. Wir gehen in einige Themen hinein, bei denen es uns freistehen muß, persönlich auch ein Stück bedeckt zu bleiben. Generell beschäftigt uns das Obsessive und welche Kräfte in Menschen wirken können, zum Ausdruck kommen möchte.
\\
[{Image src='gezeiten001b.jpg' align='center' width='600' caption='Johannes Rubey und Louis Armstrong' height='339'}]

Als Beispiel: Mich beschäftigen mögliche Berührungspunkten der Geschichten von Ingeborg Bachmann und Billie Holiday, von Jimi Hendrix und Jochen Rindt. Da wären wir dann auch bei Petra Schwarz mit ihrem Interesse an Ayrton Senna. Somit beim Thema Autismus. Aber zu all dem gilt ferner: Wir drei, Schwarz, Rubey und ich, haben sehr persönliche Erfahrungen mit tiefgreifenden Läsionen.

Ich bevorzuge diesen Begriff, Läsionen, weil er mir präziser erscheint als etwa: Traumata. Zugleich läßt diese Kategorie mehr Raum. Denn genau das ist Teil unseres Themas. Handlungsspielraum für das gewinnen, was in uns wirkt, was uns bewegt, was wir nicht an die Kette zu legen gedenken.

Das kann einen vor eintretender Altersschwäche aus dem Leben kegeln. Bachmann, Hendrix, Holiday, Rindt, Senna. Ach wir drei haben radikale Erfahrungen gemacht, die unser Interesse an diesen Themen stärken. Deshalb auch die Avatare, genauer: Schwarz, Rubey und ich als Kunstfiguren, welche wir bewegen, um diese Geschichte(n) zu entfalten, ohne uns dabei selbst öffentlich auf eine Couch zu legen.
\\
[{Image src='gezeiten001c.jpg' align='center' width='600' caption='Martin Krusche und Ingeborg Bachmann' height='338'}]

Ich finde Bachmann in dem Zusammenhang exemplarisch. Ihr wurde posthum zugemutet, daß man persönliche Aufzeichnungen aus ihrem Nachlaß veröffentlicht hat, deren Publikation – so meine Überzeugung – sie niemals zugestimmt hätte. Eine wissenschaftlich verbrämte Gewalttätigkeit.

Wenn wir nun über die genannten historischen Persönlichkeiten nachdenken, sie mit unserem Leben in Zusammenhang bringen, soll derlei Distanzlosigkeit ausgeschlossen bleiben. ich habe Bachmann deshalb in „Auf einen Drink“ (Über innere Ländereien) folgenden Satz in den Mund gelegt: ''„Es ist mir nicht angenehm, wie weit da manche Leute hinter meine Texte zu mir durchdringen möchten.“'' ([Quelle|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/bachmann010])
----
>[Das Projekt: Gezeiten|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/gezeiten] (Ufer und Uferlosigkeit)
>>[Causa Bachmann|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/bachmann] (Eine Erörterung)
[{Metadata Suchbegriff='Ingeborg Bachmann, Petra Schwarz, Johannes Rubey, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
----